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Vom Stolz, Boylover zu sein

Ich bin Boylover, und das ist gut so. Trotz der inzwischen ziemlich extremen Pädoverfolgung bin ich ein glücklicher Mensch. Sicher habe ich auch einiges Unangenehme hinter mir – einschließlich Knast, Lügenartikel in der Hetzpresse, Tränen der Mutter und Scheidung. Aber mit so etwas kann man fertig werden und trotzdem glücklich sein.

Vielen anderen Boylovern geht es nicht so gut. Einsamkeit, Depression und Angst sind weit verbreitet und eben auch ziemlich natürliche Folgen der Pädoverfolgung. Wie kann man das vermeiden?

Ich kann natürlich nur sagen, wie ich das vermieden habe, was mich davor geschützt hat. Ein Teil davon ist natürliche Gegebenheit, angeborene Begabung, für die ich nichts kann, und die man nicht verändern kann. Aber ein Teil davon ist auch Erkenntnis, etwas, was ich zumindest versuchen kann, anderen Boylovern zu vermitteln. Ob es hilft oder nicht – den Versuch ist es zumindest wert.

Und da die erste Version dieses Artikels einfach zu lang wurde, habe ich das Ganze in Teile aufgespalten, die ich nach und nach veröffentlichen werde. Hier also der erste Teil meiner „Lebenshilfe für Boylover“, und das Thema ist, wie man zur eigenen Jungsliebe steht, mit den Extremen Selbshass oder Stolz:

Die größte Gefahr ist Selbsthass

Eigentlich ist es eine Trivialität – wer sich selbst hasst, kann ja wohl kaum ein glücklicher Mensch sein, selbst wenn die äußeren Umstände seines Lebens noch so ideal sind.

Hinzu kommt, dass Selbsthass auch das Verhältnis zu anderen Menschen zerstört. Denn andere lieben kann nur wer sich selbst liebt. Jemand, der sich selbst hasst, ist dazu einfach nicht fähig. Und somit ist jemand, der sich selbst hasst, auch von lauter Leuten umgeben, die er auch nur hassen kann.

Was natürlich auch Rückwirkungen hat. Denn den Hass spüren die anderen auch. Selbst wenn man ihn nicht offen zeigt – die Intuition der Menschen ist gut genug, um so etwas zu fühlen und darauf, durchaus auch völlig unbewusst, zu reagieren. Und, natürlich, wer sich selbst hasst, gibt keinen Anlass, geliebt zu werden. Und somit wird jemand, der sich selbst hasst, auch von anderen eher gehasst als geliebt.

Natürlich gibt es die verschiedensten Gründe, sich selbst zu lieben oder zu hassen, die Boylover mit allen anderen Menschen teilen. Aber für den Boylover gibt es noch einen sehr speziellen Grund für Selbsthass – die Tatsache, dass er pädophil ist, und dass Pädophile in der heutigen Gesellschaft verachtet und gehasst werden wie kaum eine andere Minderheit. Es reicht, wenn man diese allgemeine Einstellung übernimmt, und schon ist man faktisch genötigt, sich selbst zu hassen.

Und während ich, was all die sonstigen Gründe für Selbsthass betrifft, kaum allzu viel sagen kann – zuviel hängt dabei von persönlichen Eigenschaften ab – zu diesem Grund für Selbsthass gibt es einiges zu sagen, und man kann definitiv etwas dagegen tun.

Der Punkt ist: Die Mehrheitsmeinung ist in ihrem Hass auf Boylover ganz objektiv im Unrecht. Und davon kann man sich selbst überzeugen – völlig objektiv, unter Anhörung aller Argumente aller Seiten. Boylove ist nicht hassenswert, sondern eine objektiv für die Gesellschaft nützliche Begabung. Also etwas, was eher ein Grund für Stolz als für Selbsthass ist.

Nun ist Stolz auf etwas, wofür man selbst nichts kann – Aussehen, Begabungen, Herkunft und vieles andere – zwar weit verbreitet, aber eigentlich nur Ersatz für diejenigen, die keinen Grund für wirklich gerechtfertigten Stolz haben. Und dazu braucht es eigene Leistungen, eigene Entscheidungen.

Aber auch hier gibt es für Boylover natürliche Handlungsalternativen, die objektiven Grund für Stolz geben können: Einmal aktuelle Beziehungen zu Jungs (egal ob nun mit oder ohne Sex), die diesen ganz objektiv nützen. Und dann den Kampf für Freiheit und Gerechtigkeit – natürlich für Boylover, aber nicht nur für sie.

Warum Mehrheitsmeinungen schwachsinnig sind

Vergesst vor allem erstmal das demokratische Glaubensbekenntnis, dass Mehrheiten in irgendeiner Weise recht hätten. Das ist eine völlig absurde These, die uns in der Zwangsschule eingetrichtert wird, mit dem Ziel, uns zu gehorsamen Untertanen des demokratischen Staates zu machen.

Das Gegenteil ist der Fall. Kaum eine These ist so absurd, dass Demagogen sie nicht erfolgreich einem Mob eintrichtern könnten. Dazu muss sie lediglich primitiv genug sein.

Dafür gibt es objektive Gründe. Da ist erstmal der Herdentrieb. Wenn die Herde plötzlich losrennt, ist es für den Einzelnen besser, mitzurennen, ohne erst nach den Gründen zu fragen. Es könnte eine Gefahr sein, die dann den trifft, der zuletzt wegrennt. Es könnte etwas Nützliches sein, von dem nur die Ersten etwas abbekommen. Oder es könnte der Beginn eines Machtkampfes sein, in dessen Ergebnis die stärkere Fraktion – die Mehrheit – die Minderheit umbringt.

Und wenn es nichts von alledem ist, ist man halt umsonst gerannt, aber der Schaden ist nicht allzu groß. Und es reicht, wenn die, die ohne zu fragen mitrennen, wenigstens manchmal etwas davon haben, damit der Herdentrieb als solcher vorteilhaft ist.

Damit verbunden ist außerdem das Prinzip der rationalen Ignoranz. Sich eine begründete Meinung zu bilden stellt immer einen Aufwand dar. Geht es darum, eine Entscheidung über eigenes Handeln zu treffen, lohnt sich ein solcher Aufwand – die eigene Entscheidung hat eventuell erhebliche Auswirkungen auf das eigene Leben.

Aber in einer demokratischen Abstimmung oder beim Beantworten einer Meinungsumfrage trifft dies nicht zu. Die eigene Entscheidung hat mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit keine Auswirkungen auf das eigene Leben. Und damit entfällt jeder objektive Grund, sich mühsam eine objektiv gerechtfertigte Meinung zu bilden. Informationsbeschaffung und intensiveres Durchdenken ist Verschwendung, und Ignoranz wird rational.

Und daher sind Mehrheitsmeinungen, was ihre geistige Qualität betrifft, nicht einmal auf dem Niveau der Durchschnittsmenschen, von denen sie kommen, sondern deutlich darunter – im Bereich zwischen schwachsinnig und grenzdebil.

Sich in einer für einen persönlich unwichtigen Frage nach dieser grenzdebilen Meinung zu richten kann trotzdem rational sein – die Gründe dafür habe ich gerade angeführt.

Aber, wer in einer persönlich wichtigen Frage einfach nur der Mehrheitsmeinung folgt, ist selbst grenzdebil.

Warum Mediendemokratie zum Extremismus neigt

Die Instinkte der Menschen sind genetisch auf die Größe einer Urhorde zugeschnitten, und funktinieren auf dieser Größenordnung ganz gut. Trotz Herdentrieb und rationaler Ignoranz – solange die Herde nicht zu groß ist, steuert früher oder später der eine oder andere Einzelne dagegen, und kann sich damit durchsetzen.

In Staaten mit Einheitspartei und zensierten Massenmedien gibt es diese Korrekturmöglichkeit nicht, und die natürliche Folge ist Extremismus bis hin zum Massenmord. Und je größer der Staat, desto sicherer und extremer endet er im Massenmord, mit Maos China und Stalins Sowjetunion auf den Spitzenrängen.

Mehrparteiensysteme und Pressefreiheit verhindern einiges, aber keineswegs alles. Denn wo die Mehrheit die Regierung stellt, ist das natürliche, stabile Ergebnis ein Zweiparteiensystem, bei dem beide Parteien ein und dieselbe Position der Mitte vertreten. Und die Journalisten der Massenmedien sind auch nicht wirklich frei, sondern hängen von Quoten, und damit von ihrer Unterstützung der Mehrheitsmeinung, ab.

Und damit kann sich auch in Mehrparteiensystemen mit Pressefreiheit in gewissen Fragen eine Einheitsmeinung bilden.

Und die kann sehr leicht extremistisch werden. Es reicht, wenn sie nicht auf einen konkreten Zustand abzielt, sondern auf eine Veränderung – zum Beispiel „man muss mehr gegen Kindesmissbrauch tun“. Denn dann gibt es nichts, was eine immer weitere, immer extremistischer werdende Veränderung aufhält. Egal wie extremistisch der „Kampf gegen Kindesmissbrauch“ bereits ist, er wird weiter von allen Parteien und allen Massenmedien unterstützt werden, weil er weiterhin von der Mehrheitsmeinung unterstützt wird. Und die wird sich nicht ändern, weil sie weiterhin von allen Parteien und allen Massenmedien unterstützt wird.

