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Was das Jungsforum zu Azov Films schrieb

Im Fall Edathy hatten Leser des Jungsforums gegenüber den Lesern der Mainstreampresse einen bemerkenswerten Informationsvorteil, der es wert ist, einmal protokolliert zu werden.

Als der Leser der Mainstream-Medien am 11.02.2014 im Spiegel „erfuhr“, es ginge um Kinderpornographie, während die Information, dass es sich nur um FKK-Filme handelt, sich erst später verbreitete, erfuhr der Jufo-Leser letzteres bereits am selben 11.02.2014. Dies geschah ganz ohne pädophile Links in der Staatsanwaltschaft, sondern einfach weil im Jungsforum ja sowieso schon lange bekannt war, dass sich hinter dem „Kinderpornoring“, den die „Operation Spade“ enttarnt hatte, nur Kunden von Azov Films verbargen, die dort nur legale FKK-Filme gekauft hatten, einfach weil es dort gar nichts härteres zu kaufen gab. Es brauchte also niemand zu recherchieren, welche Filme er konkret bestellt hat – es konnte gar nichts anderes sein.

Dann geisterte die Hypothese durch die Gegend, Edathy wäre vorgewarnt worden. Das mag ja für Verschwörungstheoretiker interessant sein, glaubhaft ist es nicht. Die Medienkampagne im November 2013 zur „Operation Spade“ war ja nun nicht zu übersehen gewesen, für Kunden von Azov Films schon gar nicht. Da er erst kurz danach einen Anwalt eingeschaltet hat, dürfte es in der Tat diese Medienkampagne gewesen sein, durch die er von der Verfolgung der Azov-Kunden erfuhr. So sagte er es ja inzwischen auch selbst.

Wie schnell pädophile Kunden von Azov Films gewarnt waren

Auch für Edathy hätte sich jedoch das Lesen des Jungsforums gelohnt. Dann hätte er nämlich nicht erst im November 2013 davon erfahren, was Kunden von Azov Films droht. Die Polizeiaktion gegen Azov Films fand am 1. Mai 2011 statt. Schon am 6. Mai 2011 wurde weiß einer was mit Azov Films ist? gefragt. Und schon am 20. Juli 2011 wurde die Frage haben Azov-Kunden in Deutschland Hausdurchsuchungen zu erwarten? behandelt. Dabei wurde u.a. empfohlen

Wer also dort mal was bestellt hat, sollte spätestens jetzt dafür sorgen, dass jegliches verfängliches Material aus seiner Wohnung und Datenträgern verschwindet. Einfaches Löschen reicht dazu freilich nicht aus, man sollte sogenannte „Eraser“ oder „Wipe“ Programme benutzen … Zusätzlich lohnt es sich, mittels Truecrypt Festplatte und Betriebssystem komplett zu verschlüsseln, da so auch die diversen temporären und versteckten Dateien, die Windows so anlegt, mit weggeschlossen werden.
Anleitung: Komplettverschlüsselung mit Truecrypt

Die ersten Informationen darüber, dass auch Kunden von Azov tatsächlich von der Polizei verfolgt werden, gibt es am 1. Oktober 2012 unter Tipps für Azov Films Kunden.

In den USA sind in den letzten Tagen mindestens vier Kunden von Azov Films verhaftet worden. Ihnen wird vorgeworfen, von AF KiPo bezogen zu haben, wobei es um nichts Spezielles sondern um die normalen Azov Filme geht. Ihre Namen sowie weitere Kunden-Namen (alleine aus den USA mehrere hundert) mitsamt ihrer Bestellungen wurden bei der Durchsuchung der AF-Büros (USA & Kanada) im Mai letzten Jahres von der Polizei ermittelt. Das trifft sicherlich auch für Kunden außerhalb der USA zu. … Zu zwei Fällen habe ich über BoyChat folgende Dokumente gefunden, aus denen genau hervorgeht, was den Männern vorgeworfen wird:
http://msnbcmedia.msn.com/i/msnbc/sections/news/keller-affidavit.pdf
http://www.justice.gov/usao/ri/news/2012/sept2012/silvacomplaintT.pdf

Dass so etwas nicht nur in der verklemmten Bananenrepublik USA, sondern auch in Europa möglich ist, erfahren Jufo-Leser schon am 9. Dezember 2012 unter Spanische Azov-Films-Kunden verhaftet.

Weiter diskutiert werden Verhaftungen von Kunden am 31. Mai 2013 unter Azov-Verhaftungswelle vor allem in USA,

Die ganz große Medienaktion im Nov. 2013 blieb im Jufo natürlich auch nicht unbemerkt. Klingt doch nach azov Films, oder? Ja! schrieb der Produzent,

Natürlich ist das Azovfilms! Die haben die Kinder in den Filmen aus den 80′ern gleich „mitgerettet“, keine Ahnung wie sie selbst so auf diese Zahlen kommen. Die Anzahl der Jungs ist falsch, Umsatzzahlen sind falsch, der Inhalt beinhaltet kaum einen wahren Satz. In Rumänien waren es 11 Jungs, in der Ukraine vielleicht ein paar mehr. Die Propagandamaschine läuft auf Hochtouren, die Lüge dominiert die Berichterstattung. Warum jetzt? Weil Brian Anfang Dezember sein hearing vor Gericht hat ;) .

Am 21. Januar dann noch eine aktuelle Warnung, dass es auch in Deutschland Haussuchungen bei Azov-Kunden gibt.

