Bemerkungen

Und wieder mal Kommentarzensur

Die Zeit – eine Zeitung, die zwar meist nur NATO-Schrott schreibt, aber als Auszeichnungsmerkmal noch über ein Kommentarforum ohne Vorzensur verfügt, geht immer mehr den Bach runter. Also nicht die Zeitung, die ist schon längst unten, aber eben das Kommentarforum. Inzwischen kann man sich nicht mehr einfach so anmelden und dann Kommentare ohne Vorzensur schreiben, nein, man ist erstmal ein paar Tage auf Probe, mit Vorzensur.

Aber ok, das kann man noch akzeptieren. Wofür sie allerdings diesen Blogartikel hier abkriegen, ist eine ganz schamlose Lüge. Statt mich offen zu sperren, zeigten sie mir etwa eine Woche lang folgendes an: „Aufgrund eines technischen Fehlers steht Ihnen die Kommentarfunktion kurzfristig nicht zur Verfügung. Bitte entschuldigen Sie diese Störung.
(mehr…)

Infos über Einsatz chemischer Waffen in der Ukraine unerwünscht?

Wieder mal hat es nicht viel gebraucht, um von Zeit Online gesperrt zu werden. Erstmal wurde in diesem Link ein Link zu rusvesna.su gelöscht, der über den Einsatz chemischer Waffen durch die Kiewer Junta berichtet. Der angegebene Grund, „Bitte verlinken Sie ausschließlich auf deutsch- oder englischsprachige Quellen“, roch nun allerdings sehr nach einem bloßen Vorwand, und bot eine Möglichkeit, das gleich noch auszutesten – denn rusvesna.su bietet auch ein paar deutsche Übersetzungen an. So schrieb ich also:

91. Zum Einsatz chemischer Waffen bei Semjonowka
„Bitte verlinken Sie ausschließlich auf deutsch- oder englischsprachige Quellen.“

Na gut, da die Information noch nicht ins Deutsche übersetzt wurde, übernehme ich das mal

„Igor Strelkow: Gegen unsere Positionen in Semjonowka haben die ukrainischen Truppen chemische Waffen angewendet (erneuert 1:35 Msk)

(Originaltitel: Игорь Стрелков: по нашим позициям в Семеновке украинские войска применили химическое оружие (обновлено 1:35 Мск))

Igor Strelkow teilt mit, dass ukrainische Truppen gegen die Positionen der Milizen in Semjonowka chemische Waffen angewendet haben.

Zwei Kämpfer wurden in schwerem Zustand (Vergiftung mit Phosphordämpfen) nach Donezk gebracht. Einer in sehr schwerem. Jetzt (wir haben es halb elf nachts (23:38 Msk)) wird der Beschuss von Slawkurort fortgesetzt. Es werden 240-mm Haubitzen verwendet. Dort gibt es einige starke Brandherde.“

Steht in russisch auf einer Seite, die ich nicht verlinken darf, aber vielleicht haben wir ja Glück, und auf http://rusvesna.su/german erscheint in geschätzt einer Woche auch ne deutsche Übersetzung.

Was davon übrigblieb, war folgendes:

[…]
Entfernt. Bitte beachten Sie, dass wir die verlinkten Informationen nicht verifizieren können. Danke, die Redaktion/jp

Wobei dem Nutzer „Aleks 2″ leider keine Möglichkeit mehr bleibt, dies zu beachten, weil er gleich darauf gesperrt wurde.

Wobei die Begründung selbst schon eine Lüge ist – verlinkt hatte ich ja die kritische Information über den Chemiewaffeneinsatz gar nicht, nur einen Link zur älteren deutschen Übersetzungen hatte ich angegeben.

Womöglich verharmlost?