Und je extremistischer der Kampf wird, desto radikaler wird gegen die vorgegangen, die in irgendeiner – noch so milden – Form dagegen sind. Denn das ist eben auch Teil des Kampfes gegen den Kindesmissbrauch.

Wer das erkannt hat, dem dürfte eins klar werden: Die einzige Hoffnung, dass das Ganze nicht in einem Massenmord endet, bei dem auch die gerontophilste Hete nachts nicht schlafen kann, aus Anst, wegen Förderung des Kindesmissbrauchs abgeholt zu werden, ist, dass die Gegenposition wenigstens noch im Internet vertreten werden kann.

Informiere Dich selbst

Die Mehrheitsmeinung zu Boylove ist also grenzdebil und extremistisch, und wenn Du ihr folgst, bist selbst grenzdebil und machst dich mitschuldig an den Verbrechen der Extremisten.

Klar, das ist erstmal nur meine Meinung. Du musst Dir Deine Meinung selbst bilden. Und deshalb – informiere Dich selbst, und denke selbst nach.

Noch gibt es dazu genügend Möglichkeiten, auch wenn sie, aufgrund der sich immer weiter verschärfenden Verfolgung, immer schwerer zu finden sind.

Da sind die Wissenschaftler. Sie sind beileibe keine Helden. Die, die offen sagen, was Fakt ist, riskieren, dass ihre wissenschaftlichen Arbeiten vom amerikanischen Kongress in einer offiziellen Resolution verdammt werden (so bereits geschehen). Sowas schreckt ab – aber immerhin konnten die Autoren in wissenschaftlichen Medien antworten (Rind, B., Bauserman, R., Tromovitch, P. (2000). Science versus orthodoxy: Anatomy of the congressional condemnation of a scientific article and reflections on remedies for future ideological attacks, Applied Preventive Psychology, 9, 211-225).
Also man erwarte nicht, dass wissenschaftliche Artikel offen schreiben: eine sexuelle Beziehung zu einem Mann ist für einen Jungen in der Regel positiv.

Aber man sehe nach, wie in einer Arbeit „sexueller Missbrauch“ definiert wird. Oft genug so, dass es der Wunschtraum des Boylovers wäre, wenn diese Definition Gesetz wäre – all unsere Sexspielchen wären dann nämlich völlig legal. Und aus so einer Definition kann man, denke ich, sehr wohl schließen, dass der betreffende Wissenschaftler eben diese unsere Sexspielchen auch für völlig harmlos hält.

Es gibt eine Menge solcher impliziter Hinweise auf das, was Wissenschaftler wirklich denken. Wenn sie beispielsweise auch einvernehmliche sexuelle Handlungen moralisch verurteilen, aber ohne auch nur das Geringste über deren Schädlichkeit oder Gefährlichkeit zu sagen, ist dies eine ziemlich klare Aussage: Solche Handlungen sind völlig ungefährlich.

Deute ich da zuviel hinein? Kaum. Wäre es gefährlich, wäre es geradezu die Plicht des Wissenschaftlers, auf diese konkreten wissenschaftlich bewiesenen Gefahren hinzuweisen, statt sich auf irgendwelche moralischen Platitüden zu beschränken, die jeder Laie absondern kann. Und es würde ihm kaum schwerfallen, dieser moralischen Pflicht genüge zu tun – es gibt schließlich tausende wissenschaftliche Arbeiten, die die verschiedensten möglichen Folgen von Kindesmissbrauch untersuchen.

Nur gibt es seltsamerweise unter all diesen keine einzige, die zeigt, dass einvernehmliche, gewaltfreie Sexspielchen zwischen Männern und Jungs für die Jungs in irgendeiner Weise gefährlich wären (safer Sex vorausgesetzt). Warum wohl?

Ich werde sicherlich mehr über solche indirekten Ergebnisse der Wissenschaft schreiben. Allerdings ist es nicht ausreichend, mir einfach zu glauben. Statt der demokratischen Mehrheitsmeinung der Meinung eines einzelnen Boylovers zu folgen, ohne eigenes Nachdenken und Nachforschen, ist nur ein anderes Extrem desselben grenzdebilen Verhaltens, und macht dich genauso mitschuldig, wenn diese Meinung Verbrechen billigen sollte.

Du musst Dich selbst informieren, so gut Du es kannst. Und das kannst Du – auch wenn Du mangels wissenschaftlicher Grundlage und Englischkenntnissen keine wissenschaftliche Literatur lesen kannst, auch wenn Wikipedia inzwischen kaum noch Ansprüchen von Neutralität genügt – es gibt zumindest noch Diskussionsforen, in denen all diese Fragen diskutiert werden können.

Dein Anspruch an Dich selbst sollte klar sein: Du solltest jede Gegenmeinung anhören und selbst durchdenken, und dabei nicht vergessen, dass Du geneigt sein könntest, voreingenommen zu sein.

Ich traue mir trotzdem zu, das Ergebnis wenigstens teilweise vorauszusagen: Freundschaften zwischen Boylovern und Jungs sind nützlich für die Jungs, die augenblickliche Hysterie ist extremistisch, schädlich und gefährlich, einvernehmlicher safer Sex als solcher, wenn er unentdeckt bleibt, harmlos.

Die Meinungen was verschiedene Komplikationen betrifft (Lehrer-Schüler oder Vater-Sohn-Beziehungen, Prostitution, Pornos, Verantwortung für Folgen der Aufdeckung, extremere Sexpraktiken) dürften dabei weit auseinandergehen, und es liegt bei Dir, Dir eine wohldurchdachte und wohlbegründete Meinung zu bilden.

Aber solange bei dieser wohlbegründeten Meinung herauskommt, dass zumindest asexuelle Freundschaften mit Jungs für diese nützlich sind – oder zumindest sein können – hast Du keinerlei Grund, Dich wegen Deiner Zuneigung zu Jungs in irgendeiner Form selbst zu hassen.

Boylove als Begabung

Jungs brauchen Männer die sie mögen.

Das haben sie in ihren Genen. Es waren schon immer Männer, die ihnen das beibrachten, was sie als Männer können müssen – Jagen, Kämpfen, Wissen. Männer sind Vorbilder was Kraft, Status, Können und Fähigkeiten betrifft, und Quelle von Autorität und natürlich auch materiellen Werten. Jungs, die von Männern geliebt werden, haben zu all dem besseren Zugang – ein erheblicher Vorteil für sie.

Man bedenke auch was ich oben zu Selbsthass geschrieben habe. Die beste Medizin – oder Vorbeugung – gegen Selbsthass ist, dass man selbst, als Kind, geliebt wurde, mit all seinen Stärken und Schwächen.

Der Boylover ist also vor allem jemand, der das natürliche Bedürfnis hat, den Jungs etwas Gutes zu tun – durch eine andauernde Freundschaft und Liebe, durch die positiven Emotionen, die man dem Jungen über seinen eigenen Wert vermittelt, durch all die Hilfen, Ratschläge, all die gemeinsam verbrachte Zeit, und selbst die materielle Unterstützung, die man bereit ist zu leisten, und halt auch durch den gemeinsamen Spass am Sex.

Und dass man selbst davon profitiert ist keineswegs schlecht, im Gegenteil – der Junge profitiert gerade auch dadurch, dass er spürt, dass auch der Mann vom Zusammensein mit ihm profitiert, es genießt, dass auch er selbst dem Anderen etwas geben kann.

Boylove ist gesellschaftlich nützlich, und es wird immer offensichtlicher, dass die Hysterie, die Erwachsene immer mehr vor freundschaftlichen Kontakten mit Jungs zurückschrecken lässt, vor allem auch den Jungs etwas sehr Wesentliches nimmt.

Und daher:

Gib den Jungs Deine Freundschaft

Sie brauchen sie. Gerade heute wo die Heten sie aus Angst verweigern.

Du tust ihnen damit etwas Gutes. Aber auch der Gesellschaft als Ganzes, denn die Verwahrlosung der Jungs ist ein immer größer werdendes gesellschaftliches Problem.

Und Dir selbst natürlich auch.

Und damit tust Du etwas, worauf Du wirklich und zu recht stolz sein kannst.

Aber es gibt noch eine zweite Aktivität, die für Dich als Boylover völlig natürlich ist, und die Dir einen weiteren Grund gibt, stolz auf Dich selbst zu sein:

Kämpfe für Gerechtigkeit und Freiheit

Die Verfolgung der Boylover heute ist extremes staatliches Unrecht. Du bist ihr Opfer, und so ist es das Natürlichste von der Welt, dagegen zu kämpfen.

Wie, mit welchen Mitteln, welchen Zielen?