Zur rechtlichen Situation

Der Leser der Massenmedien hält Azov Films wohl noch heute für einen hochkonspirativen Kinderpornovertrieb. Der Jufo-Leser ist da besser informiert. Azov Films verkaufte seine FKK-Filme ganz offen. Im Webarchiv findet sich noch die entsprechende rechtliche Information für die Kunden:

We have attorneys and consultants routinely monitoring our website content and films to ensure we comply with all applicable laws. Each film sold on this website is reviewed prior to listing. No film we sell violates Canadian or American law. YOU ARE RESPONSIBLE for checking import laws in your country. We are not lawyers and will not answer questions regarding your local laws. … This site contains NO visual depiction of „lascivious exhibition(s) of the genitals or pubic area,“ clothed or unclothed.

Womit zwar klargestellt ist, dass die Firma Azov Films selbst zwar nur auf kanadisches und US-Recht geachtet hat. Aber auch, dass diese Kriterien nicht weniger streng waren als das, was auch nach der letzten Strafverschärfung deutsches Recht ist, also dass es keinerlei sexuelles Posieren gab.

Ein Kunde hatte also guten Grund, anzunehmen, dass alles was dort verkauft wird, auch in Deutschland legal ist. Der gesunde Menschenverstand sagt auch jedem, dass dies nicht bloß Tarnvorgaben waren, und solche Firmen, weil sie ständig mit Polizeikontrollen rechnen müssen, eher übervorsichtig agieren dürften.

Jufo-Leser hatten darüber hinaus noch Berichte über Details, die diesen Eindruck bestätigten. Am 11. April 2010, also etwa ein Jahr vor der Polizeiaktion, schrieb einer der Produzenten dazu folgendes:

Azovfilms verschickt seit Jahren seine DVDs unter Angabe des Absenders und hatte auch bereits mehrere polizeiliche Ermittlungen. Alles wurde eingestellt, azov wurde nicht einmal rechtskraeftig wegen irgendwas verurteilt. Waere azovfilms eine illegale Seite welche Kinderpornografie vertreibt waere es die erste KiPo-Seite welche seit 5 Jahren unter Angabe der vollen Adresse seine Produkte vertreibt und uebrigens sogar jede verkaufte DVD beim kanadischen Finanzamt versteuert.

Peter P zum Beispiel vertreibt Filme bei azov seit ueber 2 Jahren. Es gibt keinen mir bekannten Fall wo es zu irgendeiner Verurteilung aufgrund seiner Filme kam, weder in DE noch in England. Es gab 2008 einen Fall in DE wo ein Laptop beschlagnahmt wurde und der aber wieder mit samt dem Film frei von Konsequenz zurueckgegeben wurde.

Im Nachhinein schrieb er folgendes:

Es gab ja, wie geschildert, keine Veranlassung irgend etwas heimlich zu tun. Das Geschäft bestand bis zu den ersten Verhaftungen 2010 bereits sieben Jahre, mehrere Hausdurchsuchungen führten zu keiner Anklage bis dahin. Das Verhalten der Behörden entsprach vollauf den Einschätzungen der Anwälte. Somit war es auch in der Sache keine Problematik, wenn die Kunden ihre Kreditkarten zur Verfügung stellten. Die Spielregeln haben sich während des Spiels geändert. Wenn morgen bei allen JuFo-Usern die Kripo vor der Türe steht, weil ihnen plötzlich übernacht einfällt, dass das Gedankengut pädophiler Natur bereits einen Verdacht begründet, dann wirst du dich übermorgen auch nicht als Buhmann hinstellen lassen, weil du die Voraussetzungen zur Verfügung gestellt und/oder moderiert hast.

Sowohl die Aktion der kanadischen Polizei gegen Azov Films selbst als auch die Aktionen überall auf der Welt gegen Kunden von Azov Films haben somit den Charakter staatlicher Verbrechen: Durchsuchungen von Menschen, die lediglich, zumindest nach ihrer Überzeugung, legal gehandelt haben, und dies sowohl was die Produktion der Filme, als auch deren Verkauf, als auch den Kauf betrifft. In Rechtsstaaten wäre so etwas nicht möglich.

Auch in Deutschland widerspricht es jeglicher Rechtsstaatlichkeit, wegen des Kaufs legaler Filme Hausdurchsuchungen durchzuführen. Im Urteil des BVerfG 2 BvR 3044/09 heißt es:

Erforderlich zur Rechtfertigung eines Eingriffs in das Grundrecht auf Unverletzlichkeit der Wohnung (Art. 13 Abs. 1 GG) ist der Verdacht, dass eine Straftat begangen wurde. Das Gewicht des Eingriffs verlangt dabei Verdachtsgründe, die über vage Anhaltspunkte und bloße Vermutungen hinausreichen. Ein Verstoß gegen diese Anforderungen liegt vor, wenn sich sachlich plausible Gründe für eine Durchsuchung nicht mehr finden lassen (vgl. BVerfGE 59, 95, 97; 117, 244, 262 f.). Eine Durchsuchung darf nicht der Ermittlung von Tatsachen dienen, die zur Begründung eines Verdachts erforderlich sind;

Ein legaler Kauf von FKK-Videos ist jedoch nicht mehr als ein vager Anhaltspunkt – es ist nicht mehr als die Vermutung, dass ein solcher Käufer pädophil sei, kombiniert mit der These, dass Pädophile oft auch illegale Pornographie besitzen.

