Die Selbstimmunisierung der Missbrauchsideologie

Wenn Beziehungen zwischen Boylovern und Jungs so positiv sind, wie ich sie schildere, warum gibt es so viele Berichte von Opfern, aber so wenige, die Sex mit Erwachsenen in ihrer Kindheit positiv schildern? Dieses Argument kommt in Diskussionen öfter mal.

Wo sind die positiven Berichte der Kinder?

Finden tut man sie durchaus, beispielsweise in der in in dieser Arbeit zitierten Literatur, aber selten sind sie durchaus. Aber dafür gibt es verschiedene objektive Gründe. Einmal würde man dadurch seine pädophilen Freunde gefährden. Selbst wenn wegen Verjährung kein Knast mehr drohen würde, das soziale Leben des bloßgestellten Freundes wäre ruiniert.

Hinzu kommen sogar direkte Verfolgungen wegen Veröffentlichungen solcher Berichte durch die Justiz, bei denen diese als Kinderpornographie verunglimpft werden. Selbst wenn im Falle des Stefan-Textes diese Verfolgung in der fünften Instanz mit einem Freispruch endete, blieben die Veröffentlicher doch auf den Anwaltskosten sitzen.

Und in den etablierteren Medien wäre ein positiver Bericht sowieso nicht zu veröffentlichen.

Oder doch? Es findet sich eine Ausnahme – ein Artikel von Joseph Haslinger in der Welt. Aber diese Ausnahme ist im wahrsten Sinne des Wortes eine, die die Regel bestätigt. Denn wirklich positiv werden die sexuellen Handlungen keineswegs bewertet:

Ich verstehe, dass die Gesellschaft Pädophilen keinen Freibrief ausstellen kann. …
Die Kinder sind zu schützen, keine Frage. …
Ich wurde von diesen Erwachsenen sicherlich ausgenutzt …
Das Hauptbestreben der derzeitigen Thematisierung von Pädophilie und Pädosexualität muss es sein, heutige Fälle aufzudecken und künftige zu verhindern.

Auch ist der Autor, Josef Haslinger, kein Nobody, sondern ein etablierter Schriftsteller. Und trotzdem, selbst dieser eher neutrale als positive Bericht wurde mit einer Vorrede bedacht, in der sich die Redaktion vom Text selbst recht eindeutig distanziert:

Dieser Text ist eine Grenzüberschreitung. Er hat auch in der Redaktion Diskussionen ausgelöst. Weil er provoziert und Gefühle verletzen könnte. Wir drucken ihn als Dokument. Der Schriftsteller Josef Haslinger erzählt von seiner Jugend mit pädophilen Priestern …

Da fragt man sich, welche Grenzen überschritten, wessen Gefühle verletzt werden könnten durch einen autobiographischen Bericht eines Opfers von sexuellem Missbrauch durch pädophile Priester. Etwa die dieser Priester? Kaum, denn so schlecht kommen die nicht weg: „Die Pädophilen waren in dieser Sphäre von klösterlicher Gewalt eine Oase der Zärtlichkeit“. Nun, welche Grenzen wurden wohl mit solchen Sätzen überschritten?

Die Frage, ob ein wirklich positiver Bericht veröffentlicht worden wäre, erübrigt sich wohl.

Aber dieser Bericht erlaubt es, noch etwas weit Interessanteres aufzuzeigen, nämlich die Art und Weise, wie auf solche, nun, sagen wir, nicht-negativen Berichte reagiert wird. Die Welt brachte zwei ausführliche Antworten darauf. Gerhard Amendt titelte „Die abnormen Argumente der Pädophilie-Versteher“, und Liane Dirks „Die Macht der Missbrauchten ist eine Ohnmachtsfantasie“.

