Pädothemen sind ja nicht das Einzige, wo kräftig zensiert wird

Ganz aktuell wird der Held der westlichen Welt Chodorkowski auf allen Kanälen gefeiert. Die Feierartikel in der Zeit erreichten wohl den zweistelligen Bereich.

Da stört es natürlich, wenn nicht jeder mitfeiern will.

Was nun genau nicht nur zur Zensur

58. […]
Der Kommentarteil, auf den Sie Bezug nehmen, wurde entfernt. Bitte bemühen Sie sich, Kritik wenigstens ansatzweise zu begründen. Andernfalls handelt es sich lediglich um Unterstellungen und krude Theorien.

sondern zeitgleich zum sofortigen Rausschmiss führte, hab ich mir leider nicht abgespeichert. Im Wesentlichen hatte ich aber nur über ein paar nette Sachen über den „Kremlkritiker“ Chodorkowski selbst geschrieben. Sowas wie:

34. Sicher nicht zu Unrecht
„Es besteht durchaus die Möglichkeit, dass der Mann zu unrecht 10 Jahre im Straflager verbracht hat und einer willkürlichen Laune eines häufig schlecht gelaunten russischen Präsidenten zum Opfer fiel.“

Nein, die besteht nicht.

Hab gerade gelernt wie er die ersten Millionen verdient hat. Ein Komsomolfunktionär gründet (neue Zeiten) eine Firma, die sich neben Spekulation mit Jeans und Schnaps (geschenkt) mit einer speziell-sozialistischen Form der Geldwäsche beschäftigt: Betriebe geben an seine Firma Gelder, die laut Gesetz nur für spezielle Zwecke ausgegeben werden dürfen, (seine Firma passt halt zum Zweck) und zahlt dafür rund 50%, die auch für andere Zwecke ausgegeben werden dürfen, zurück. Der Rest landet in seiner Tasche.

Die Bank „verwaltete“ wohl auch Hilfsgelder für Tschernobyl. Als Ch. sich später mal über irgendeinen großen Diebstahl einer anderen Bank aufregte (wollte wohl selbst einen Anteil) soll es gereicht haben, dass der andere ihn an die Tschernobyl-Gelder erinnerte, um das Problem zu klären.

Irgendwann beschäftigt sich die Bank mit der Privatisierung des Staatsvermögens. Sie verwaltet die Auktionen, d.h. sie überprüft, ob all die, die daran teilnehmen wollen, das auch dürfen und alle Dokumente richtig ausfüllen. Komischerweise bleiben da nicht viele Bewerber übrig. Firmen, die von der Bank selbst gegründet wurden.

1998 kriegte Ch. dann ein ganz besonderes Geburtstagsgeschenk – ein Gegner wurde ermordet. Von seinen Leuten.

38. Blutige Geburtstagsgeschenke
„Da hängt immer auch Blut dran“

Ich übersetze mal aus http://dbelyaev.ru/khodor…

„Bald begannen auch Verzögerung bei den Lohnzahlungen von Jukos. Und, batz, teilt man ihnen bevorstehende Lohnkürzungen mit. In der Stadt begannen Tausende zu demonstrieren. … Bürgermeister Petuchow nannte Jukos eine verbrecherische Organisation … Insgesamt nahmen 25000 Leute, ein Viertel der gesamten Bevölkerung der Stadt, an den Demonstrationen teil.
Nach drei Tagen, auf dem Weg zur Arbeit, wurde der Bürgermeister ermordet.“

http://ru.wikipedia.org/w… schreibt dazu: Der Mord fand an Chodorkowskis Geburtstag statt, was von vielen Beobachtern als „Geburtstagsgeschenk“ klassifiziert wurde.

Dann wollte ich noch einen kleinen Kommentar zum netten Artikel zu einer von Chodorkowski gegründeten Geldwäschebank auf Antigua schreiben, aber da war ich schon rausgeschmissen.

Was war das bloß? Ach ja, da war so ein Kommentar, dass Chodorkowski die deutsche Presse gleichgeschaltet hätte. Da hatte ich mir erlaubt, zu widersprechen. Schließlich war die ja auch vorher schon gleichgeschaltet. Als Beispiel hatte ich da – nein, nicht was ihr denkt, das Pädothema – nein, nur die Darstellung der Al Qaida-Ableger als „Freiheitskämpfer“ im Syrienkrieg genannt.

Tja, so schnell fliegt man raus heutzutage. Ganz schön empfindlich geworden, die Jungs. Getroffene Hunde zensieren, sag ich mal.


1 Antwort auf „Pädothemen sind ja nicht das Einzige, wo kräftig zensiert wird“


  1. 1 Snoopy 13. Februar 2014 um 16:07 Uhr

    Macht bedeutet primär die Fähigkeit zu besitzen Menschen zu suggerieren was Andere angeblich denken oder wissen.
    In Perfektion beherrschte diese Macht Religionen mit „allwissenden Gottheiten“. Da kann der Einzelne nicht einmal mehr in Gedanken frei sündigen…
    Seit dem die Menschen nicht mehr so unbedingt an Götter glauben ist diese Wirkung freilich relativiert. Die Gedanken sind frei geworden.
    Mit Blick auf die NSA mag man sich freilich fragen ob da nicht ein würdiger Ersatz für den allwissenden Gott geschaffen (oder dessen Existen behauptet?) wurde.

    Aber noch wichtiger ist freilich das Gefühl „was Andere denken“. Die Vorstellung dessen was angeblich „Alle“ denken beeinflußt unser Verhalten. Entweder wir passen uns an – oder wir halten ganz fest die Klappe.
    Wirkliche Freiheit entsteht erst dann wenn wir tatsächlich frei eruieren und erfahren können was Andere denken. Die „sozialen Netzwerke“ haben da ja viel verändert. Womit wir aber auch schon wieder bei der voranstehend skizzierten Aufgabe der NSA wären. ;)

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