Der Produzent der rumänischen Filme wurde zu drei Jahren verurteilt. Mainstream-Leser glauben, wegen Herstellung von Kinderpornographie. Sie irren sich, der Jufo-Leser weiß mehr. In http://www.jungsforum.net/messages/250056.htm schreibt er zum Urteil nämlich

Denn ich als Produzent mehrerer dieser Filmreihen war nicht von der Justiz mit dem Vorwurf konfrontiert, kinderpornograisches Material erstellt zu haben. Im Ermittlungsverfahren durchaus, das ist klar, aber nicht im Urteil. Die Presse schrieb natürlich nichts über das Urteil, nur über das Strafmaß.

sowie hier

die Anklage lautete am Ende „Herstellung von Bildaufnahmen in sexuellen Positionen“. Ein Strafparagraf welcher so nur noch in einigen Laendern Osteuropas existiert und Pornografie generell bekaempfen soll. Das Urteil fuer Peter P lautete Ende 2010 drei Jahre ohne Bewaehrung, die Mindeststrafe in diesem Strafparagrafen.

Wie geht es den Kindern?

Eine Frage, die von Berufsmissbrauchsopfern in Foren gern in diesem Zusammenhang gestellt wurde. Folgt man ihnen, sind auch die Kinder, die an FKK-Filmen teilnehmen, arme Opfer sexuellen Missbrauchs die davon schwer traumatisiert wurden. Die Leser des Jungsforums haben in diesem Fall das Glück, dass der Produzent der in Rumänien hergestellten Filme darüber ein paar Details schreibt. Hier ist vor allem Die wahre Geschichte von Peter P Productions zu empfehlen. Mir gefällt besonders die Geschichte wie es zu den ersten Nacktaufnahmen kam:

Diese Jungs machten also ein Wrestlingmatch in einem Plastikpool welcher mit etwas Wasser gefuellt war. Im Eifer des Gefechts und ohne Einmischung Dritter wurde die Rauferei auf eine spassige Weise so „wild“ dass Vlad’s Unterhose einriss und so an ihm herunterschlapperte dass seine Genitalien deutlich sichtbar wurden. Eine Tatsache die fuer Gelaechter und aufpeitschende Stimmung in der Gruppe sorgte. Peter signalisierte Vlad er solle doch ins Badezimmer und somit aus dem Filmwinkel der Aufnahme gehen. Doch er machte das Gegenteil, genoss die Aufmerksamkeit, fragte laut was die Aufregung ueberhaupt solle und zog unaufgefordert die ohnehin unbrauchbar gewordene Unterhose ganz aus, stand nackt da und fragte ohne jedes Anzeichen von Erroetung wer sich das ausser ihm sonst noch traue. Seine Antwort bekam er prompt, Alex war der Zweite und zehn Sekunden spaeter stand der Rest der Gruppe nackt da, lachte und groellte, die Filmkamera lief noch aber Peter hat die erste gefilmte Nacktszene unbrauchbar verwackelt.

Dass die Jungs auch von der Verbreitung im Netz wussten, geht hieraus hervor:

Natürlich wussten die Jungs bescheid warum und wofür wir das filmten. Jeden Freitag, nachdem wir bei mir angekommen sind aus ihrem Dorf, stürmten sie zum Computer, weil unter ihnen ein regelrechter Konkurrenzkampf bestand wer die besseren Kommentierungen bekam.

Was die Medien dazu schreiben

Einige Berichte, wie dieser Medienbericht im Toronto Star, malen natürlich ein ganz anderes, böses Bild. Hier kommen Jufo-Leser in den Genuss einer direkten Richtigstellung durch einen der Dargestellten:

Erstens hab ich gar keine Schwester (und hab sowas auch nie gesagt), zweitens war ich nach meiner Haftentlassung in dem Dorf und hab mit den allermeisten auch geredet, unaufgeregt und ganz normal, und meine Eier hab ich beide noch. Drittens hab ich heute erst noch Alex und seiner Mutter telefoniert um abzusprechen wo wir Weihnachten verbringen werden. Er klang nicht sonderlich traumatisiert und sie auch nicht. Ich habe bis auf eine Ausnahme Kontakt zu allen Jungs und bis auf Alex und Vlad war während der interviews keiner der Jungs zugegen. Da wurden fleissig Wörter in den Mund gelegt bzw Wörter im Mund verdreht.

Ein pikantes Detail dann hier:

Dass der Journalist Bestechungsgelder verteilte weiss ich definitiv, denn er traf sich mit meinem Anwalt und dieser sah, dass er eine ins Englische übersetzte Abschrift meiner Original-Anklageschrift dabei hatte. Von dort hatte er auch die Adressen der Jungs. An diese Anklageschrift kommen nur der Staatsanwalt oder Ich. Er KANN sie nur durch Bestechung eines Justizbeamten erhalten haben. Er zitiert auch nicht daraus in seinem Bericht, wohlwissend, dass er sie gar nicht haben dürfte.

Worüber die Medien natürlich nicht berichten, ist, wie die Polizei ermittelt:

Was den Jungen passierte erfuhr Peter erst einige Tage spaeter. Die Anhaltung des Fahrzeugs von Peter P war gegen 09.00 Uhr morgens, die Jungen wurden bis weit nach Mitternacht ohne Beisein der Eltern verhoert, von den Kriminalbeamten geschuettelt, gegeneinander ausgespielt und erpresst.

Der Leser muss wissen dass das Polizei- und Gerichtswesen in Osteuropa nicht dem Standart in Westeuropa entspricht. Aussagen muessen handschriftlich abgegeben werden, lt Gesetz natuerlich ohne aeussere Einflussnahme. Die Praxis sieht erwartungsgemaess anders aus. Polizisten diktieren unter Androhung einer Einweisung in ein Kinderheim und veraengstigte Kinder schreiben dann sechsseitige Aussagen die sie angeblich frei und ohne Einflussnahme eigenstaendig zu Papier gebracht haben sollen. Die Jungen wurden mit Aussagen der Polizisten konfrontiert, z. B. „der Lucian hat uns schon erzaehlt wie er (Peter P) euch allen den Schwanz gelutscht hat nach den Filmereien, du kannst es ruhig zugeben, und wenn nicht dann bekommst du eine Tracht Pruegel“.