Das musst Du selbst herausfinden. Du musst dazu die Ursachen und Mechanismen der Entstehung dieses Unrechts verstehen, herausfinden, was genau an der heutigen Gesellschaft falsch ist, herausfinden, welche Alternative solches Unrecht verhindert, oder zumindest verringert oder weniger wahrscheinlich macht.

Und dann Verbündete suchen und dafür kämpfen.

Meine Antworten findest Du hier in diesem Blog. Es ist der Staat generell, und speziell die heutige Mediendemokratie, die die Ursache dieses Unrechts ist. Und es gibt eine realistische Alternative – sie heißt Anarcho-Kapitalismus.

Es wäre schön, wenn Du das auch so siehst. Aber zu welchem Ergebnis auch immer Du kommst – Kampf gegen Unrecht und Unfreiheit gibt dem Leben einen Inhalt, und einen Inhalt, auf den man zu recht stolz sein kann. Selbst dann, wenn der Kampf mit einer Niederlage endet.

Und Freiheitskämpfer sind ohne weiteres in der Lage, schlimmere Restriktionen in Kauf zu nehmen als solche Kleinigkeiten wie sexuelle Enthaltsamkeit.

Vom Stolz, Boylover zu sein

Also, Grund sich selbst zu hassen gibt es für Boylover überhaupt keinen. Im Gegenteil, eher gibt es Grund, stolz zu sein.

Ich bin allerdings Individualanarchist, und Stolz ist etwas, was sich für mich mit eigener Leistung und eigener Entscheidung verbindet. Und so sind meine Empfehlungen vor allem Empfehlungen für eigene Entscheidungen und Handlungen, auf die man stolz sein kann:

  • Das Bilden einer gut durchdachten und begründeten eigenen Meinung zu den wichtigen moralischen Fragen, statt blind entweder der Mehrheit oder irgendwelchen Meinungsführern zu folgen;
  • Freundschaften zu Jungs, die diesen nutzen;
  • Kampf für Freiheit und Gerechtigkeit.

Trotzdem, Menschen sind nun einmal Herdentiere. Wir sehen uns selbst als Mitglieder von Gruppen an, und sind stolz oder schämen uns für allgemeine, typische Eigenschaften von Mitgliedern unserer Gruppe, und Handlungen einzelner Mitglieder unserer Gruppe. Und selbst Individualanarchisten sehen sich irgendwo als Individualanarchisten an.

Also, unabhängig vom (viel wichtigeren) Stolz oder Scham für das eigene Verhalten, wie sieht es mit dem Stolz oder Scham für die Gruppe der Boylover aus?

Als Naturwissenschaftler erwarte ich nicht, dass die sexuelle Bevorzugung von Jungs als Sexualpartner mit irgendwelchen anderen menschlichen Fähigkeiten korreliert. Nicht mal mit einem angeborenen Talent, Kontakt zu Jungs aufzunehmen. Aber die Umstände, unter denen wir leben, bringen uns dazu, anders zu leben, andere Fähigkeiten zu entwickeln, als Heten. Es sind diese Umstände, die uns als Gruppe anders machen.

Einiges von dem, was uns auf diese Weise anders macht, ist sicher kein Grund, stolz zu sein: Eine höhere Wahrscheinlichkeit von Haftstrafen, Arbeitslosigkeit, Depression, Alkohol- und Drogenmissbrauch, und Selbstmord. Traurig, aber natürliche Folge von extremer Unterdrückung, und daher auch kein Grund zur Scham oder gar zu Selbsthass.

Aber es gibt auch andere Reaktionen, und auch die dürften verbreitet genug sein, dass man sie als typisch für die Gruppe der Boylover ansehen kann, eben weil auch sie eine natürliche Reaktion auf die Umstände sind, in denen wir leben.

Weil unsere Grundbedürfnisse verleumdet werden, lernen wir, dass man staatlichen Gesetzen und der Meinung der Mehrheit nicht blind vertrauen darf, und werden notgedrungen dazu gebracht, uns selbst eine Meinung zu bilden. Boylover werden also viel eher eine eigene Meinung zu den verschiedensten Fragen haben als Heten. Etwas, worauf wir als Gruppe stolz sein können.

Weil wir Jungs lieben und an Sex mit Jungs interessiert sind, lernen wir, wie man Kontakt mit Jungs knüpft, wie man mit ihnen umgeht, was sie brauchen, was sie glücklich macht, wir lernen, zusammen mit ihnen glücklich zu sein – und damit sind wir als Gruppe besonders geeignet, um uns um die Jungs zu kümmern, können besser mit ihnen umgehen als die Heten. Und das ist auch etwas, worauf wir auch als Gruppe stolz sein können.

Weil wir mit den Jungs auch illegale Sachen machen, sind wir dabei nicht diejenigen, die die Jungs vor allem zu gehorsamen Untertanen erziehen. Ein wichtiger Teil unserer Beziehungen besteht darin, den Jungs beizubringen, dass persönliche Beziehungen, persönliches Vertrauen wichtiger sind als striktes Befolgen offizieller Vorschriften. Dies ist ein wichtiger Schutz der Gesellschaft vor totalitärer staatlicher Willkür, und ist daher auch etwas, worauf wir stolz sein können.

Weil wir vom Staat verfolgt und unterdrückt werden, sind wir natürliche Feinde des Staates. Und weil unsere wichtigsten Bedürfnisse verboten sind, sind wir als Gruppe natürliche Kämpfer für Freiheit, gegen staatliche Verbote. Und das ist auch etwas worauf wir als Gruppe stolz sein können.

Und sogar der Mut im Kampf könnte etwas sein, was uns als Gruppe unterscheiden könnte. Ähnlich wie wohl vor allem das harte Leben in den Bergen eine Ursache dafür sein dürfte, dass die nepalesischen Gurkhas als die mutigsten Soldaten gelten (Klasse Jungs übrigens, die nicht Mama fragen müssen, wenn sie bei ihrem BL übernachten oder eine Bergtour mit ihm unternehmen wollen), könnte einiges dafür sprechen, dass Boylover mutigere Freiheitskämpfer sind als Heten.

Es gibt einiges was dafür spricht. Der unterdrückende Staat ist ihnen weitaus tiefer verhasst als den Heten. Die Familie ist weitaus weniger ein Hindernis – die Bindung an sie ist geringer, und somit weniger wahrscheinlich, dass familiäre Rücksichten vom Kampf abhalten. Mut im Freiheitskampf ist nebenbei auch etwas was Jungs hoch achten, weitaus höher als Ehefrauen. Und ihr Verhältnis zur Gefahr ist fast automatisch ein anderes: Ihr höchstes Glück ist mit der Gefahr langjähriger Haftstrafen verbunden. Und so lernen sie täglich, und auch in friedlichen Zeiten, mit Gefahr umzugehen, mit ihr zu leben.

Und mit ihrem speziellen Verhältnis zur nachfolgenden Generation sind sie die idealen Weiterverbreiter freiheitlichen Gedankenguts, die idealen Werber für die nachfolgende Generation von Freiheitskämpfern.

Also, seien wir stolz darauf, Boylover zu sein.

Und handeln wir so, dass wir nicht nur auf uns selbst stolz sein können, sondern dass auch alle anderen Boylover, und die Jungs, die wir lieben, stolz auf uns sein können. Handeln wir wie es für Boylover natürlich ist, weil es die natürliche Reaktion auf die Lebensumstände ist, unter denen sie leben müssen – als selbständige, unabhängige Denker, als Freunde und Helfer der Jungs, die ihnen die Werte der Freiheit und Gerechtigkeit weitergeben, und als Freiheitskämpfer, die sich durch staatlichen Terror nicht so schnell einschüchtern lassen.

Nachbemerkung

Das Ende klingt wie ein moralischer Appell. Ist es aber nicht – es ist, wie zu Anfang versprochen, Lebenshilfe, meine Empfehlung für ein glückliches Leben. Wer sich für diesen Weg entscheidet, den erwarten, selbst wenn er mal im Knast landet, keine Depressionen.

Das ist allerdings kein Zufall. Ethik is für mich, soweit sie rational begründbar ist, nichts anderes als wohl durchdachtes Eigeninteresse. Und das, was ich empfehle, ist nicht nur ein sicheres Rezept gegen Depression, es macht auch so Spaß: Forschen und Denken, Freunde haben und ihnen helfen, und für eine gute und gerechte Sache kämpfen – was kann eigentlich schöner sein?

Warum die Pädophilen siegen werden

Es sieht eigentlich alles so aus als hätten die Pädophilen keine Chance. Kurzfristig – ok. Aber langfristig sieht das anders aus. Da sitzen wir am längeren Hebel. Glaubt ihr nicht?

Nun, es ist einfach angewandte Soziobiologie. Ja, ok, dass ist eine politisch etwas unkorrekte, böse Wissenschaft, finden zumindest manche. Gene können ja nicht einfach so soziale Verhaltensweisen beeinflussen, das darf nur die Erziehung. Sowas würde ja unsere Schulen daran hindern, neue Menschen zu erziehen. Nur kommt es darauf glücklicherweise gar nicht an. Wissenschaftlichen Theorien kann völlig egal sein, was irgendwelche Ideologen von ihnen denken. Wenn sie richtig sind, treffen ihre Voraussagen einfach ein.