Haslinger hat immerhin noch in einem Leserbrief auf Amendt antworten können, und in der Stuttgarter Zeitung konnte er noch deutlicher werden: „Ich muss nicht das ewige Opfer sein. Und schon gar nicht will man diesen Status von einem ferndiagnostischen Kurpfuscher zugesprochen bekommen.“

Dass dies eine angemessene Antwort ist, werden wir weiter unten sehen. Aber muss man dazu überhaupt noch mehr schreiben? Ich denke schon, dass es sich lohnt, denn die Argumentationsweise der beiden Kritiker Haslingers ist selbst höchst interessant und wert, genauer analysiert zu werden.

Wie reagiert man auf positive Berichte?

Auch wenn Haslingers Bericht eher neutral als positiv ist – vom Standpunkt des Dogma aus gesehen ist er tatsächlich ein Tabubruch. Denn die pädophilen Priester, mit denen er als Klosterschüler einige sexuelle Erlebnisse hatte, wurden nicht als perverse Monster dargestellt. Es finden sich Sätze wie „Die Pädophilen waren in dieser Sphäre von klösterlicher Gewalt eine Oase der Zärtlichkeit“.

Wie reagiert man nun auf so etwas? Nun, eigentlich gibt ja die Forderung aus der Missbrauchsszene, man solle den Kindern glauben. Nur ist davon seltsamerweise nichts zu merken, wenn die Berichte der Kinder nicht zum Dogma passen. Im Gegenteil:

Missbrauch ist deshalb so dramatisch, weil missbrauchte Kinder mit dem Täter mitfühlen, Josef Haslinger führt dieses psychologische Phänomen in seinem Artikel aufs Beste vor. (Dirks)

Wer die Pädophilen in der Sphäre von klösterlicher Gewalt als eine Oase der Zärtlichkeit benennt, wie Josef Haslinger das tut, der enthüllt nicht nur das ganze Elend des damaligen Kindes, sondern ebenso das des gegenwärtigen Erwachsenen. Er scheint zeitlebens unfähig, sich gegen seine Missbraucher aufzulehnen. … Es fällt ihm schwer, trotz der heutigen Stärke als Erwachsener seine Erfahrungen angemessen zu bedenken. (Amendt)

Mit anderen Worten, Haslinger ist lediglich ein geschädigtes Psychowrack, dessen eigene Meinung, wie die eines Geisteskranken, völlig irrelevant ist und ignoriert werden kann.

Haslinger ist nun, allerdings, weder Patient von Dirks noch von Amendt. Er hat keinen von beiden um psychologische Hilfe gebeten. Es gibt auch nicht den geringsten Grund zur Annahme, dass sie auch nur irgendwelche Informationen über Haslinger selbst zur Verfügung haben, die über seinen Text hinausgehen. Ihre Argumentationsbasis ist dieselbe wie unsere – ein öffentlich zugänglicher Zeitungsartikel von Haslinger, auf den sie antworten.

Natürlich wäre es im Prinzip möglich, dass der Artikel selbst genügend Anlass gibt, an der geistigen Gesundheit von Haslinger zu zweifeln. Nun, ich nehme das Urteil vorweg – er tut es nicht. Im Gegenteil. Es ist eine gut durchdachte Position. Eine Position, der ich zwar selbst in mehreren Punkten nicht zustimme. Was mich allerdings nicht davon abhält, sie als Position in allen Punkten ernst zu nehmen.

Es sind eher die Antwortartikel, die (allerdings nur rhetorisch) gewisse Zweifel an der geistigen Gesundheit ihrer Autoren aufkommen lassen. Immerhin, wie wir sehen werden, stellen sie Thesen über Haslinger auf, die nicht nur Haslinger selbst, sondern jeder aufmerksame Leser des Artikels, auf den sie antworten, als offensichtlich im Widerspruch zu Haslingers eigenem Text erkennen kann. Und da sie nicht einmal behaupten, dies wären Schlussfolgerungen aus anderen Informationsquellen über Haslingers Kindheit oder seine heutige geistige Gesundheit, kann auch jeder Leser diese Widersprüche als Verfälschungen und Verleumdungen identifizieren und entsprechend bewerten.