Alle Jungen haben diese Vorgehhensweise bestaetigt, nicht nur vor Peter P nach dessen Haftentlassung, auch gegenueber dem Richter waehrend der Hauptverhandlung. Keiner der Jungen hat dem Druck und den boeswilligen Handlungen der Polizeibeamten nachgegeben, alle haben unabhaengig und getrennt von einander ausgesagt dass sie von Peter P zu keinem Zeitpunkt schlecht behandelt wurden.

Über Gründe, keinen Sex mit Kindern zu haben

In der heutigen Zeit gibt es eine Menge Gründe, keinen Sex mit Kindern zu haben.

Ein Grund könnte sein, dass man die These glaubt, dass Sex mit Erwachsenen selbst für die Kinder schädlich, oder zumindest gefährlich, sei. Klar – in diesem Fall kann man lediglich darüber streiten, ob das wirklich so ist, oder ob diese These genau solch ein Schwachsinn ist wie die vom Rückenmarkschwund oder so durch Onanieren. Wenn ich denke, dass etwas denen schadet, die ich liebe, tue ich das einfach nicht, Punkt.

Ein anderer Grund könnte sein, dass man die Wahrscheinlichkeit, erwischt zu werden, für zu groß und die Strafen für zu schlimm hält, dass man es aus reinem Selbstschutz heraus nicht tun will – es wäre einfach zu riskant für mich. Hier gibt es auch nichts weiter zu sagen – man könnte lediglich darüber streiten, wie riskant es wirklich ist. Als Grund, etwas nicht zu tun, ist die Abschreckung durch Strafe völlig ausreichend. Dies kann Menschen sogar von wirklich guten Taten, sogar von möglicherweise lebensrettenden Taten, abhalten. Es hält heute schon viele Menschen davon ab, mit fremden Kindern auch nur zu sprechen, ihnen gar zu helfen – denn dadurch könnte man in den Verdacht kommen, pädophil zu sein. Ob die Kinder wirklich Hilfe brauchen, ist in diesem Fall egal. Wenn sie halt krepieren, krepieren sie eben – wenn der eigene soziale Tod durch Pädophilieverdacht droht, wird das Schicksal eines fremden Kindes schnell zweitrangig.

Es gibt aber noch einen dritten Grund, keinen Sex mit Kindern zu haben. Der besteht in den Folgen für das Kind, wenn die Sache auffliegt. Auch dies ist ein legitimer Grund – etwas zu tun, was, wenn es auffliegt, den Geliebten und Partner schädigt, ist riskant, und wenn dieses Risiko zu groß ist, unterlässt man es natürlich, aus Verantwortung für den Geliebten.

Die Frage, um die es mir eigentlich geht, ist jedoch eine andere: Wie verhält sich jemand, der aus einem dieser Gründe beschließt, keinen Sex mit Kindern zu haben, gegenüber der Gesellschaft? Obwohl sich alle drei, im Prinzip, erst einmal gesetzeskonform verhalten, ist ihr Verhältnis zur Gesellschaft in allen drei Fällen völlig verschieden.

Wer annimmt, dass Sex mit Erwachsenen für Kinder auch dann schädlich ist, wenn die Kinder ihn selbst wollen, wird das Verbot von Sex mit Kindern billigen. Er hat kein Problem mit der Gesellschaft, im Gegenteil – er ist selbst bereit, mit denen zu kämpfen, die durch ihr Verhalten Kinder schädigen oder zumindest gefährden. Er ist Teil der Gesellschaft.

Anders der, der nur aus Angst vor Strafe abstinent bleibt. Er ist der Gesellschaft gegenüber feindlich gesinnt – sie hindert ihn daran, etwas zu tun, was er gerne täte. Würde nichts hinzukommen, würde sich die Gesellschaft auf das Verbot sexueller Handlungen beschränken, wäre jedoch keine besonders starke Emotion dahinter. Die Gesellschaft hätte ja immerhin einen, wenn auch sachlich falschen, Grund dafür – ihre These, dass dieser Sex schädlich oder gefährlich wäre. Er könnte darauf hoffen, dass sich irgendwann die Wissenschaft durchsetzt und diesen Quatsch auf den Abfallhaufen befördert, wo sie zusammen mit der Theorie von der flachen Erde und der vom Rückenmarkschwund durch Onanie hingehört. Es wäre kein Grund für Hass.

Ist es hingegen der dritte Grund – die Gefahr für die Kinder durch das, was die Gesellschaft ihnen bei der Aufdeckung antut, dann ist die natürliche Reaktion gegenüber der Gesellschaft Hass. Hass für das, was diese Gesellschaft denen antut, die man liebt.

Und die Entschuldigung, dass die Gesellschaft die Kinder angeblich vor Schaden bewahren will, spielt in diesem Fall keine Rolle mehr. Denn sie ist nicht mehr glaubhaft, nicht mal mehr als Irrtum. Oder wieso sollte jemand, der ganz bewusst erpresst wird, all seine Rechte als Angeklagter aufzugeben und alles zuzugeben, damit das Kind nicht zur Aussage gezwungen und auf diese Art geschädigt wird, reagieren? Er selbst verzichtet auf seine Rechte als Angeklagter, und damit seine Freiheit, damit dem Geliebten das Verhör vor Gericht erspart wird. Die Gesellschaft denkt nicht einmal daran, auf die Bestrafung zu verzichten, wenn das Kind nicht aussagen will – das Kind wird genötigt, vor Gericht auszusagen. Ob es dadurch geschädigt wird – weil es sich schuldig fühlt, dass sein Freund durch seinen Verrat im Knast landet, weil es lügt, weil es ihm zu peinlich ist, zuzugeben, dass es selbst den Sex wollte, weil seine intimsten sexuellen Wünsche hier vor völlig fremden Leuten ausgebreitet werden – es ist der Gesellschaft einfach egal.