Also, meine abenteuerliche Behauptung ist, dass pädophile Gene auf dem Vormarsch sind, dass sie immer weiter verbreitet werden. Also wird es immer mehr Pädophile geben. So dass wir irgendwann einmal einfach die Wahlen gewinnen werden. (Ja klar, wenn es dann überhaupt noch diese archaische Form politischer Entscheidungsfindung in Staaten geben sollte.)

Nun, aber genetische Veränderungen dauern doch normalerweise lange – hunderttausende oder gar Millionen von Jahren. In der Regel ja, aber es gibt Ausnahmen. Die wichtige Ausnahme, bei der eine Veränderung des Genfonds sogar extrem schnell gehen kann, sind plötzliche Veränderungen der Umweltbedingungen, die dazu führen, dass die Gene, die bisher am häufigsten waren, einfach aussterben. Die neuen Gene müssen dabei nicht neu gebildet werden – sie sind schon da, vorhanden bei einer eventuell sehr kleinen Minderheit. Unter den neuen Umweltbedingungen können sich nun diese bisherigen Minderheitsgene weitaus besser verbreiten als die bisherigen Mehrheitsgene. Das Extrembeispiel wäre eine Umweltkatastrophe, bei der einfach nur eine kleine Gruppe überlebt. Diese Gruppe verbreitet sich dann einfach auf der ganzen Welt. Das dauert vielleicht etwas, aber die ehemaligen Minderheitsgene werden faktisch von einem Tag auf den anderen zu Mehrheitsgenen.

Aber keine Angst, der Sieg der pädophilen Gene benötigt keine Katastrophe, nicht mal eine eigentlich ganz wünschenswerte Erwärmung des Klimas um ein paar Grad ist dazu notwendig. Auch kein Massenmord oder Atomkrieg. Denn es gibt einen kleinen aber wichtigen Unterschied zwischen dem Aussterben von Genen und dem ihrer Träger: Ein früher Tod des Trägers ist zwar hinderlich für die Verbreitung des Gens, aber es gibt noch eine ganz andere Gefahr für die Gene: Nämlich dass der Träger zwar steinalt wird, aber trotzdem keine Kinder bekommt.

Also, die Pädophilen müssen also die Heten gar nicht umbringen, um irgendwann in der Mehrheit zu sein. Sollen die ruhig steinalt werden. Es reicht, wenn sie keine Kinder bekommen.

Warum sollten sie auch? Klar, das ist wichtig für die Gene. Die müssen sich weiterverbreiten, oder sie sterben aus. Sehen wir uns also mal an, welche Techniken die Hetengene so draufhaben, um sich weiterzuverbreiten.

Da sind beispielsweise die Gene, die man einem Don Juan zuordnen könnte. Der Träger solcher Gene hat das Bedürfnis, mit möglichst vielen Frauen zu rumzuschlafen. Ja, und das war sicherlich für lange Zeit eine höchst brauchbare Idee zur Weiterverbreitung solcher Gene, weil auf diese Art nun einmal eine Menge Nachkommen erzeugt werden.

Besser, wurden. Heute gibt es schließlich Mittel zur Empfängnisverhütung. Außerdem seltsame staatliche Gesetze, die genetische Väter zu Melkkühen für die Mütter machen, und außerdem Gentests, mit denen Vaterschaftsfragen eindeutig geklärt werden können. Wer also als Don Juan heute noch Kinder kriegt, ist einfach nur bescheuert. Es geht doch so einfach, und so teuer ist ein Kondom nun auch wieder nicht, das könnte er sich sogar mit Hartz IV leisten.

Und, der Leser ahnt wohl schon worauf das hinausläuft: Die Gene unseres geliebten Don Juan sterben einfach mal aus.

Das könnte auch einigen anderen Hetengenen so ergehen. Beispielsweise denen, deren Träger zwar schon eine Frau haben wollen, aber an Kindern einfach nicht interessiert sind. Früher kriegten sie trotzdem Kinder, erstmal schon deshalb, weil sie Sex mit ihrer Frau hatten, aber außerdem noch aus rein wirtschaftlichen Gründen – die klassische Altersversorgung funktionierte nun einmal nur über die Kinder.

Heute gibt es allerdings, neben der Empfängnisverhütung, außerdem noch staatliche Rente. Für die Altersvorsorge sind eigene Kinder also völlig unnötig geworden. Also wozu noch Kinder? Und somit sterben auch die Gene unseres eigentlich an Kindern nicht besonders interessierten Ehemanns aus.

Wer bleibt nun aber übrig? Übrig bleiben die, die an den Kindern selbst interessiert sind. Für die Kinder weder lästige Nebenwirkung von Sex noch Mittel zur wirtschaftlichen Altersvorsorge sind, sondern die irgendein anderes Interesse an Kindern haben.

Was für ein seltsames Interesse an Kindern könnte das wohl sein? Ok, da gibt es die Frauen mit ihrem Mutterinstinkt. Aber bei den Männern? Da sieht es doch etwas düster aus. Irgendwelche neuen Gene können wir vergessen – die Gene müssen als Minderheitsgene schon dasein. Neue Gene brauchen lange Zeit. Also, was an Genen für Männer ist schon da, was ein Interesse an den Kindern selbst hervorruft? Der Leser wird es schon erraten haben – die pädophilen Gene.

Die Hetze gegen Pädophile dürfte dabei sogar hilfreiche Nebenwirkungen entfalten. Was hat ein Boylover in einer extrem anti-pädophilen Gesellschaft schon für eine Chance, gesellschaftlich akzeptierten Kontakt zu Kindern zu bekommen? Einmal intensiv nachdenken, und, hurra, da ist die Idee: Selber welche machen. Mit den eigenen Kids darf man rumhängen. Und mit deren Freunden auch gleich mit. Und es ist auch unter der extremsten Hetze nicht zu erwarten, dass man Väter pauschal von der Erziehung ausschließt. Da würden sich die Mütter dann doch zu sehr ans eigene Bein pinkeln.

Und natürlich braucht man viele Kinder. Schließlich ist das Leben lang, und die Zeit des Heranwachsens eines einzigen Kindes im Vergleich dazu relativ kurz. Also ist Großfamilie angesagt. Hervorragende Bedingungen für die Weiterverbreitung der eigenen Gene. Die einen haben gar keine Kinder, die anderen sehr viele. Insgesamt kann die Bevölkerungszahl also konstant bleiben.

Und je schärfer die Hetze, um so größer wird unsere Motivation für diesen Weg. Da überwindet sich irgendwann auch der extremste Boylover zur Samenspende. Und selbst wenn es gar nicht klappen will hilft heutzutage Viagra.

Außerdem gibt es guten empirischen Grund zur Annahme, dass Jungs, die einen Erwachsenen haben, der emotional involviert ist (egal ob Vater oder Boylover) erfolgreicher im Leben sein werden. Boylover als Eltern werden also die erfolgreichen Kids hervorbringen, der Rest die Versager.

Soweit die Theorie. Was sagt aber nun die Praxis? Nun, das Bevölkerungswachstum hört überall dort auf, wo Mittel zur Empfängnisverhütung zugänglich sind und ein Rentensystem die Altersvorsorge sichert. Wie zu erwarten wäre.

Man könnte voraussagen, dass bei einer Ausbreitung pädophiler Gene viel mehr Väter bereit sein werden, sich schon früh um ihre Kinder zu kümmern. Na, was sagen die Soziologen dazu? War da nicht so was? Väter, die immer mehr bereit sind, Kinderwagen zu schieben oder Windeln zu wechseln?

Außerdem müsste das heterosexuelle Sexualleben zurückgehen. Wo doch unser Don Juan schon fast ausgestorben sein dürfte, schließlich gibt es ja Empfängnisverhütung schon eine Weile. Und was sagen die Sexualwissenschaftler dazu? Ich glaube, da war auch irgendwas. Gerade erst war was im Jungsforum, dass frühe Erfahrungen mit Geschlechtsverkehr eher zurückgehen. Der Nachwuchs steht halt nicht mehr auf sowas.

Was bleibt noch als Indikator? Das Interesse an Pornographie dürfte einiges an Informationen liefern. Nun ist das heutzutage schwer herauszukriegen, schließlich gibt kaum jemand einfach so zu, dass er Kinderpornos vorzieht. Schließlich illegal. Man kann also nicht einfach die Pornoschuppeninhaber nach ihren Umsatzzahlen fragen. Pech.

Aber ist die Kinderpornohysterie selbst nicht ein doch recht deutliches, wenn auch indirektes, Indiz dass sich das Interesse an sexuellen Bildern geändert hat? Als ich klein war, durfte man im Freibad bis sieben Jahre nackig rumlaufen, für Ältere war Badehose Plicht. Ein kleiner Nackedei war damals eben sexuell für kaum jemand interessant. Heutzutage läuft das etwas anders. Erwachsene können heutzutage nackig auf der Straße rumlaufen. Aber selbst kleinste Mädchen laufen schon beim Baden mit Oberteil rum. Und auf FKK-Bildern werden heutzutage die Kinder wegretuschiert (zumindest ihre Pimmel). Wenn sowas kein Wink mit dem Zaunpfahl ist, was die Leute heute sexuell anregend finden, was dann?