Normalerweise wird man so etwas entweder als extreme Dummheit klassifizieren, oder als Notlösung eines Angeklagten, der sachlich nichts zu entgegnen hat, aber sich halt irgendwie rechtfertigen muss. Aber weder Professoren noch Schriftstellerinnen sind typischerweise dumm, und beide haben völlig freiwillig und unbedrängt auf den Artikel geantwortet. Und somit drängt sich, als eine weitere Erklärungsmöglichkeit, Zweifel an der geistigen Gesundheit der Autoren förmlich auf.

Bei jedem anderen Thema wäre es wohl auch die plausibelste Erklärung. Bei diesem Thema jedoch scheinen andere Erklärungen erforderlich. Genauer, andere Befürchtungen. Denn im Vergleich zu ihnen wäre es geradezu eine Erleichterung, sollte sich herausstellen, dass lediglich ein emeritierter Professor, eine Schriftstellerin, und ein Redakteur gleichzeitig den Verstand verloren haben, und sich dies nur rein zufällig darin zeigt, dass sie auf denselben Artikel blödsinnige Antworten schreiben und der Redakteur beide durchgehen lässt.

Aber sehen wir uns erstmal die Widersprüche selbst an:

Im Sog der falschen Erinnerung

So die Überschrift einer Version von Amendts Artikel. Sie sagt schon mal viel. Insbesondere ist sie eine explizite Ablehnung der Kinderschützer-These, man solle dem Kind glauben. Die gilt offenbar nur, wenn das, was das ehemalige Kind erzählt, politisch korrekt ist.

Ironischerweise kommt die Phrase „falsche Erinnerungen“ ja aus einer ganz anderen Ecke – einer Gegenbewegung gegen die Missbrauchshysterie, entstanden als Reaktion auf eine Welle ritueller satanistischer Missbrauchsfälle, die die Kindergärten (nicht nur) der USA heimsuchte, deren durch keinerlei Sachbeweise getrübte Anschuldingen so pervers und unglaubwürdig waren, dass jeder, der noch etwas gesunden Menschenverstand übrig hatte, schnell zu dem Schluss kam, dass hier fanatische Psychotherapeuten hilflosen Kindergartenkindern diese perversen „falschen Erinnerungen“ eingeredet hatten.

Im Fall Haslinger ist die Erinnerung des „Opfers“ politisch nicht korrekt. Und somit ist Haslingers Erinnerung falsch. Das ist das Wichtigste, was Amendt uns mitteilen will – schließlich ist es die Überschrift.

Wer jetzt allerdings erwartet, dass Amendt uns Fakten präsentiert, die zeigen, dass Haslingers Bericht über seine Kindheitserlebnisse sachlich falsch sein muss (wie es die Opponenten der satanistischen Missbrauchshysterie getan haben), wird enttäuscht. Amendt behauptet nicht einmal, auch nur ein Bit mehr Information über Haslinger zu besitzen als jeder andere Leser von Haslingers Artikel. Und es geht auch gar nicht um irgendwelche Fakten. Haslingers Erinnerung ist falsch, nicht weil irgendetwas sachlich falsch ist, sondern weil er die falschen Gefühle hat:

[Josef Haslinger] scheint zeitlebens unfähig, sich gegen seine Missbraucher aufzulehnen. …

Es fällt ihm schwer, trotz der heutigen Stärke als Erwachsener seine Erfahrungen angemessen zu bedenken. Solche Angemessenheit ließ Gefühle des Zorns, der Rache, der grenzenlosen Enttäuschung erwarten, die selbst vor Vernichtungsfantasien angesichts von Erniedrigung und lebenslanger Glückseinschränkung nicht zurückschrecken.