Kann man solch einer Gesellschaft irgendwelche Achtung entgegenbringen? Auch nur die Achtung, die man einem Wahrheitssucher selbst dann entgegenbringt wenn er irrt – weil er wenigstens danach sucht? Nein. Diese Gesellschaft ist einfach nur ein verachtenswerter Haufen von Sadisten, Kinderschutz ist nur Vorwand, was in den Kindern vorgeht, ist dieser Gesellschaft egal. Oder etwa nicht? Was sollte ein Pädophiler, der auf einen wesentlichen Teil seines Glücks verzichtet, wegen dieser Untaten, die die Gesellschaft seinen Geliebten sonst antut, sonst denken?

Die drei Gruppen unterscheiden sich auch in ihrem Verhältnis zu Pädophilen die, im Gegensatz zu ihnen, Sex mit Kindern haben. Die erste Gruppe, die die Verurteilung der Gesellschaft teilt, macht bei der Verfolgung einfach mit. Wer nur aus Angst keinen Sex mit Kindern hat, wird mit solchen Pädophilen aber ohne Problem sogar eng befreundet sein – und sich vielleicht mit ihnen darüber austauschen, ob es nicht, in anderen Ländern beispielsweise, doch eine Möglichkeit geben könnte, mit nur geringem Risiko Sex zu haben. Die dritte Gruppe könnte moralische Vorbehalte gegenüber aktiven Pädophilen haben – schließlich setzen sie so Kinder einem Risiko aus. Die Verurteilung der Gesellschaft wäre aber deutlich stärker – schließlich geht der Pädophile nur ein Risiko ein, dass seine Freunde solchen Schikanen ausgesetzt werden, während die Gesellschaft sie solchen Schikanen direkt und gezielt aussetzt. Und der Pädophile, der das macht, wird ja, wenn es auffliegt, bestraft. Und das sehr viel härter, als er es dafür verdient hat, die Kids einem solchen Risiko ausgesetzt zu haben.

Die Pädophilen, die auf Sex mit Kindern verzichten, dürften daher eine sehr heterogene Gruppe sein. Es wäre dumm, sie zu einer einheitlichen Gruppe zusammenzufassen und da ein gemeinsames Label wie „Edelpädo“ draufzukleben. Dieses Label hat nur die erste Untergruppe verdient – die, die die Meinung der Gesellschaft übernehmen und sich an der Verfolgung der Pädophilen, die Sex mit Kindern haben, beteiligen.

Pädothemen sind ja nicht das Einzige, wo kräftig zensiert wird

Ganz aktuell wird der Held der westlichen Welt Chodorkowski auf allen Kanälen gefeiert. Die Feierartikel in der Zeit erreichten wohl den zweistelligen Bereich.

Da stört es natürlich, wenn nicht jeder mitfeiern will.

Was nun genau nicht nur zur Zensur

58. […]
Der Kommentarteil, auf den Sie Bezug nehmen, wurde entfernt. Bitte bemühen Sie sich, Kritik wenigstens ansatzweise zu begründen. Andernfalls handelt es sich lediglich um Unterstellungen und krude Theorien.

sondern zeitgleich zum sofortigen Rausschmiss führte, hab ich mir leider nicht abgespeichert. Im Wesentlichen hatte ich aber nur über ein paar nette Sachen über den „Kremlkritiker“ Chodorkowski selbst geschrieben. Sowas wie:

34. Sicher nicht zu Unrecht
„Es besteht durchaus die Möglichkeit, dass der Mann zu unrecht 10 Jahre im Straflager verbracht hat und einer willkürlichen Laune eines häufig schlecht gelaunten russischen Präsidenten zum Opfer fiel.“

Nein, die besteht nicht.

Hab gerade gelernt wie er die ersten Millionen verdient hat. Ein Komsomolfunktionär gründet (neue Zeiten) eine Firma, die sich neben Spekulation mit Jeans und Schnaps (geschenkt) mit einer speziell-sozialistischen Form der Geldwäsche beschäftigt: Betriebe geben an seine Firma Gelder, die laut Gesetz nur für spezielle Zwecke ausgegeben werden dürfen, (seine Firma passt halt zum Zweck) und zahlt dafür rund 50%, die auch für andere Zwecke ausgegeben werden dürfen, zurück. Der Rest landet in seiner Tasche.

Die Bank „verwaltete“ wohl auch Hilfsgelder für Tschernobyl. Als Ch. sich später mal über irgendeinen großen Diebstahl einer anderen Bank aufregte (wollte wohl selbst einen Anteil) soll es gereicht haben, dass der andere ihn an die Tschernobyl-Gelder erinnerte, um das Problem zu klären.

Irgendwann beschäftigt sich die Bank mit der Privatisierung des Staatsvermögens. Sie verwaltet die Auktionen, d.h. sie überprüft, ob all die, die daran teilnehmen wollen, das auch dürfen und alle Dokumente richtig ausfüllen. Komischerweise bleiben da nicht viele Bewerber übrig. Firmen, die von der Bank selbst gegründet wurden.

