Zensurorgie bei Zeit.de

Zur neuesten Kommentarzensurorgie bei der ZEIT bemerkte jemand:

367. Entfernt.
Noch nie habe ich einen Kommentarbereich gesehen, wo soviele Posting entfernt wurden. Ich wüsste gerne, welchen Tenor diese Postings hatten.

Das wird er wohl nicht mehr erfahren. Denn die pro-pädophilen Teilnehmer wurden einfach alle rausgeschmissen. Warum wird auch offen gesagt:

Gekürzt. Bitte beachten Sie, dass wir die Behauptung, es gäbe einvernehmliche sexuelle Handlungen zwischen Kindern und Erwachsenen, nicht diskutieren möchten. Danke, die Redaktion/sam

Eine besonders schändliche Kommentarlöschung der letzten Zeit war die folgende:

431. […]
Entfernt. Bitte verzichten Sie auf verharmlosende, undifferenzierte Beiträge und kommentieren Sie konstruktiv zum konkreten Artikelinhalt. Danke, die Redaktion/sw

Da stand im Original folgender Text:

431. Zeugnisverweigerungsrecht erforderlich
„Und bei den Kindern sollte man darauf achten, Ihnen von Anfang an Selbstbewußtsein zu vermitteln, ihnen zu sagen, daß NUR SIE SELBST darüber bestimmen, wer sie wann berühren darf“

Pech ist nur, dass SIE SELBST es eben nicht bestimmen dürfen.

Wenn SIE SELBST bestimmen, dass ein erwachsener Freund sie an intimen Stellen berühren darf, werden sie, falls davon was bekannt wird, GENÖTIGT, völlig fremden Polizisten darüber in allen Details zu erzählen. Und dann sind es keinesfalls SIE SELBST, die darüber bestimmen dürfen, was sie den Polizisten erzählen und was nicht.

Ein Skandal, eine grobe Verletzung des Rechtes auf sexuelle Selbstbestimmung. Auch in DE brauchen wir dringend ein Zeugnisverweigerungsrecht bei Fragen über das Intimleben, wie es die Schweiz hat: http://www.admin.ch/opc/d…

Die Zeit-Zensoren wollen offenbar, dass Kinder weiter gegen ihren Willen genötigt werden, vor Polizei und Gerichten (also völlig fremden Leuten) ihr Intimleben auszubreiten – und dass das nicht mal diskutiert werden darf.


3 Antworten auf „Zensurorgie bei Zeit.de“


  1. 1 Rainer van Dhazy 20. Februar 2014 um 16:43 Uhr

    Fakt ist dass man kein Spiel gewinnen kann dessen Spielregeln von „der anderen Seite“ nicht nur aufgestellt worden sind – sondern auch nach Belieben ausgelegt und variiert werden können.
    Letzteres zu versuchen zeugt von einer geradezu jugendlichen Unbefangenheit und Blauäugigkeit.
    An dieser Stelle werfe ich einfach mal die Frage in den Raum warum wohl so viele Anarchisten letztendlich zum Mittel der Gewalt griffen gleichwohl ihnen durchaus klar gewesen sein muß daß Gewalt und Anarchie per se unvereinbar sind.
    Die Ursache ist wohl die Erkenntnis daß es sich bei der Vorstellung des erfolgreichen gewaltfreien Widerstands nur um eine „Urban Legend“ handelt – verbreitet und gepflegt von Jenen welche für den Fortbestand ihrer Macht auf gewaltfreien Widerstand bauen.
    Man mag sich fragen wie der erfolgreiche gewaltfeie Widerstand von Ghandi wohl geendet wäre wenn das Britische Kaiserreich zum fraglichen Zeitpunkt (nach dem II. Weltkrieg) ihrer eigenen Bevölkerung hätte überfällige und notwendige politische sowie wirtschaftliche Reformen sowie einen weiteren Krieg hätte zumuten können. Nicht die Gewaltlosigkeit siegte – sondern der Umstand daß der Gegner gerade schwer angeschlagen auf einem Bein taumelte.
    Auch das Ende der Apartheid in Südafrika ist wohl weniger dem beharrlichen friedlichen Widerstand zuzuschreiben als vielmehr der Tatsache daß Südafrika nach einer langen Niedrigpreisphase am Goldmarkt und politischer/wirtschaftlicher Isolation einfach nicht mehr die Mittel hatte eine überaus teure repressive Politik forzusetzen.
    Und als Deutscher mag man natürlich an 1989 denken. Auch da war der Erfolg einer friedlichen Revolution alleine der Tatsache geschuldet dass die UdSSR mitsamt ihren Satellitenstaaten wirtschaftlich am abloluten Ende angekommen war.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Theodore_Kaczynski

  2. 2 Ovid 21. Februar 2014 um 0:52 Uhr

    Besonders witzig ist ja, dass man meine letzte Antwort an well gelöscht hat und seinen Beitrag, auf die sich meine Antwort bezog, bekam eine Redaktionsempfehlung, obwohl ja behauptet wurde, man wolle das Thema gar nicht diskutieren?!
    Dann müsste man konsequenterweise ja eigentlich beide Beiträge löschen. Hat man aber nicht.

    Tja, zensieren muss man wohl nur dann, wenn man Angst hat, jemand könnte Recht haben.

  3. 3 Martin Joos 09. April 2016 um 10:16 Uhr

    Später Kommentar zu einem älteren Beitrag, aber sicher immer noch aktuell – sowohl der Beitrag wie der Kommentar!:

    Durch diesen Beitrag habe ich mich wieder einmal näher mit unserem (schweizerischen!) StGB befasst und festgestellt, dass genau dieses „Zeugnisverweigerungsrecht bei Fragen über das Intimleben“ verweigert wird, wenn es z.B. um pädosexuelle Beschuldigungen geht, denn unter Nachtrag 4 steht dort:
    4 Das Zeugnisverweigerungsrecht entfällt, wenn:
    a.3
    sich das Strafverfahren auf eine Straftat nach den Artikeln 111-113, 122, 124, 140, 184, 185, 187, 189, 190 oder 191 StGB4 bezieht; und
    b.
    sich die Tat gegen eine Person richtete, zu der die Zeugin oder der Zeuge nach den Absätzen 1-3 in Beziehung steht.“

    Also ein sehr verwässerter Paragraph, dieser Art. 169..!
    Ich bin nicht Jurist und kann keine Beispiele bringen, die sich auf diese Diskrepanz beziehen. Vielleicht kennst Du Dich besser aus, aber ich finde jedenfalls, dass hier das sogenannte „Recht“ sogar im Gesetzbuch zur Lächerlichkeit verdreht wird, wenn es nicht zum Heulen wäre…

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