Ach so, da gibt es ja noch die bekannte Vermutung, dass Homophobie ein Indiz für Homosexualität ist. Analog dazu kann man gleichfalls vermuten, dass Pädophobie ein Indiz für Pädophilie ist. Beide Thesen erscheinen mir hinreichend plausibel: In einer Gesellschaft, in der die eigene Neigung verboten ist, gibt es Leute, die sich dem Verbot unterwerfen. Die Frage ist, wie rechtfertigen sie dies vor sich selbst? Eine Lösung ist, die offizielle Doktrin zu verinnerlichen. Als Motivation, zum Extremisten in dieser Hinsicht zu werden, kann dann einiges zusammenkommen: Einmal die Angst, als Perverser erkannt zu werden. Und dann, meines Erachtens nach noch viel wichtiger, der reine Sexualneid auf die, die das Gesetz brechen.

Wenn das so ist, dann dürfte ein Anstieg der Zahl der Pädophilen in einer anti-pädophilen Gesellschaft sogar zu einer Intensivierung der Hysterie führen. Was mit der Beobachtung auch ganz gut übereinstimmt. Sogar mit der regionalen Ausbreitung. Der Effekt ist dort besonders stark, wo die Leute früher Möglichkeiten zur Empfängisverhütung haben, dort, wo das Rentensystem sicherer ist, und vor allem dort, wo schon als Resultat des Effekts die Geburtenrate am geringsten ist – also in den reichen Staaten, vor allem Nordamerika (besonders die USA – Weltpitze in Pädohysterie), Europa und Australien.

Also, irgendwie passt alles zusammen. Finde ich zumindest. Was denkt ihr?

Und keine Angst – wenn wir erstmal wirklich in der Mehrheit sind, kriegen wir das mit der Hysterie schon irgendwie hingebogen. Dann schlägt das Pendel um, und es wird als notwendig für eine gute Ausbildung eines Jungen angesehen, dass er einen oder ein paar gute Boylover findet, die ihn mögen.

Sollte man mit Kischüs diskutieren?

Es gab mal ne Zeit, da habe ich in verschiedenen Foren eine ganze Menge mit Pädogegnern diskutiert. Augenblicklich tue ich das nicht mehr.

Nicht dass es keinen Spaß gemacht hätte. Argumentativ hat die Gegenseite ja nichts zu melden. Ich habe die Leute immer wieder aufgefordert, wenigstens einmal eine medizinische Studie zu präsentieren, die nachzuweisen behauptet, dass einvernehmlicher Sex mit Jungs im statistischen Durchschnitt einen negativen Einfluss hat. Totale Funkstille. Das schönste Argument war ein Kompliment: So gut wie ich argumentieren würde, hätten die Jungs doch gar keine Chance, wenn ich sie zu überzeugen versuchte, dass sie mal Sex ausprobieren sollten. Nur taugt selbst das Argument nichts, weil ich nur gut argumentieren kann, wenn ich gute Argumente habe, und was sollte es für ein Argument gegen „keine Lust“ geben? Ich kenne jedenfalls keins. Geschmeichelt hat mir das Argument natürlich trotzdem ;-) .

Ich könnte beklagen, dass mir inzwischen ein gutes Argument verloren gegangen ist. Als ich zu diskutieren anfing, verstand es sich von selbst, dass Sex-spiele von Kindern untereinander völlig problemlos sind. Da konnte man dann fragen, was eigentlich so anders ist, wenn beim Strippoker auch mal ein Erwachsener mitspielt. Wieso dann plötzlich der problemlose Zeitvertreib zum katastrophalen Trauma wird.

Und was ist heute daraus geworden? Wo ist die Zeit geblieben, als ein zwölfjähriger Schweizer, der in den USA wegen eines Doktorspielchens mit Handschellen abgeführt wurde, die Solidarität von ganz Europa bekam bis er endlich freigelassen wurde? Heute sind die Nachrichten voll von „Missbrauch von Kindern durch Kinder“, wie die neue Bezeichnung für Sex-spiele unter Kindern lautet. Der Strippoker wird schon dann zum lebenslangen Trauma erklärt, wenn dabei nur Kinder unter sich sind.

Aber trotz des verlorengegangenen Arguments macht mir diese Entwicklung die Argumentation eigentlich leichter. Je perverser die Blüten der Pädohysterie, desto unmöglicher wird es schließlich, sie argumentativ zu verteidigen.

Was ist also der Grund, dass ich mich kaum noch zu solchen Diskussionen hergebe?

Es gab einmal eine Zeit, da hatte ich maßlose Illusionen über die Demokratie. Einem Ossi sei es verziehen, denke ich. Ich nahm an, es würde ausreichen, die Leute mit den Argumenten bekannt zu machen. Und das Internet war die Möglichkeit dazu. Die besseren Argumente würden sich durchsetzen. Und wo die besseren Argumente sind, würde die freie Diskussion im Internet zeigen.

Pustekuchen, Illusion. Es wurde mir mehr und mehr klarer, dass die Masse, der Mob, gar nicht an irgendwelchen Argumenten interessiert ist. Dass es zwar überhaupt keine Argumente gibt, mit denen man die heutige Pädohysterie auch nur ansatzweise verteidigen könnte, aber dass dies völlig unerheblich ist.

Das zeigte schon das Niveau der damaligen Diskussionen. Die ernstzunehmenden Gegner haben auch damals gar nicht den gerade aktuellen Stand der Pädoverfolgung verteidigt. Interessante Diskussionen gingen eher um rein theoretische Fragen, wie, ob wenigstens Sex mit Babies überhaupt noch verboten bleiben sollte. Sowas wie mehrjährige Mindeststrafen für Blowjobs bei Dreizehnjährigen zu verteidigen ist schon damals keinem intelligenten Menschen mehr eingefallen.

Ich war damals stolz darauf, fähig zu sein, meine intellektuell fähigsten Gegner bis auf solche weit entfernten Verteidigungspositionen zurückdrängen zu können. Was ich falsch einschätzte, war, dass die Nazis, die zu solchen Diskussionen bestenfalls ein bis zwei Postings pro Nase beitrugen, damit keineswegs geschlagen waren. Richtig, sie hatten keinerlei Argumente. Sie konnten bestenfalls „Schwanz ab“ fehlerfrei ohne tz schreiben. Nur verließen sie die Diskussion halt nicht als argumentativ geschlagene Verlierer, ganz einfach weil sie an Argumenten überhaupt nie interessiert waren.

Aber je weiter die Hysterie fort schritt, desto offensichtlicher wurde es: Die Verteidiger der Hysterie hatten nicht nur keine Argumente, sie suchten auch gar keine. Ich war nur ein blauäugiger Wissenschaftler, in seinem Elfenbeinturm umgeben von anderen Wissenschaftlern mit derselben abartigen Neigung, für alles Argumente haben zu wollen, und der naiverweise annahm, auch andere, normale Menschen wären an irgendwelchen Argumenten interessiert. Aber wozu braucht man schon Argumente, wenn es doch nur darum geht, Perversen den Schwanz abzuhacken?

Was also tun?

Sich den Kischüs aufzudrängen bringt nichts. Die Kischüs haben eins ganz richtig erkannt: Unzensierte Diskussionen zwischen Pädos und Kischüs sind nichts weiter als einseitige Propaganda für die Pädos. In denen die Kischüs, wenn sie überhaupt etwas auf die Reihe kriegen, aller-höchstens plausibel machen können, dass Sex mit Babies besser doch noch verboten bleiben sollte. Nein, Kischüs und Feminazis wollen einfach keine Argumente hören.

Wäre Sex mit Kindern was Gefährliches, die Lage wäre andersherum. Es wären die Pädos, die keine Argumente hören wollen, und die Kischüs, die sich den Pädos aufdrängen würden, die ihnen wissenschaftliche Studien um die Ohren hauen würden, um vielleicht das Gewissen des einen oder anderen Pädos aufzurütteln und so das eine oder andere Kind vor Schäden zu bewahren. Und man könnte die Pädos unzensiert reden lassen – ihre schlechten Argumente würden sich ja selbst disqualifizieren.

Nur, so ist es nun einmal nicht. Die Vorstellung, ein Dreizehnjähriger, der einvernehmlich einen Blowjob bekommt, würde dabei wimmern und schwer traumatisiert werden, ist nun mal einfach so was von realitätsfern, dass mir nichts passendes mehr dazu einfällt. Und auch dem dümmsten Feminazi dürfte klar sein, dass man keine Chance hat, die Leute argumentativ von solchem Unsinn zu überzeugen.