1998 kriegte Ch. dann ein ganz besonderes Geburtstagsgeschenk – ein Gegner wurde ermordet. Von seinen Leuten.

38. Blutige Geburtstagsgeschenke
„Da hängt immer auch Blut dran“

Ich übersetze mal aus http://dbelyaev.ru/khodor…

„Bald begannen auch Verzögerung bei den Lohnzahlungen von Jukos. Und, batz, teilt man ihnen bevorstehende Lohnkürzungen mit. In der Stadt begannen Tausende zu demonstrieren. … Bürgermeister Petuchow nannte Jukos eine verbrecherische Organisation … Insgesamt nahmen 25000 Leute, ein Viertel der gesamten Bevölkerung der Stadt, an den Demonstrationen teil.
Nach drei Tagen, auf dem Weg zur Arbeit, wurde der Bürgermeister ermordet.“

http://ru.wikipedia.org/w… schreibt dazu: Der Mord fand an Chodorkowskis Geburtstag statt, was von vielen Beobachtern als „Geburtstagsgeschenk“ klassifiziert wurde.

Dann wollte ich noch einen kleinen Kommentar zum netten Artikel zu einer von Chodorkowski gegründeten Geldwäschebank auf Antigua schreiben, aber da war ich schon rausgeschmissen.

Was war das bloß? Ach ja, da war so ein Kommentar, dass Chodorkowski die deutsche Presse gleichgeschaltet hätte. Da hatte ich mir erlaubt, zu widersprechen. Schließlich war die ja auch vorher schon gleichgeschaltet. Als Beispiel hatte ich da – nein, nicht was ihr denkt, das Pädothema – nein, nur die Darstellung der Al Qaida-Ableger als „Freiheitskämpfer“ im Syrienkrieg genannt.

Tja, so schnell fliegt man raus heutzutage. Ganz schön empfindlich geworden, die Jungs. Getroffene Hunde zensieren, sag ich mal.

Wie man schreckliche Kinderpornoringe sprengt

Es ist gerade in allen Medien – ein internationaler Kinderpornoring wäre zerschlagen worden, 348 Festnahmen in zahlreichen Ländern, 386 Kinder wären gerettet worden. Vier Millionen Dollar Umsatz hätte eine Firma mit Sitz in Toronto mit der Verbreitung von Kinderpornographie gemacht. Bei den Ermittlungen sei Datenmaterial im Umfang 45 Terabytes, darunter tausende Fotos und Videos mit „schrecklichen“ Missbrauchsszenen, sichergestellt worden.

Was ist wirklich passiert? Eine Frage, die man sich bei diesem Thema leider immer stellen muss, denn den Medien kann man hier generell nicht vertrauen. Glücklicherweise haben wir in diesem Fall unabhängige Quellen zur Verfügung. Und die zeigen ein deutlich anderes Bild.

Wie man aus einem Versand für FKK-Filme einen Kinderpornoring macht

Ja, es gab tatsächlich in Toronto eine Firma, die mit Videos von Jungs ein paar Millionen Dollar Gewinn gemacht hat. Nur, dies waren überhaupt keine Kinderpornos. Es waren lediglich FKK-Filme. Nackige Jungs bei allen möglichen Spielen, allerdings nicht beim Sex. Die Leute wollten natürlich verdienen, und nicht im Knast landen, also hatten sie auch ihre Rechtsberater, um sicherzustellen, dass das Zeug alles legal war. Und so konnten sie auch auf ihrer Webseite ihre Filme als legale FKK-Filme anbieten.

Gäbe es heutzutage noch so etwas wie einen Rechtsstaat, dann würde diese Firma wohl heute noch existieren und legale FKK-Filme verkaufen. Aber was soll die Nostalgie? Rechtsstaatlichkeit ist ein Überrest aus der Vergangenheit, heute ist Hexenjagd angesagt. Und Leute, die Filme mit nackten Jungs kaufen, sind natürlich pädophile Untermenschen, die man verfolgen muss. Also werden FKK-Filme mit Jungs zu Kinderpornos und eine Firma, die legale FKK-Filme verkauft (und dafür Steuern bezahlt) hat zum verbrecherischen Kinderpornoring.

Dies alles hätten unsere Journalisten durchaus herausbekommen können. Für die von The Globe and Mail war es jedenfalls kein Geheimnis, die schrieben dazu:

The company, Toronto-based Azov Films, sold mail-order DVDs and streamed online videos of naked boys from Germany, Romania and Ukraine, which it marketed as naturist movies and claimed were legal in Canada and the United States.

‪Azov was not exactly a covert operation: It was incorporated, held trademarks and fought for them in very public legal battles that stretched over years.

Insp. Beaven-Desjardins said police first heard about Azov in 2005 but did not pursue a case against the company. The force had a better case by the time it looked at Azov again in 2010 because the videos were more clearly against the law, she said.

Also, die Firma war nicht wirklich eine Untergrundfirma, sie war angemeldet, hatte einen Namen, nämlich „Azov Films“, hatte Warenzeichen, und führte jahrelang völlig offen legale Auseinandersetzungen mit Konkurrenten. Was sie verbreitete, ganz legal, waren Videos mit nackten Jungs aus Deutschland, Rumänien und der Ukraine.