Diese Gefühle scheinen ihm aber nicht möglich zu sein. (Amendt)

Wer allerdings nach dieser Charakterisierung Haslingers Text liest, wird sich verwundert die Augen reiben: Er findet nämlich eine ausführliche Beschreibung von Haslingers Auflehnung gegen die priesterlichen Peiniger seiner Kindheit vor. Er liest, dass Haslinger, der mit 12 noch selbst Priester werden wollte, mit der Kirche gebrochen hat, und 15 Jahre später, um der Kirche das heimzuzahlen, was ihm als Kind angetan wurde, eine drastische Kurzgeschichte mit einer oralen Vergewaltigung durch einen Priester veröffentlicht hat. Dies zu einer Zeit, als Missbrauch durch Priester noch keineswegs solch ein Modethema war wie heute. Er war also gewissermaßen sogar ein Vorkämpfer (was wohl ein Grund gewesen sein dürfte, dass er überhaupt publiziert wurde). Wenn das keine Auflehnung ist, was dann?

Und was motiviert Amendt, diese Auflehnung, und den Bericht Haslingers darüber, nicht nur einfach zu verschweigen, sondern obige, elementar durch den Text selbst widerlegte These aufzustellen, Haslinger wäre zeitlebens zu solcher Auflehnung unfähig?

Die einfachste und plausibelste Antwort ist: Es ist das Missbrauchsdogma. Dieses Dogma schreibt vor, welche Gefühle ein Kind zu haben hat, wenn es um Sex mit Erwachsenen geht. Und wenn ein Kind andere Gefühle hat, dann ist dies keine Tatsache, die das Dogma widerlegen könnte, sondern Ausdruck eines schweren, durch den Missbrauch erzeugten, psychischen Schadens, der „Identifikation mit dem Aggressor“.

Ein einfaches, logisch unwiderlegbares Schema. Es ist völlig egal, was diejenigen, die als Kinder Sex mit Erwachsenen hatten, über ihre eigenen Erlebnisse denken: Entweder sie denken so, wie das Dogma es vorschreibt, und stützen so das Dogma. Oder sie denken anders, und zeigen dadurch, dass sie psychisch schwer geschädigt wurden. Und stützen so auch das Dogma. Sehr praktisch und höchst wichtig für ideologische Dogmen, aber genau deswegen natürlich auch völlig unwissenschaftlich (nicht empirisch falsifizierbar).

Doch auch wenn das Dogma logisch unangreifbar erscheint – in der Praxis kann die logisch unwiderlegbare Behauptung, der Häretiker leide an einer „Identifikation mit dem Aggressor“, so extrem unplausibel sein, dass das Dogma trotzdem in Gefahr gerät.

Und genau dies ist hier passiert. Würde Haslinger an einer „Identifikation mit dem Aggressor“ leiden, wäre er – faktisch laut Definition – nicht fähig gewesen, das zu tun, was er getan hat: Mit der Kirche zu brechen, und, um sich an der Kirche zu rächen, eine Erzählung über einen schweren sexuellen Missbrauch durch Priester zu veröffentlichen.

Um mit den empirischen Fakten des Falls Haslinger kompatibel zu sein, bräuchte man eine neue Variante der psychischen Krankheit namens „Identifikation mit dem Aggressor“, eine latente Variante, die zeitweise völlig verschwinden kann, so dass der Betroffene an der fordersten Front im Kampf gegen die Aggressoren steht, um dann plötzlich und unerwartet wieder auszubrechen. Wissenschaftlichen Wert hätte so etwas natürlich kaum, aber das wird nicht einmal probiert.

Oder, und das ist die Variante, die von beiden Kritikern gewählt wurde, man versucht, so gut es geht, die gefährlichen Fakten zu ignorieren, totzuschweigen, vergessen zu machen. Haslingers über mehrere Absätze beschriebene Auflehnung ist dann kein interessanter Einzelfall, der dem einfachen Schema der „Identifikation mit dem Aggressor“ zu widersprechen scheint und daher genauer betrachtet zu werden verdient – das wäre er lediglich für Wissenschaftler, oder, allgemeiner, für Wahrheitssucher.

