Eine anarchistische Veranstaltung

Ein Gastbeitrag von Reporter01

In einer kleinen Stadt trafen sich rund 50 Anarchokapitalisten aus ganz Deutschland. Hochkarätige Referenten präsentierten neue Erkentnisse rund um die herrschaftsfreie Gesellschaft. Mehrere Pausen und Diskussionsphasen ermöglichten nicht nur Streitgespräche, sondern auch Projektplanungen und Entstehen von zahlreichen Bekanntschaften. Das ancapHappening ist die erste Veranstaltung dieser Art.

Vier Vortragende referierten über anarchistische Themen. Zu Beginn fand ein Vortrag über Gewalterfahrungen in der Kindheit statt. Der Vortrag wurde kurz durch eine Reisegruppe gestört, wo eine Mutter ihre Kinder angeschrien hat. Man musste nicht pädophil zu sein, um den Schmerz der Kinder mitfühlen zu können. Der Vortragende erleuterte gerade, wie Menschen durch Traumata in ihrer Kindheit auch noch im Erwachsenenleben innerlich zusammenzucken: „Du musst jetzt…“, „Warum hast du nicht…“.

In der Kindheit spaltet sich die Persönlichkeit des Kindes bei Gewalterfahrungen in mindestens drei Teile: Das Opfer, der Täter, und der rationale Teil. Das ergibt sich daraus, dass Kindern bei einer Gewalterfahrung nicht viele reaktive Handlungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen. Wenn der „Gewaltvulkan-Mama“ ausbricht, ist eine Angriffstaktik als Reaktion auf die Gewalt nicht zielführend, da das Kind körperlich unterlegen ist. Und für Flucht ist es bereits zu spät. Außerdem ist das Kind auf die Mutter angewiesen. Aus den genannten Gründen wird das Kind disassoziieren und betrachtet einerseits die Mutter als fürsorglich und zum anderem Teil als böse. Im normalen Alltag ist die Mutter als Vulkanausbruch nicht präsent. In einem dritten, halb-bewussten Teil betrachtet das Kind sich als Täter. Darin empfindet es Schuld, weil es vor der Gewalterfahrung nicht gemäß den Erwartungen der Mutter handelte. Als Beispiel nannte der Vortragende das Zerstören von rohen Eiern.

Die Abspaltung der Persönlichkeiten führe dazu, dass Menschen auch noch im Erwachsenenalter unter Problemen leiden. Insbesondere befinden sie sich noch in einem Trauma, wo nach einer starken schützenden Person verlangt wird. Darum hat es der Staat bei solchen Menschen einfach. Er kann als starker und sozialer Helfer auftreten. Bestrafungen werden wie früher verdrängt.

Reaktionsmessungen bei der Erkennung von Begriffen mit Gewalt-Bezug zeigen: Persönlichkeiten sind tatsächlich von einander abgeschottet. Gewalt-Begriffe werden zeitlich verzögert wahrgenommen. Möglicherweise erzeugt die Psyche bei Bedarf zunächst eine Art Filter, bevor die Begriffe schließlich bewusst verarbeitet werden dürfen.

Den zweiten Vortrag eines anderen Referenten erleuterte die historische Entwicklung von Begriffen wie Demokratie und Anarchie. Nach den alten Begrifflichkeiten leben wir heute in einer Anarchie wegen des ganzen politischen Chaos.

Den dritten Vortrag behandelte bisherigen Versuche der anarchokapitalistischen Szene, Eigentum zu begründen. Ein Autor geht dabei einen neuen Weg und zeigt, dass Recht bereits Ausdruck menschlichen Handelns ist. In seinem Buch führt er das Konzept des „Performativen Widerspruchs“ ein. Diesen gilt es in einer Privatrechtsgesellschaft zu erkennen und zu verhindern. Eine Sezession könnte gar einen Performativen Widerspruch auf staatlicher Seite provozieren, sollte er das Völkerrecht verletzen.

Den zweiten Tag startete ein Vortrag mit interessanten Thesen über das Wesen der Intelligenz, sowie über den (Un)Sinn von Intelligenztests. Kritiker bemängelten, dass der IQ durchaus zu den wichtigsten Determinanten des späteren beruflichen Erfolgs zählt. Dem spricht entgegen, dass dies auch an der immer größer werdenden Staatsnähe von privaten Unternehmen liegen könne. In einem freien Markt sei ein Studium nicht unabdingbar, wie das heute der Fall sei.

Der letzte Vortrag wurde über systemtheoretischen Betrachtungen zur Energiewende gehalten. Es ging nicht um die Nennung der vielen gravierenden Fehler des staatlichen Handelns in diesem Fall, sondern um grundsätzliche Probleme im Riskomanagement.

Alle fünf Vorträge wurden aufgezeichnet und werden später online verteilt.

Anarchie ist ein Gesellschaftssystem, welches ein herrschaftsfreies Zusammenleben von Menschen zum Ziel hat. Der Staat wird dabei als gefährliche Organisation begriffen, die Interaktionen zwischen Menschen verbietet, beschneidet oder bremst. Der Anarchokapitalismus als Ausprägung der Anarchie betont dabei das Recht auf Eigentum, was Menschen zu einer arbeitsteilenden Wirtschaft und zu Kapitalakkumulation durch Konsumverzicht befähigt. Ein bekannter Vertreter des Anarchokapitalismus oder auch der Privatrechtsgesellschaft ist Hans Hermann-Hoppe.

Pädophile in der Privatrechtsgesellschaft

Völlig offen in einer Privatrechtsgesellschaft ist noch die Rolle der Pädophilen. Bei anarchistischen Veranstaltungen hat dieses Thema noch keine große Bedeutung.

Zur Anarchie ist zu sagen, dass Pädophile selbstverständlich diskriminiert werden dürfen. Das ist Freiheit, auch wenn das vielen staatsnah denkenden Pädophilen missfällt. Als Boylover, der sich zu jugendlichen Jungs hingezogen fühlt, würde ich mich aber natürlich über einen möglichst offenen Umgang freuen. Eine Umgebung, wo Boylover und Boyfriend zu ihrer Freundschaft stehen können und auch der sexuelle Aspekt nicht verleugnet werden muss. In diesem Blog und zahlreichen Publikationen wurde bereits nicht nur zur Genüge auf die Unschädlichkeit von positiv erlebten pädosexuellen Kontakten hingewiesen, sondern sogar auf deren Nutzen für das Kind.

Interessant ist nun, wie man im anarchistischen Umfeld mit Pädophilen umgehen möchte. Freilich können Pädophile eine eigene Sezession vollziehen. Doch was nützt einem Boylover das Recht in Ruhe gelassen zu werden? Was nützt es Pädophilen unter ihresgleichen zu verweilen? Es nützt nur eingeschränkt! Ich denke, auch nicht pädophile Anarchisten könnten von der Akzeptanz von Pädophilen profitieren. Und das in vielerlei Hinsicht. Eine Angst vor einem unkontrollierten Dammbruch ist unbegründet. Grenzen, Tabus und Sorgen würden schon aus reinem Eigeninteresse berücksichtigt werden.

Pädophile Anarchisten oder Pro Pädophile Anarchisten sind noch eine echte Randerscheinung. Warum eigentlich? Das würde doch gut zusammen passen! Warum noch so viele Pädophile an politischen Ideen festhalten oder sogar selber in den Politzirkus gehen, ist mir unbegreiflich. Ich wünsche mir mehr Anarcho-Pädos!


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