Man frage sich: Wie ginge ein zivilisierter Rechtsstaat gegen eine Firma vor, die auf ihren Webseiten der Überzeugung der Firma nach legale Filme zum Verkauf anbietet, wenn die Polizei anderer Meinung ist? Ich denke, ein solcher Rechtsstaat würde sich bei der Firma melden und bescheid sagen, welche der Filme im Angebot ihrer Überzeugung nach nicht legal wären, und die Firma auffordern, diese möglicherweise illegalen Filme aus dem Angebot zu nehmen. Die Firma hätte dies zweifelsohne sofort gemacht – die sind ja schließlich keine Selbstmörder – und hätte dann versucht, vor Gericht zu klären, ob die von der Polizei beanstandeten Filme legal sind oder nicht. In jedem Fall wären die Kunden, die die beanstandeten Filme vorher gekauft hatten, unbehelligt geblieben – schließlich hatten sie in gutem Gewissen gehandelt, als sie die angeblich legalen Filme kauften. Aber, ok, das sind heutzutage lächerliche Phantasien von einem zivilisierten Rechtsstaat. Lang lang ist es her, da hatten wir mal sowas ähnliches.

Heutzutage geht das anders. Da ermittelt man mit einer undercover-Operation alles was man über die Kunden der Firma herausbekommen kann, dann verhaftet man den Betreiber und macht bei allen ermittelten Kunden wenigstens eine Hausdurchsuchung. Irgendwas wird sich schon bei dem einen oder anderen finden.

Und tatsächlich: Einer der 348 Verhafteten, ein pensionierter Lehrer, hatte doch tatsächlich eine solide Sammlung von Kinderpornographie. The Globe and Mail beschreibt dies jedenfalls so:

In one case, police searched the home of a retired teacher and seized 350,000 images of sex abuse and 9,000 videos.

Also: Der internationale Kinderpornoring bestand aus einem internationalen Versand von FKK-Filmen und seinen Kunden, von denen einer zu Hause eine riesige Kinderpornosammlung hatte.

Was die deutschen Medien draus machen

Was wird nun aus diesem einen Kunden in den Medien? Während die BBC den pensionierten Pornosammler noch herausbekommen hat, schafft dies die englische gelbe Presse (hier Daily Mail) schon nicht mehr:

The videos included naked boys from Germany, Romania and Ukraine, which it marketed as naturist movies and claimed were legal in Canada and the United States.

The head of the Toronto police sex crimes unit told the Toronto Star that the X-rated images displayed ‚horrific acts of sexual abuse — some of the worst (officers) have seen.‘

Police said they began their investigation in 2010 and worked with Interpol in more than 50 countries including Australia, Spain, Mexico, Norway and Greece.

More than 350,000 images and over 9,000 videos – about 45 terabytes – of child sexual abuse were found during the probe, and arrests are continuing, Beaven-Desjardins said.

Der einsame pensionierte Sammler ist verschwunden. Gleich hinter der Beschreibung, worum es wirklich ging, nämlich nackte Jungs in FKK-Filmen, folgt eine Beschreibung die sich auf den Inhalt der Pornosammlung bezogen haben dürfte. Die Größe der Pornosammlung wird erwähnt – aber irgendwie so, als wäre das alles irgendwie recht gleichmäßig auf alle Verhafteten verteilt gewesen. Wenn es wirklich ein Tauschring gewesen wäre, könnte man das ja auch annehmen, dass das alles gleichmäßig verteilt worden wäre. So schneidet man Informationen zusammen.

Nunja, könnte man sagen, was kann man schon von der englischen Boulevard-Presse erwarten außer Schrott? Dem will ich nicht unbedingt widersprechen. Nur, was hat denn nun die deutsche Qualitätspresse dazu recherchiert?

Der pensionierte Lehrer mit der Kinderpornosammlung ist auch bei ihr ins Nirvana verschwunden. Allerdings wurde daraus in der deutschen Presse ein anderer Sammler – nämlich den Betreiber der Firma Azov Films.

Die FAZ schreibt:

Die Ermittler stellten auf Rechnern der Firma des Hauptverdächtigen Datenmaterial im Umfang 45 Terabytes sicher, darunter tausende Fotos und Videos mit „schrecklichen“ Missbrauchsszenen, deren Opfer mitunter nicht älter als fünf Jahre gewesen seien, sagte Beaven-Desjardins.

Die taz schreibt hingegen etwas ganz anderes:

Die Ermittler stellten auf Rechnern der Firma des Hauptverdächtigen Datenmaterial im Umfang 45 Terabytes sicher, darunter tausende Fotos und Videos mit „schrecklichen“ Missbrauchsszenen, deren Opfer mitunter nicht älter als fünf Jahre gewesen seien, sagte Beaven-Desjardins.

Beim Spiegel liest es sich so:

Bei dem 42-Jährigen fanden die Polizisten den Angaben zufolge 45 Terabyte Daten mit Hunderttausenden Fotos und Filmen. Darauf seien „grausame sexuelle Handlungen an Kindern zu sehen“, sagte eine Polizeisprecherin.

also eine Verwechselung des Zufallsfundes bei einem der Kunden mit dem Betreiber selbst.

Im Tagesspiegel spiegelt sich der Spiegel:

Bei dem 42-Jährigen fanden die Polizisten den Angaben zufolge 45 Terabyte Daten mit Hunderttausenden Fotos und Filmen.

Und die Zeit fand gar völlig schockierende neue Fakten:

Bei dem 42-Jährigen fanden die Polizisten den Angaben zufolge 45 Terabyte Daten mit Hunderttausenden Fotos und Filmen.

Mit anderen Worten, irgendein Journalist, wohl der, der als erster was auch deutsch dazu geschrieben hat, hat das mit dem pensionierten Lehrer nicht mitgekriegt und den Betreiber von Azov Films für den Pornosammler gehalten, und der Rest der deutschen Presse hat einfach mal voneinander abgeschrieben.

So viel zum deutschem Qualitätsjournalismus sowie zur deutschen Medienvielfalt.