Also, sie wollen gar nicht mit uns diskutieren. Wir sind ja schließlich Untermenschen, mit so was diskutiert man nicht. Sie verheimlichen uns daher die wissenschaftlichen Studien, die die Mechanismen beschreiben, die Blowjobs bei Dreizehnjährigen so extrem traumatisierend werden lassen, dass nur mehrjährige Haftstrafen eine angemessene Reaktion auf solch ein Verbrechen sein können. Sie verheimlichen uns auch, wieso ein Verbot von kostenlosem Tausch bei Musik die Umsätze und Profite der Musikindustrie steigern, bei Kinderpornos aber die Profite der Kinderpornoindustrie schmälern soll. Und warum siebzehnjährigen hässlichen alten Weibern verboten wird, ihre eigenen Nacktfotos zu verbreiten. Sie wollen halt nicht mit uns diskutieren.

Also, ok, ich bin ein netter Mensch, ich will mich nicht aufdrängen. Also lasse ich es. Muss nicht sein. Wenn sich hier ein an Argumenten interessierter Pädogegner finden sollte, kein Problem – ich stehe zur Verfügung. Ein IQ über Zimmertemperatur wäre zwar wünschenswert, ist aber nicht mal Voraussetzung. Aber wenn keiner Lust hat, auch kein Problem.

Den Gefallen, vollkommen zu schweigen, mache ich ihnen allerdings nicht. Wir sind noch da, trotz zunehmender Repression. Flagge wird gezeigt. Und es wird klargestellt, wer argumentativ das Oberwasser hat. Die nicht existierenden Argumente der Kischüs braucht man dazu ja gar nicht.

Dazu reicht es, über die Fragen nachzudenken, die wirklich interessant sind. Was ist eigentlich die Ursache der Dummheit der Kischüs? Angeborene, genetisch bedingte Blödheit? Oder das vorhersagbare Versagen des staatlichen Bildungssystems? Moralitis (eine schwere geistige Störung durch Infektion mit Moralin)? Oder einfach nur Herdentrieb, bei bewusstem Verschweigen besserer eigener Erkenntnis, um nicht aufzufallen oder sich gar als Führer zu profilieren? Was ist es, was zu solchen Hysterien führt? Wie kann man sie überhaupt aufhalten? Könnte man sie in einer libertären Gesellschaft verhindern oder vermeiden?

Das, was bei der Betrachtung solcher Fragen herauskommt, ist letztendlich auch viel interessanter. Wen interessiert schon noch die n-te Widerlegung der Primitivargumente der Pädogegner? Die Dummen unter ihnen interessieren sich eh nicht für Argumente, und die Klügeren wissen auch so, dass das alles zumindest heftig übertrieben ist. Also vergessen wir die „Argumente“ von Pädogegnern einfach.

Und ich mache mir statt dessen lieber eigene Gedanken.

Irgendwie ist es so auch symmetrischer. In ihren Medien diskutieren sie ja nur mit sich selbst. Ja und? Mit mir selbst diskutieren kann ich auch ganz gut. Die Qualität der Ergebnisse mag der Leser vergleichen. (Allerdings liegt die Planke ja nun nicht wirklich hoch. Kann ich sie überhaupt herunterreißen ohne vorher einen Graben geschaufelt zu haben?)

Asymmetrisch bleibt die Situation sowieso: Sie wissen, dass sie uns nicht zu Wort kommen lassen dürfen. Weil sie argumentativ nichts drauf haben. Wir hingegen können sie gerne zu Wort kommen lassen. Weil sie argumentativ nichts drauf haben.

Also, ich mache mir lieber Gedanken über die wirklich interessanten Fragen. Fragen, die heutzutage auch den intelligenteren Normalo beunruhigen dürften, dem vielleicht die Pädos egal sind, aber das Verbot des Besitzes von Fotos, auf denen siebzehnjährige Schreck-schrauben (oder solche, die ein vergrämter Staatsanwalt für siebzehnjährig halten könnte) nackt posieren, schon nicht mehr.

Aber eben auch Fragen, die ich in einer Diskussion mit Kischüs nie gestellt kriegen würde.

Haben Boylover in der Demokratie eine Chance?

Im Prinzip ja – allerdings ist es sehr unwahrscheinlich, dass heute lebende Boylover eine solche demokratische Gesellschaft noch erleben können. Allerdings ist es inhaltlich durchaus drin. Einen extremen Meinungsumschwung der Gesellschaft, von Gefängnisstrafen hin zur Akzeptanz sogar in der Position von Bürgermeistern, haben die Schwulen schließlich auch geschafft.

Und die Boylover sind mit dem Mainstream im Prinzip sogar noch deutlich kompatibler als die Schwulen: Schließlich gibt es Gesellschaften, in denen Sex zwischen Männern und Jungen sogar mehr oder weniger allgemeine Pflicht war, Teil der Erziehung der Jungen: Von den alten Griechen bis zu Südseevölkern, bei denen man überzeugt war, dass Jungen, um zu richtigen Männern zu werden, unbedingt Sperma schlucken bzw. in den Hintern bekommen müssen. Etwas, was es so für Sex zwischen gleichaltrigen Männern nie gab – die wurden lediglich in vielen Kulturen akzeptiert. Außerdem gibt es die interessante Beobachtung, dass Männer kulturunabhängig mit älteren Jungen rumhängen, was dafür spricht, dass die gegenseitige Zuneigung zwischen Männern und Jungs was genetisch vorgegebenes ist. Mit der menschlichen Natur ist eine Gesellschaft, die Boylove akzeptiert, also kompatibel, man braucht keinen „neuen Menschen“ dafür wie kommunistische Utopien, nur anders erzogene.

Die Frage der prinzipiellen Realisierbarkeit ist die eine, ob uns das heute was hilft eine andere. Kulturen ändern sich nicht besonders schnell, Hexenverfolgungen können etwas länger dauern als uns lieb sein kann. Also, haben wir überhaupt eine Chance?

Wenn es um die rein argumentative Seite ginge, hätten wir eine.gute Chance. Die Kinderschutzideologie selbst ist ja höchst schwachsinnig, die wissenschaftlichen Resultate zeigen ziemlich klar, dass Schäden aus einvernehmlichen Kontakten zwischen Männern und Jungs nicht mehr empirische Grundlage haben als die bösen Folgen der Onanie, an die man vor hundert Jahren mal geglaubt hat.

Aber geht es in einer Demokratie überhaupt darum? Im Ideal schon. Es gab da mal Philosophen, die meinten, in einer Demokratie sollte man nicht nur alle Meinungen zulassen, sondern sogar für Positionen, die niemand vertreten will, einen „Advokaten des Teufels“ einführen, der versucht, selbst solche Positionen so gut wie möglich zu verteidigen.

Aber von solchen Idealen ist die heutige Demokratie weit entfernt. Zumindest in den klassischen Medien geht es eher andersherum: Statt Advokaten des Teufels zu arrangieren, wird die Vertretung gewisser Positionen ganz pauschal faktisch verboten. Man dürfe solchen Positionen „keine Plattform geben“.

Als eine pauschale Regel kann ich eigentlich nur eines empfehlen: Wo immer die Darstellung einer Position mit solchen Mitteln verhindert wird, ist an der Position, die mit solchen Mitteln verteidigt wird, eine ganze Menge faul. Die verbotene Position ist nicht unbedingt richtig – was schon alleine die vielen Verbote verschiedenster Religionen durch die jeweils herrschende Religion beweisen – aber eine richtige Position braucht keine Angst vor einer argumentativen Diskussion mit Kontrahenten zu haben.

Ich denke also nicht gleich unbedingt, dass Auschwitz ein Erholungsheim war, nur weil die Auschwitzlüge verboten ist. Aber ich vermute durchaus, dass an der Mainstream-Geschichtsschreibung über die Nazizeit irgendwas faul sein dürfte. Was genau weiß ich nicht (vielleicht die Thesen von Suworow dass Hitler einem Angriff Stalins nur knapp zuvorkam, vielleicht aber auch ganz was anderes). Es ist mir auch nicht wichtig, da ich die Nazis selbst dann radikal ablehnen würde, wenn Auschwitz wirklich ein Erholungsheim gewesen wäre. Trotzdem ist mir die Standard-Geschichtsschreibung über die Nazizeit schon allein aufgrund des Verbots der Auschwitzlüge weitaus suspekter als, sagen wir, dieselbe Standard-Geschichtsschreibung über Kaiser Wilhelm.

Aber genug der Abschweifung. Fakt ist, dass es keinerlei objektive Darstellung der Position Pädophiler in den klassischen Medien gibt.

Die eigentliche Gefahr sehe ich dabei in der moralischen Hysterie. Eine ziemlich allgemeine Gefahr, die nicht nur das Thema Pädophilie betrifft: Wenn eine Diskussion soweit pervertiert ist, dass eine Seite zum Schweigen gebracht wurde, kann die andere Seite nicht nur immer extremer werden, sondern hat eine natürliche Tendenz dazu. Denn es gibt immer Leute, die sich profilieren wollen. Dazu muss man von dem, was alle sagen, irgendwie abweichen. Aber dies in der verbotenen Richtung zu tun ist gefährlich. Also exponiert man sich in der Mainstream-Richtung, nur eben noch extremer.

