Archiv für Mai 2013

Ekliger Sex mit Erwachsenen?

Eine behauptete „Einvernehmlichkeit“ zwischen dem Kind und dem Pädosexuellen gründet entweder auf der sozial prekären Lage des Kindes oder auf den Einfühlungs- und Verführungskünsten des Erwachsenen. Ohne derartige ebenso besondere wie verfängliche Umstände ist kein Kind bereit, mit einem Erwachsenen solche ekligen Dinge zu tun.

schreibt Volkmar Sigusch (für Torlose hier).

Sex mit Erwachsenen ist also etwas Ekliges? Hört hört! Äh, ja, als Pädophiler kann ich das nachvollziehen. Nein, wirklich eklig ist es für mich nicht, nur halt eben bloß zweite Wahl, eben mit erotisch unattraktiven Partnern. Aber ich kann nachvollziehen, dass andere Pädophile da extremer reagieren und dass Sex mit Erwachsenen für sie einfach nur eklig ist.

Ist der Herr Sigusch vielleicht selbst ein Pädophiler, der seine eigenen Gefühle, was Sex mit Erwachsenen betrifft, auf die Kinder übertragen hat, und sich so ungewollt verplappert hat? Nein, so etwas Gemeines wollen wir Herrn Sigusch nicht einmal ansatzweise unterstellen. Herr Sigusch ist natürlich kein pädophiler Untermensch!

Viel plausibler erscheint, dass dies nur ein Treuebekenntnis zur Gleichheitsideologie in der Sexualität ist, nach der der ideale Partner eines guten Menschen ein in möglichst allen Beziehungen gleicher Mensch ist. Ja, das wäre doch ideal – jeder würde sich nur noch in Gleiche verlieben, so gäbe es Sex nur noch zwischen Gleichen, und aller Sex zwischen Ungleichen wäre nicht mehr nur sexuelle Gewalt und Machtmissbrauch, sondern gleichzeitig noch sexuelle Abweichung durch eine perverse Minderheit.

Die Verwechselung von ideologischem Wunsch mit der Wirklichkeit sexueller Wünsche wird ja mit fortschreitender Totalisierung der Gesellschaft sowieso immer unwesentlicher. Es ist schließlich völlig egal, wenn die Ideologie völlig abstrus ist, wenn sich keiner mehr traut, darauf hinzuweisen, dass der Kaiser nackt ist.

Klar geht das Gleichheitsideal der Liebe schon bei der Bevorzugung des gleichen Geschlechts völlig in die Hosen. Na und? Die auf Gleichaltrige stehenden Schwulen und Lesben sind zwar Minderheit, aber eben die Vorbilder und Elite der Gleichheitsgesellschaft. Für den Rest hilft Gender-Mainstreaming. Danach unterscheidet sich die Frau nur noch in unwesentlichen Details um die Geschlechtsorgane herum vom Mann, und die kriegt man ja bei der sich ausbreitenden neuen Prüderie eh nicht mehr zu sehen. Ist also eine entschuldbare Schwäche.

Bei der Alterspräferenz hingegen darf sich die Moral gerne ganz ohne Hemmungen durch die Realität der Sexwünsche austoben. Dass ältere Männer sexuell keineswegs gleichaltrige Omis vorziehen, dürfen sie kaum noch laut sagen, und dass junge Mädchen als ihre ersten Partner keineswegs die gleichaltrigen Jungs aus ihrer Klasse, sondern Ältere, kann man genauso ignorieren wie man sexuelle Wünsche von Kindern und Jugendlichen schon immer ignoriert.

Was ist dran am ekligen Sex?

Was auch immer Sigusch bewogen haben mag, sich so zu äußern – auch von ideologischen Hetzern verbreitete ideologische Thesen verdienen es, auf ihren Wahrheitsgehalt untersucht zu werden. Also, ist da was dran, und wenn ja, wieviel, dass Kinder sich vor Sex mit Erwachsenen ekeln würden?

Erstmal, Ekel ist in jedem Fall nichts wirklich Natürliches, Angeborenes. Ekel ist anerzogen. Was am Ekel natürlich ist, ist nur die Fähigkeit von Kindern, wie auch Erwachsenen, Ekel von andern recht schnell zu lernen, zu übernehmen.