Nein, Haslingers Auflehnung darf auf keinen Fall genauer betrachtet werden. Es ist nicht einmal ausreichend, sie einfach zu ignorieren. Sie muss aktiv vergessen gemacht werden.

Und dies tut man, indem man in einem Antwortartikel das Dogma explizit wiederholt, als wenn es diesen Widerspruch gar nicht gäbe. Schließlich werden die wenigsten Leser die alte Zeitung noch mal vorholen und die Artikel vergleichen, wie ich es getan habe. Und wenn man das nicht tut, bleibt normalerweise das letzte Wort hängen.

Und so gehen beide Kritiker mit keinem Wort auf das ein, was für die These von der „Identifikation mit dem Aggressor“ problematisch ist – Haslingers in mehreren Absätzen beschriebene Auflehnung gegen die Kirche als junger Erwachsener, seine heutige Beziehung dazu, und die Gründe, die er dafür anführt.

Aber beide wiederholen explizit das Dogma, unterstellen Haslinger die vorgeschriebene „Identifikation mit dem Aggressor“, nicht nur als wäre nichts zu finden, was dem widerspricht, sondern als wäre der Artikel sogar noch eine Unterstützung dafür:

… Missbrauch ist deshalb so dramatisch, weil missbrauchte Kinder mit dem Täter mitfühlen, Josef Haslinger führt dieses psychologische Phänomen in seinem Artikel aufs Beste vor. (Dirks)

Wer die Pädophilen in der Sphäre von klösterlicher Gewalt als eine Oase der Zärtlichkeit benennt, wie Josef Haslinger das tut, der enthüllt nicht nur das ganze Elend des damaligen Kindes, sondern ebenso das des gegenwärtigen Erwachsenen. Er scheint zeitlebens unfähig, sich gegen seine Missbraucher aufzulehnen. (Amendt)

Die Behauptung von Haslingers Unfähigkeit zur Auflehnung, trotz der expliziten Beschreibung dieser Auflehnung im Text, ist jedoch nicht der einzige Widerspruch.

Die Macht der Missbrauchten ist eine Ohnmachtsfantasie

So der Titel des Artikels von Liane Dirks – als hätten sich beide Kritiker verabredet, die gröbsten Verfälschungen als Überschriften zu verwenden.

Beginnen wir einfach mal mit dem sachlichen Hintergrund der Machtfrage in Boylove-Beziehungen, so wie er von Haslinger beschrieben wurde:

Aber von da an habe ich natürlich gewusst, dass ich mit meinen Erlebnissen diejenigen, die sie verursachten, erpressen konnte; dass ich ein Mittel der Gegenwehr in der Hand hielt. Und ich habe auch gesehen, wie einfach das ist. Man redet darüber, und der Mann zieht den Kürzeren. (Haslinger)

Aber schon bevor er das wusste, war Haslinger kein hilfloses Opfer:

Es hat eine Weile gedauert, bis mein Religionslehrer sich die intime Annäherung traute. Als er merkte, dass ich es zuließ, suchte er nach Gelegenheiten, das Spielchen zu wiederholen und, wenn möglich, ein wenig auszuweiten. Ich ging mehrere Etappen der Ausweitung dieser Spielchen mit.

Die Sprache – „traute“, „zuließ“, „wenn möglich“ – sagt klar genug wer die Kontrolle hatte. Und „mehrere Etappen“ hat natürlich auch die Bedeutung „nicht alle Etappen“. Dass der Junge schon die Kontrolle hatte, als ihm die Erpressbarkeit des Pädophilen noch gar nicht bewusst war, ist übrigens weder Ausnahme noch Zufall – auch deer egoistischste Pädophile muss schließlich damit rechnen, dass er Junge es schon weiß, und selbst wenn nicht, es höchstwahrscheinlich später erfahren wird.