70. […]
Entfernt. Bitte verzichten Sie auf Provokation und das Posten von Inhalten, die womöglich Straftaten verharmlosen könnten. Danke, die Redaktion/sam

Oh, wer hat denn da womöglich Straftaten verharmlost? Hier das Original dazu:

70. Interessiert es denn was die Knaben selbst möchten?
“ Ob die Knaben das damals gern mochten, „geliebt“ zu werden, möchte ich doch sehr stark bezweifeln.“

Das steht Ihnen offen. Diskutiert werden kann es hier leider nicht. Denn jeder Diskussionsbeitrag, der bezweifelt, dass sich all diese Knaben schon damals immer nur missbraucht fühlten, wäre ja eine Verharmlosung, und müsste sofort zensiert werden. Nur die Position der Knaben, die sich missbraucht fühlen, darf veröffentlicht werden.

Oder ist es doch nicht so schlimm? Ich probiers mal, ob es vielleicht doch möglich ist, wenigstens Ergebnisse einer wissenschaftlichen Befragung hier zu erwähnen.

Helweg-Larsen & Larsen 2006 fanden: Von 5829 dänischen Jugendlichen hatten 11% illegale sexuelle Erlebnisse, 7% der Jungs und 16% der Mädchen, aber nur 1% der Jungs und 4% der Mädchen fühlte sich „definitiv“ oder „möglicherweise“ sexuell missbraucht. (K. Helweg-Larsen, H.B. Larsen, The prevalence of unwanted and unlawful sexual experiences reported by Danish adolescents: results from a national youth survey in 2002, Acta Paediatrica 11/2006; 95(10):1270-6 http://onlinelibrary.wile… )

Ich hoffe, das war jetzt nicht zu starke Verharmlosung.

Zensurorgie bei Zeit.de

Zur neuesten Kommentarzensurorgie bei der ZEIT bemerkte jemand:

367. Entfernt.
Noch nie habe ich einen Kommentarbereich gesehen, wo soviele Posting entfernt wurden. Ich wüsste gerne, welchen Tenor diese Postings hatten.

Das wird er wohl nicht mehr erfahren. Denn die pro-pädophilen Teilnehmer wurden einfach alle rausgeschmissen. Warum wird auch offen gesagt:

Gekürzt. Bitte beachten Sie, dass wir die Behauptung, es gäbe einvernehmliche sexuelle Handlungen zwischen Kindern und Erwachsenen, nicht diskutieren möchten. Danke, die Redaktion/sam

Eine besonders schändliche Kommentarlöschung der letzten Zeit war die folgende:

431. […]
Entfernt. Bitte verzichten Sie auf verharmlosende, undifferenzierte Beiträge und kommentieren Sie konstruktiv zum konkreten Artikelinhalt. Danke, die Redaktion/sw

Da stand im Original folgender Text:

431. Zeugnisverweigerungsrecht erforderlich
„Und bei den Kindern sollte man darauf achten, Ihnen von Anfang an Selbstbewußtsein zu vermitteln, ihnen zu sagen, daß NUR SIE SELBST darüber bestimmen, wer sie wann berühren darf“

Pech ist nur, dass SIE SELBST es eben nicht bestimmen dürfen.

Wenn SIE SELBST bestimmen, dass ein erwachsener Freund sie an intimen Stellen berühren darf, werden sie, falls davon was bekannt wird, GENÖTIGT, völlig fremden Polizisten darüber in allen Details zu erzählen. Und dann sind es keinesfalls SIE SELBST, die darüber bestimmen dürfen, was sie den Polizisten erzählen und was nicht.

Ein Skandal, eine grobe Verletzung des Rechtes auf sexuelle Selbstbestimmung. Auch in DE brauchen wir dringend ein Zeugnisverweigerungsrecht bei Fragen über das Intimleben, wie es die Schweiz hat: http://www.admin.ch/opc/d…

Die Zeit-Zensoren wollen offenbar, dass Kinder weiter gegen ihren Willen genötigt werden, vor Polizei und Gerichten (also völlig fremden Leuten) ihr Intimleben auszubreiten – und dass das nicht mal diskutiert werden darf.

Definition des Tages

In einem zensierten Kommentar schreibt die Redaktion von Zeit Online:

Bitte beachten Sie, dass ein Kind per Definition nicht imstande ist, einen Erwachsenen zu verführen. Auch ist es nicht imstande, Erwachsenen Grenzen aufzuzeigen.

LOL