Wie recherchiert man?

Was haben die deutschen Medien noch alles nicht mitgekriegt? Keine der vier zitierten Zeitungen hat herausbekommen, dass die Firma einen Namen hatte, nämlich Azov Films, und FKK-Videos mit Jungs als (meinetwegen gerne auch nur angeblich) legal angeboten hat, dass der „Kinderpornoring“ nur aus den Kunden der Firma bestand, die nur (meinetwegen angeblich) legale FKK-Videos gekauft hatten.

Unter den Opfern, so melden die Rechercheure von Tages- und einfach nur Spiegel, sollen auch deutsche Kinder sein. Und der Haupttäter hatte auch Kontakte nach Deutschland. Hm, wäre das nicht etwas gewesen, wo es wichtig gewesen wäre, etwas genauer zu recherchieren?

Da was rauszukriegen, ist natürlich ohne Insiderinformation wirklich ganz ganz schwer. Gibt man in google „Azov Films Jungs“ (das „Jungs“ als Trick für Journalisten ohne Fremdsprachenkenntnisse, damit sie gleich auf deutschen Seiten landen) ein, landet man zwar sofort beim ersten Hit auf der deutschen Seite der Boywiki zu Azov Films. Aber das ist ja nun wirklich von deutschen Journalisten zuviel verlangt. Woher sollten sie auch wissen, dass es sich um „Azov Films“ handelt? Sowas schafft vielleicht der Telegraph, oder auch die BBC oder der Independent, vermutlich aber nur weil deren Rechercheure keine Übersetzer aus dem Englischen brauchen.

Wie auch immer, die so schwer zu findende Boywiki-Seite zu Azov Films verlinkt direkt auf ein paar Insider-Berichte im Jungforum, geschrieben direkt von einem der Produzenten. Und auch ganz ohne persönlichen Kontakt, ja sogar ohne sich im Forum anzumelden, kann man dort auch einiges über die elf Jungs erfahren, mit denen er zu tun hatte, einschließlich wie es ihnen heute geht.

Die Darsteller sind auf der Boywiki-Seite alle mit Namen aufgezählt, deutsche Namen finden sich darunter nicht. Lediglich einer der drei Produzenten war Deutscher. So viel dazu. Recherche im Internet ist für deutsche Journalisten wohl Neuland.

Wie rettet man Kinder?

Ein weiteres Rätsel ergibt sich, wenn man sich die Liste der Akteure anschaut: Wo kommen all die 386 geretteten Kinder her? Die Seite gibt nicht viel mehr als 50 Darsteller her. Woher stammt also der Rest? The Globe and Mail schreibt dazu:

In addition, police said, as Azov clients were identified around the world, police found other children who were within reach to those customers and were either physically abused or recorded in illicit videos.

At least 386 minors were removed from harm’s way, said Inspector Joanna Beaven-Desjardins, commander of the Toronto police sex crimes unit.

Also alles klar: Man hat eine Liste von Kunden, also Männer die einen FKK-Film mit Jungs gekauft haben. Das ist natürlich schlimm genug, um jeden Kontakt zwischen solchen Leuten und realen Kindern zu unterbrechen. Oder zumindest mal sehr genau nachzusehen, ob man nicht einen Grund findet, ihnen die Kinder zu entziehen. Genannt als Gründe zum Kindesentzug werden „körperlich misshandelt“ oder „in illegalen Videos aufgenommen“. Ob dies ein paar Ohrfeigen, ein Babybild in der Badewanne, oder schlimmeres war, und was noch alles als Vorwand zur Kindesrettung verwendet wurde, müssen wir erraten.

Allerdings ist daraus eine neue Polizeistrategie erkennbar: Jedes Kind, welches man, unter welchem Vorwand auch immer, einem Verdächtigen in einer Kinderpornosache entzieht, wird zu einem „durch die Zerschlagung des Kinderpornorings geretteten Kind“.

Korrektur 17. Feb. 2014

Ich muss meine Vorwürfe gegen die deutsche Presse ein bisschen reduzieren. Hier hatte ich ja nur verschiedene Medienberichte verglichen, die Pressekonferenz selbst ist allerdings auch online. Dort wird doch explizit behauptet, es seien beim Betreiber selbst härtere Kinderpornos gefunden worden, was auch die deutsche Presse berichtet hatte.

Dass davon allerdings etwas von Azov Films verkauft worden wäre, wurde nicht behauptet. Auf konkrete Nachfrage (ab 18.10) wird lediglich unterstellt, es ginge um Filme die illegal nach kanadischem Recht wären (also was man halt auch FKK-Filmen mit genügend bösem Willen unterstellen kann), nicht dass es um Darstellung sexueller Handlungen ginge.

Und wieder mal ZEIT-Zensur

Der User „Agorist“ hat offenbar übertrieben und wurde rausgeschmissen. Der böse Text, der zu seinem Rausschmiss führte, war der folgende:

73. Es bleibt Doppelmoral
schließlich leben andere sexuelle Orientierungen hier in Europa unter ähnlichen Umständen.

Pädophile können für ihre sexuelle Orientierung ja auch nichts. Für sie ist es jedoch hier gefährlich, sich auch nur als pädophil zu outen. Reicht hier genauso um zusammengeschlagen zu werden, auch wenn man ganz legal lebt.

Und die Zoophilen stehen ja auch schon wieder ganz oben auf der Wunschliste nach weiterer sexueller Unterdrückung.

Jetzt steht dort nur noch

73. […]
Bitte verzichten Sie auf provozierende und polemische Vergleiche. Danke, die Redaktion/fk.