Wie gehen Missbrauchsfanatiker mit diesem einfachen objektiven Fakt um, der so diametral ihre Thesen vom machtgeilen Pädophilen, der Sex mit Kindern sucht, weil diese keine Macht haben, widersprechen?

Amendt übergeht das Problem mit Schweigen, verwendet lediglich hemmungslos Charakterisierungen, die in der realen Machtkonstellation pädophiler Beziehungen, wie sie von Haslinger beschrieben wurde, einfach keinen Sinn ergeben: Der Pädophile selbst ist „angreifend“, es ist die Rede von „kindliche[r] Ohnmacht“ und von der „sexuellen Unterwerfung von Kindern“, und die völlig gesellschaftskonforme „Auflehnung“ gegen priesterliche Pädophile, die heutzutage sogar noch eine finanzielle Entschädigung verspricht, ist eine „tapfere Leistung“. Ole.

Dirks geht direkter darauf ein. Aber ihre Theorie bietet nichts, was auch nur einer einfachen Konfrontation mit dem Original standhalten könnte:

[die Kinder] reden sich ein, sie hätten in Wahrheit Macht gehabt. Sie wären es, die den anderen in der Hand hatten. Aber das ist keine Macht. Diejenigen, die sich einreden, sie hätten den Täter in der Hand gehabt, sind ja gerade diejenigen, die sich nicht gewehrt haben. Es ist eine der vielen Rationalisierungen. Und man muss es sagen: Es ist eine ganz typische. Es ist eine Fantasie, eine Ohnmachtsfantasie. „Wenn ich könnte, würde ich“, lautet sie. (Dirks)

Man vergleiche mit Haslinger: „Und ich habe auch gesehen, wie einfach das ist. Man redet darüber, und der Mann zieht den Kürzeren.“ Das soll eine Ohnmachtsphantasie sein? Na hallo. Nein, das ist die offensichtliche Schlussfolgerung aus dem, was in einem realen Fall passiert ist. Und das damals schon – in einer Form, die heute als „Vertuschung“ verteufelt wird, aber nichts weiter als eine etwas zivilisiertere Form der Unterdrückung Pädophiler war.

Klar, auch Haslinger hat diese Macht nicht angewendet. Musste er ja auch nicht. Denn dem Pädophilen ist ja diese Machtkonstellation sehr bewusst. Und er vermeidet daher, schon aus reinem Eigennutz, aus seinem eigenen Sicherheitsbedürfnis heraus, alles, was den Jungen dazu motivieren könnte, diese Macht gegen ihn zu verwenden.

Nein, die Logik der Macht ist eine andere: Je größer die Macht, desto weniger wahrscheinlich ist es, dass der Machthaber die Machtmittel irgendwann einsetzen muss. Die Existenz von Macht zu verleugnen, weil das Machtmittel nicht eingesetzt wird, ist bestenfalls ein Denkfehler.

Was motiviert die Jungs zum Mitmachen?

Auch in dieser Frage gibt Haslinger Antworten, die überhaupt nicht ins Missbrauchsschema passen. Amendt kennt eigentlich nur die kindliche Sehnsucht nach Zärtlichkeit:

Die Instrumentalisierung der kindlichen Sehnsucht nach elternähnlicher Wärme …

… die zugefügte Sexualisierung, den Vertrauensbruch und die Ausnutzung seiner kindlichen Sehnsucht nach Zärtlichkeit … (Ament)

Irgendwelche sexuellen Motive haben Kinder einfach nicht. Selbst einfache sexuelle Neugier – also nichts weiter als natürlicher Bestandteil der natürlichen Neugier auf alles was es gibt auf der Welt – kommt lediglich als „Sexualisierung“ vor.