Dass Ekel gelernt werden muss, und dies auch bei den ekligsten Dingen, ist eine Erfahrung, die wohl jeder macht, der Kinder aufzieht. Für das Baby ist der eigene Kot nichts als eine interessante Masse, mit der man spielen kann wie mit jeder anderen Masse, die man zufällig findet, auch. Aber auch später noch gibt es genug Kinder, bei denen sich die Anerziehung des Ekels etwas schwerer erweist als beim Durchschnitt, und die beispielsweise auch gerne mal Würmer oder Käfer essen.

Üblicherweise lernen Kinder allerdings schnell, wovor man sich zu ekeln hat. Und was ist das? Natürlich das, wovor die Erwachsenen sich ekeln. Das dient ihrem Überleben – wenn sie von ihren Eltern lernen, sich vor gefährlichen Spinnen und Würmern oder vor vergammelten Speisen zu ekeln, schützt dies ihre Gesundheit. Wenn die sich vor eigentlich harmlosen Dingen ekeln, nützt dies zwar nichts, ist aber auch nicht so besonders schädlich. Besser man ekelt sich auch vor 3000 harmlosen Spinnen als sich vor einer giftigen Spinne nicht zu ekeln.

Aber, wenn das so ist, dass die Kids ihren Ekel von Erwachsenen lernen, was ist dann mit dem Ekel vor dem Sex mit Erwachsenen? Nun, den lernen sie, wenn sie ihn denn haben, auch von den Erwachsenen. Vergessen wir nicht, die Zeiten der sexuellen Befreiung sind lange vorbei, heute ist Prüderie angesagt, nackte Erwachsene sind wieder eklig, und andere Menschen an ekligen Körperteilen zu berühren ist natürlich eklig. Insofern, ja, es gibt den Ekel vor Sex mit Erwachsenen bei Kindern – ein Ekel, den sie von den Erwachsenen lernen, die selbst Ekel vor Sex mit Erwachsenen zeigen.

Vergessen wir auch nicht, dass auch die tolerantesten FKK-Fans gezwungen sind, ihren Kindern gewisse Normen des Verhaltens beizubringen – wie dass man beim gemeinsamen Frühstück nicht onaniert. Wie macht man das? Mit einem „Iiiih“. Man zeigt ihm also, dass man selbst es eklig findet, wenn der Sohnemann während des Frühstücks an seinem Pimmel rumspielt. Klar lernt der das schnell. Er wird es ganz schnell auch eklig finden, wenn jemand anders beim Frühstück an seinem Pimmel rumspielt. Warum genau gerade das eklig ist, ist natürlich eine ganz andere Frage. Die einen werden von ihren Eltern lernen, dass Nackigsein überhaupt eklig ist, die anderen vielleicht nur dass man sich zwischen Onanieren und Frühstücken die Hände waschen sollte, weil das was beim Pullern vorne rauskommt als Getränk nicht besonders gesund sei.

Was auch immer die Kindlein auf diese Art lernen, eines dürfte wenig wahrscheinlich sein: Dass sie lernen, dass erwachsene Geschlechtsteile eklig sind, die von Kindern aber nicht. Klar, wenig wahrscheinlich heißt nicht unmöglich: Modernen Missbrauchskreischen ist natürlich zuzutrauen, dass sie sich vor jeder Form erwachsener männlicher Sexualität ekeln, alle anderen Formen sexueller Spielereien aber für gut und harmlos halten, und diese Variante des Ekels auch den mit ihnen zusammenlebenden Kindern weitergeben.

Typisch dürfte dies jedoch nicht sein. Es dürfte viele Kinder geben, bei denen der Ekel so stark ist, dass er sie auch von sexuellen Spielen mit anderen Kindern abhält. Und diese dürften Sex mit Erwachsenen wohl genauso eklig finden wie Sex mit anderen Kindern.

Und es gibt immer schon andere Kinder, die, obwohl sie natürlich wissen, dass sie damit gesellschaftliche Grenzen überschreiten, Sexspiele mit anderen Kindern spielen. Falls diese Kinder vielleicht auch den Sex ein bisschen eklig finden sollten, so haben sie offensichtlich genug andere Gründe, diese Ekel zu überwinden – denn dass sie es tun, und dies ohne dazu gezwungen zu werden, ist nun einmal unbestreitbarer Fakt. Und nun soll irgendwoher eine Art natürlicher Ekel speziell vor Sex mit Erwachsenen herkommen, der diese Kinder davon abhalten soll, dieselben Spielchen auch mit Erwachsenen ihres Vertrauens zu spielen?

Wo dieser Ekel herkommen sollte, müsste man mir mal genauer erläutern.