Eine besonders gefährliche Art, extremer zu werden, ist, nicht nur gegen die eigentlich Bösen zu hetzen, sondern auch gegen alle, die ihrer extremen Position widersprechen. Das sind dann zumindest „Unterstützer“, „Sympathisanten“, „Verharmloser“, „Lobbyisten“ der jeweiligen „Bösen“, und stehen gleich mit unter Verdacht, selbst zu den „Bösen“ zu gehören.

Verheerend ist an dieser Variante vor allem der selbstverstärkende Effekt: Je stärker diese Art der Hysterie, desto plausibler wird es, dass der Verdacht berechtigt ist – denn wer außer den „Bösen“ selbst traut sich noch, sich für die Interessen der „Bösen“ einzusetzen? Von den „Bösen“ selbst trauen sich zwar auch immer weniger, aber der Anteil der „wirklich Bösen“ unter den „Unterstützern“ wird mit zunehmender Hysterie immer größer. (Hier haben wir inzwischen den Stand erreicht, dass es keinen Unterschied mehr macht, ob ein „Pädolobbyist“ zugibt, dass er selbst auch einer ist. Es würde mir sowieso keiner glauben, dass ich keiner bin, also kann ich es auch gleich zugeben.)

Die Möglichkeit, die Hysterie zu stoppen und wieder zur Normalität zurückzukehren, wird also immer geringer, je größer die Hysterie ist.

Wie aber enden solche Hysterien dann doch irgendwann? Das ist die wirklich interessante Frage. Wenn ich eine Lösung wüsste, …

Was hat dies alles jedoch mit Demokratie vs. Anarchie zu tun?

Ich denke, die Gefahr solcher Hysterien ist in einer Demokratie extrem groß. Größer auf jeden Fall als in einer Anarchie. Aber sogar größer als in einer klassischen Diktatur, sagen wir einer Monarchie.

Wieso? Klar, je mehr Staat, desto mehr Möglichkeit der Kontrolle der Informationsverbreitung, und desto leichter ist es, die „Bösen“ zum Schweigen zu bringen. Und sind die erst einmal zum Schweigen gebracht, beginnt die eigentliche Hysterie. In der Anarchie ist es hingegen weitaus schwieriger, und ohne Verletzung anarchistischer Grundprinzipien eigentlich unmöglich, die „Bösen“ zum Schweigen zu bringen.

Aber wieso sollte eine Demokratie hierbei gefährlicher sein als eine Monarchie? Ich denke, in der Monarchie ist die Gefahr von solchen selbstverstärkenden Zyklen, wie sie in der Demokratie inzwischen Alltag sind, weitaus geringer. Da gibt es Herrscher und Beherrschte. Die Herrscher mögen daran interessiert sein, die Massen gegen ihre Feinde aufzuhetzen. Aber wenn die Herrschenden ihr Ziel erreicht haben, ist gut, die Hysterie kann wieder abgebrochen werden. Auch in einer klassischen representativen Demokratie ist das noch weitgehend so – es gibt eine gebildete politische Elite, und es gibt den von ihnen verführten Mob, aber keine Rückkoppelung.

Aber in der heutigen Mediendemokratie sieht dies anders aus. Sowohl die Politiker als auch die Journalisten richten sich nach Meinungsumfragen. Die Politiker in Vorbereitung auf die nächsten Wahlen, bei denen sie ja wiedergewählt werden möchten, und die Journalisten, weil sie von Einschaltquoten und Umsatz abhängen. Und damit ergibt sich eine positive, verstärkende Rückkoppelung – Journalisten und Politiker unterstützen die Mehrheitsmeinung, die daraufhin noch populärer wird, und weiter geht es in der nächsten Runde. Und dadurch kann jede zufällige Entgleisung der Mehrheitsmeinung sich schnell zu einer Hysterie auswachsen, es ist dazu nicht einmal ein besonderes Interesse irgendeiner Gruppe nötig (obwohl so etwas natürlich extrem hilfreich ist).

Und eine zweite Schwachstelle demokratischer Meinungsbildung kommt hinzu – ihre extreme Irrationalität aufgrund ihrer Uninformiertheit. Der Einzelne ist dabei nicht einmal irrational – im Gegenteil. In der ökonomischen Theorie heißt dieser Effekt „rationale Ignoranz“: Wenn die Richtigkeit der eigenen Meinung wenig Auswirkung auf die eigene Zukunft hat, ist es rational, nicht allzu viel in die eigene Meinungsbildung zu investieren. Zeit ist Geld, man verschwendet also keine Zeit, entscheidet aus dem Bauch heraus, wenn von der Entscheidung wahrscheinlich nichts abhängt. Die eigene Stimme bei der Wahl ist ein solcher Fall. Sie ist kaum wahlentscheidend, es lohnt sich daher nicht, in die richtige Wahlentscheidung zu investieren, und die Mehrheit der Leute wählt daher ohne groß nachzudenken nach Bauchgefühl. Genausowenig wird in Fragen von Meinungsforschungsinstituten geistig investiert. Die Mehrheitsmeinung ist daher viel dümmer und irrationaler als die Meinung des durchschnittlichen Bürgers, der über dieselbe Frage etwas detaillierter nachdenkt und sich Argumente beider Seiten anhört.

Je irrationaler jedoch eine Position ist, desto leichter kann sie in Hysterie ausarten, und desto schwerwiegender kann diese dann sein.

Je kleiner die herrschende Schicht, desto größer der Einfluss des einzelnen Mitglieds dieser Schicht, und desto geringer demzufolge dieser Effekt der rationalen Ignoranz. In der Anarchie steht das Problem erst recht nicht – dort entscheidet man nicht in Wahlen über andere, wobei einem egal sein kann, wie die Anderen damit zurechtkommen, sondern nur über sich selbst. Und man hat dann auch alle Folgen dieser Entscheidung zu tragen. Die Entscheidung ist also wichtig, und Ignoranz ist irrational, es lohnt sich, nachzudenken.

Ich sehe, mit anderen Worten, in der Mediendemokratie keine Chance für uns Boylover. Zu irrational, zu hysterieanfällig, zu wenig interessiert an der Wahrheit, an wissenschaftlichen Argumenten, überhaupt an Argumenten. Unsere einzige Hoffnung wäre, dass die Hysterie, aus irgendwelchen unbekannten Gründen, einfach so von selbst aufhört. Tut mir leid, das ist mir zuwenig.

Die einzige Chance für einen gerechten Umgang mit uns ist eine staatsfreie, gerechte Gesellschaft. Eine, in der nicht irgendwelche Gesetzgeber über alle bestimmen, sondern jeder über sich selbst. Und im Ideal auch die Kinder selbst entscheiden können, ob und mit wem sie Sex haben wollen. Aber auch wenn da die Eltern noch eine Menge mitsprechen wollen – die Eltern interessiert das Wohl ihrer Kinder, und sie achten vor allem darauf, wie ihre Kinder sich fühlen, ob sie mit uns glücklich sind oder nicht. Und daher brauchen wir davor keine Angst zu haben.

Und selbst wenn einige Eltern Probleme damit haben, ihren Kindern Sex mit uns zu gestatten – es wäre ein Thema, an dem sie ein echtes eigenes Interesse haben, weil es ihr Kind betrifft, und daher würden sie sich genauer informieren. Und dabei auch unsere Meinung hören. Und die ihrer Kinder. Und allein schon deswegen wäre das Ergebnis was anderes als der hysterische Nonsens, den die Medien heute verbreiten.

Mehr Zeit für Kinder

Plakat Ein Plakat wirbt an vielen Stellen in Berlin (und vermutlich nicht nur dort) für „mehr Zeit für Kinder“. Darauf abgebildet zwei Knaben, sportlich, im besten Alter für Boylover und echte Schönheitsideale. Besonders der Linke hat es mir angetan, aber den Rechten würde ich auch nicht von der Bettkante schubsen. Beide ein bisschen schmutzig vom Sport – aber welchen Boylover stört so etwas schon? Im Gegenteil, wilde Rabauken sind für viele Boylover das Ideal, je wilder desto besser.

Auch der Untertitel der Werbung spricht Boylover an: „Zusammen fit macht alle mit“. Der Erwachsene soll hier also nicht die klassische Rolle des Erziehers oder Beschützers spielen – die Jungs sind keine armen hilfsbedürftigen heulenden Würstchen, sondern selbstbewusste, fröhlich lachende Rabauken, die nichts dagegen haben, wenn wir mit ihnen zusammen spielen wollen, aber auch allein zurechtkommen und keine Lust auf Schulmeister haben.

Werden hier etwa gezielt Boylover angesprochen? Ich glaube nicht. Gut, man kann vermuten, dass der Fotograf auch ein bisschen Boylover ist. Er weiß zumindest ganz gut was Boylover attraktiv finden. Aber das muss nichts bedeuten, Schwule können schließlich auch Werbung machen, die Heten anspricht und andersrum. Und außerdem geht es mir gar nicht darum. Schließlich kann man in jedem Fall sicher sein, dass all die, die mit dieser Werbung auch nur im Entferntesten zu tun haben, einen solchen Verdacht aufs Schärfste zurückweisen würden.

Nein, ich denke, der Grund für diese Werbung ist ein anderer: Die Gesellschaft beginnt langsam, eine Lücke zu erkennen, eine Fehlstelle in der heutigen Gesellschaft. Jungs brauchen einfach den Kontakt zu Männern. Und dieser Kontakt fehlt heute. Es gibt immer mehr Kinder, die ohne Vater aufwachsen. Ob nun wegen Scheidung oder bereits unehelicher Geburt – die alleinerziehende Mutter wird immer mehr toleriert und akzeptiert, und das ist auch gut so. Nur die Jungs haben halt keinen Mann als Kontaktperson in der Familie. Und in der staatlichen Erziehung gibt es auch immer weniger Männer. Priester spielen eine immer geringere Rolle (was ich als Atheist auch ganz gut finde), stehen außerdem inzwischen schon unter pauschalem Pädophilieverdacht. Männliche Erzieher werden, vermute ich mal, auch immer seltener, vor allem bei kleineren Kindern. Ein männlicher Erzieher im Kindergarten ist wohl sowas wie ein weißer Rabe, und in der Grundschule haben sie auch schon bald Seltenheitswert.

Was auch noch selbstverstärkend ist. Denn je seltener ein männlicher Erzieher ist, desto plausibler wird die Vermutung, dass er nur aufgrund perverser Interessen diesen Beruf gewählt hat. Und je plausibler dieser Verdacht, desto weniger Männer trauen sich in diesen Beruf.

Wobei dies vor allem für nicht-pädophile Erzieher gilt. Warum sollte sich ein Normalo einem solchen Verdacht aussetzen? Ein Boylover ist da schon eher bereit, einen solchen Verdacht in Kauf zu nehmen, er hat ja als Entschädigung eine Menge Kontakt zu Jungs. Und damit wird der Verdacht auch noch mal selbstverstärkend – je stärker er ist, desto mehr männliche Erzieher sind in der Tat Boylover.

Erst recht gilt all dies für die informellen Kontakte, die auf der Straße, im Alltag, bei Sport und Spiel zwischen Männern und Jungs entstehen. Auch hier wird mit steigender Hysterie der Pauschalverdacht immer stärker, und auch hier wirkt der Verdacht als eine selbsterfüllende, selbstverstärkende Prophezeiung, die zuallererst Nichtpädos von solchen Kontakten abhält.

Eins sei hier den Pädohassern versprochen: Ihr werdet die Jungs nicht von den Männern trennen können. Es gibt eine interessante Arbeit, in der untersucht wurde, welche Geschlechts- und Alterskombinationen in den verschiedensten Kulturen miteinander rumhängen („sich auf öffentlichen Plätzen zusammen zeigten“ im wissenschaftlichen Jargon). Sowas ist von Kultur zu Kultur verschieden, aber es gab zwei Effekte, die kulturunabhängig waren: Einmal dass Frauen mit kleinen Kindern beiderlei Geschlechts rumhingen, und dann das Männer mit älteren Jungs rumhingen. Es gab Kulturen, wo sie dabei allein waren, andere wo sie dabei mit Frauen zusammen waren, aber zusammen waren sie immer (oder fast immer, weiß nicht mehr genau).

Also, das Bedürfnis ist einfach viel zu tief drin, das sitzt in den Genen. Notfalls heiratet der Boylover halt ne alleinstehende Mutter mit einem netten Sohn, wenn es keine andere unverdächtige Kontaktmöglichkeit mehr gibt. Und was immer an Kontaktmöglichkeit überhaupt vorhanden ist, wird ausgenutzt.

Und es sitzt nicht nur in den Genen der Boylover, sondern auch in denen der Jungs. Auch die suchen freundschaftlichen Kontakt zu Männern. Sie brauchen ihn. Irgendwo habe ich sogar mal eine statistische Arbeit dazu gesehen. Die hatte ergeben, dass die Frage, ob es einen Mann gab, der mit ihm emotional verbunden war (egal ob nun der Vater oder nicht) einen starken Einfluß auf den Erfolg im späteren Leben war.

Also, völlig verhindern können die Kinderschützer nicht, dass Boylover mit Jungs rumhängen. Aber was die Hysterie durchaus bewirken kann, ist, dass solche Kontakte seltener werden. Dass es mehr Jungs gibt, die ohne Kontakt zu Männern aufwachsen, und Boylover, die sich nicht mehr trauen, mit Jungs Kontakt aufzunehmen. Und die beide drunter leiden.

Die Folgen bei den Jungs sind heute schon nicht mehr zu übersehen. Sie sind inzwischen schon als die Verlierer in der Schule erkannt worden. Das hat sich sogar schon bis zu Politikern rumgesprochen, die hier eine neue Spielwiese für staatliche Förderung (und natürlich staatliche Kontrolle) entdecken. Und immer mehr Leute kriegen auch mit, woran das liegt, und dass es nicht gut für sie ist, wenn Jungs ohne männliche Bezugspersonen aufwachsen.

Und mit der geilen Werbung möchte man wohl gar nicht Boylover ansprechen. Sondern man merkt einfach langsam, dass man Männer braucht, die bereit sind, mit diesen Bengeln rumzuhängen, gemeinsam mit ihnen Spaß zu haben, und sie dabei durch ihr Vorbild zu erziehen. Dass sie sonst verwildern, vereinsamen, oder von der peer-group „erzogen“ werden.

Pech für die Werbung ist nur, dass sie einfach mal in erster Linie Boylover anspricht. Und in erster Linie Boylover ihr folgen werden. Wir haben ja jetzt eine neue Verteidigung dafür, dass wir mit Jungs rumhängen: Wird ja überall für geworben, geradezu dazu aufgefordert. Also was wollt ihr eigentlich?

Schlimm ist das allerdings nur für Kinderschutzfanatiker. Denen egal ist, ob die Jungs vergammeln, Hauptsache sie haben keinen Sex mit Männern. (Die Straßenjungs lieber verhungern oder erfrieren sehen als auf dem Strich. Ich erinnere mich an eine Kinderschützersendung, Rumänien nach der Wende, wo sie ein paar Straßenkids bestochen haben, damit sie einen französischen Boylover ans Messer liefern. Und danach war dann alles gut, sie schliefen ja nicht mehr im warmen Bett beim Perversen, sondern in der moralisch sauberen Kälte auf der Straße. Und waren natürlich dankbar für diese Rettung – hat sicher nicht viel gekostet, sie zu überreden, sowas zu sagen, wenn überhaupt korrekt übersetzt wurde.)

Der Rest der Menschheit sollte besser seinen Verstand einschalten und rausfinden, was er will: Jungs von Männern ohne Rücksicht auf Verluste zu trennen, oder sich damit abzufinden, dass es in Freundschaften zwischen ihnen nicht immer völlig asexuell zugeht.

Hat man sich für die erste Alternative entschieden, wird irgendwelche staatliche Jungenförderung nicht helfen. Nimmt man die zweite, ist sie gar nicht nötig.

Die anarchistische Lösung dieses Problems ist völlig ausreichend. Freie Jungs entscheiden selbst, mit wem sie rumhängen wollen, mit wem sie spielen wollen, und wie weit sie bei Strippokerspielen gehen wollen. Anarchisten, denen das nicht gefällt, können gerne versuchen, erzieherisch auf die Jungs einzuwirken, sie davon abzuhalten. Aber Gewalt gegen gewaltfreie Boylover, wegen einvernehmlichem safer Sex mit Jungs, das dürfte mit anarchistischen Prinzipien nichts mehr zu tun haben.

Und wo die Boylover keine Angst vor nackter Gewalt haben müssen, wo niemand sie hindern kann, ihre Meinung zu sagen, und wo es ihm reicht, die Leute in seiner Umgebung zu überzeugen, dass seine konkrete Beziehung ok ist, statt ein ganzes Land argumentativ davon zu überzeugen, dass die heutige Strafverfolgung ungerecht ist, und wo die Kinderschützer nicht mehr auf staatliche Gewalt bauen können, dürfte der Hysterie der Boden entzogen sein.

Aber ohne Hysterie wird es genug Männer geben, die auch ohne Werbung und staatliche Förderung gerne mit Jungs rumhängen. Und das nicht nur Boylover. Sondern auch all die Männer, die zwar durchaus gern mit Jungs rumhängen, aber ohne deswegen an ihnen auch sexuell interessiert zu sein. Männer, die sich heute von Jungs fernhalten, weil sie Angst vor dem Verdacht der Pädophilie haben, und ihr Interesse an Jungs nicht so groß ist, dass sie dies in Kauf nehmen.

Und Jungs, die asexuelle Freundschaften zu Männern suchen, sind dann in ihrer Suche nicht mehr auf Boylover beschränkt. Was ich für eine bessere Art von Schutz der Jungs vor sexueller Belästigung halte.