„Sexualisierung“ ist eine psychische Schädigung, die durch sexuellen Missbrauch erst hervorgerufen wird, die sich darin äußert, dass das Kind auch nur irgendwelche eigenen sexuellen Interessen entwickelt. Etwas ganz Schlimmes, schließlich sind Kinder völlig asexuell. Für Kinder, die noch nicht schwer geschädigt sind, ist Sexualität (zumindest mit Erwachsenen) unerwünscht, und ihr wird Widerstand entgegengesetzt:

Wer als Erwachsener die eigene Verführung zu unerwünschter Sexualität im Rückblick noch immer aus dieser Perspektive erlebt, … Die Art, in der er als Kind manipulativ überlistet und sein Widerstand gegen Sexualität mit seinem Lehrer und Vorbild außer Kraft gesetzt wurde … (Amendt)

Mit der von Haslinger beschriebenen Realität hat dies allerdings wenig zu tun. Nach einer Erwähnung „seiner kindlichen Sehnsucht nach Zärtlichkeit“ sucht man in Haslingers Text jedenfalls vergeblich. Dort wird lediglich neutral und objektiv festgestellt, dass die Pädophilen zärtlich waren. Von der Theorie, dass dahinter eine Strategie der Ausnutzung irgendeiner Sehnsucht nach Zärtlichkeit stehen würde, hält Haslinger kaum etwas:

Sie hätten das gar nicht nötig, weil es Kinder gibt, die sich mit Neugier darauf einlassen.

Und über die eigenen Motive macht Haslinger auch hinreichend deutliche und verallgemeinerbare Aussagen:

Ein Penis, der ejakuliert. Wenn man zwölf Jahre alt ist, will man das endlich einmal sehen.

Von Widerstand ist nicht die Rede:

Ich habe mich nicht gerade angeboten, dazu war ich zu schüchtern

oder, mit anderen Worten, wäre er nicht zu schüchtern gewesen, hätte er sich sogar angeboten. Wo wurde da „sein Widerstand gegen Sexualität … außer Kraft gesetzt“? Dies bleibt Amendts Geheimnis.

Wir können hier einen weiteren Punkt der Missbrauchsideologie identifizieren: Es geht nicht nur darum, dass verleugnet wird, dass Jungs eigene sexuelle Wünsche haben. Nicht einmal die offensichtlich vorhandene sexuelle Neugier der Jungs – etwas, was sogar mit der Hypothese völliger Asexualität der Jungs kompatibel wäre – kann zugegeben werden. Die klaren und deutlichen Hinweise auf die sexuelle Neugier als Motiv für die Beteiligung der Jungs an sexuellen Handlungen mit Erwachsenen werden einfach ignoriert. Im Gegenteil, es wird ohne jeden Anhaltspunkt – sogar im Widerspruch zum Text – Unerwünschtheit und Widerstand unterstellt.

Die sexuelle Neugier ist auch für Dirks nicht existent. Sie beklagt, dass

… wir es nicht schaffen, Kindern ein freies, sie in ihrer Entwicklung bestärkendes Erziehungssystem zu bieten, in dem sie auch ihre Sexualität liebevoll entdecken können und zwar dort, wo sie hingehört: unter ihresgleichen.

Also frei, aber bitte schön, gefälligst ohne jedes Interesse an einem erwachsenen Penis, der ejakuliert. Und, wie alles, was nicht ins Schema passt, wird das Interesse am ejakulierenden Penis einfach verschwiegen. Dirks bietet immerhin eine andere Variante an – nicht das Bedürfnis nach Zärtlichkeit, sondern das nach Anerkennung, in Kombination mit der Unterstellung, dass diese nur im Tausch zu bekommen war. Eine Unterstellung, für die sich in Haslingers Text keinerlei Grundlage findet:

Die meisten Opfer von Kindesmissbrauch sind dringend auf Zuwendung angewiesen und greifen deshalb nach jedem Strohhalm, nehmen jede Form der Beachtung als eine Art von Liebe hin: „Endlich werde ich bemerkt, es gibt mich, ich bin kein Nichts.“ Weil das so ist, gehen sie den Pakt mit dem Täter ein: „Du beachtest mich, ich ahne, dass nicht ganz richtig ist, was du machst, es tut mir vielleicht auch weh, aber ich verrate dich nicht, dafür beachtest du mich weiterhin.“ …

Sich einzigartig zu fühlen, erkannt und gefördert, dafür muss man, um es einmal klar und hart zu sagen, nicht den Hintern hinhalten. …

Im Falle Haslingers wäre Freiheit gewesen, die Gedichte des Pfarrers hören und lesen zu dürfen, ohne ihn dafür befriedigen zu müssen. Es ist traurig, dass genau das schon gar nicht mehr gedacht wird. (Dirks)

Zuerst einmal – nein. Niemand ist in seiner Freiheit eingeschränkt, wenn er meine Gedichte nicht hören oder lesen darf. Es ist, im Gegenteil, meine Freiheit, meine Gedichte nur einem kleinen, von mir ausgewählten Kreis vorzulesen. Das kann der Kreis derer sein, die Eintritt für eine Lesung bezahlt haben, aber im Prinzip kann die Bezahlung auch in Form einer sexuellen Dienstleistung erfolgen.

Aber von der typisch antikapitalistischen Verteufelung jeglicher freiwilliger Austauschbeziehungen, insbesondere auf sexuellem Gebiet, einmal abgesehen, ist es reine Unterstellung, zwischen den Gedichten und dem Sex eine direkte Tauschbeziehung, mit Gedichtlesungen als Bezahlung für Sex, zu behaupten.

Sicher, jede positive zwischenmenschliche Beziehung funktioniert langfristig nur dadurch, dass beide oft genug etwas tun, was der andere möchte. In einer reinen Tauschbeziehung funktioniert das auf der Basis einer expliziten Absprache – ich mache das, du machst dafür das. In einer Freundschaft läuft dies jedoch nicht mehr so direkt – du tust dem anderen etwas Gutes, weil du ihn magst, auch ohne direkte Erwiderung. Und du bekommt irgendwann etwas zurück, weil auch der Freund dich mag. Eine Beziehung, in der Gedichte eine Rolle spielen, ist üblicherweise zumindest eine Freundschaft, auf der man das Niveau des primitiven Tausches überwunden hat. Und eine pädophile Beziehung ist oft sogar mehr als eine Freundschaft, nämlich eine, wenn auch oft nur einseitige, Liebesbeziehung.

Schon eine Freundschaft auf eine primitive Austauschbeziehung zu reduzieren ist jedoch nichts weiter als eine primitive Verleumdung.

Und Dirks antikapitalistische Traurigkeit ist daher unnötig: Der Wunsch nach Sex mag Motiv zum Schreiben von Gedichten sein, das Vorlesen eine Form der Werbung. Möglicherweise war Haslinger von den Gedichten beeindruckt, und dies hatte möglicherweise einen Einfluss auf seine Bereitschaft, den Pfarrer zu befriedigen. Und möglicherweise hat Haslingers positive Reaktion auf sexuelle Vorschläge die Verliebtheit des Pfarrers verstärkt und ihn zu neuen Gedichten motiviert.

Das ist aber auch schon alles. Die Vorstellung, der Pfarrer hätte Sex explizit zur Bedingung für das Vorlesen von Gedichten gemacht, ist einfach nur lächerlich. Haslinger konnte die Gedichte des Pfarrers zweifellos lesen, ohne ihn zu befriedigen.

Ob Haslinger den dichtenden Priester nun befriedigt hat oder nicht, ist irrelevant und sollte Haslingers Privatsphäre bleiben. Und auch ob die Gedichte für diese Entscheidung irgendeine Rolle gespielt haben kann offenbleiben. Nur, dass er ihn dafür nicht hat befriedigen müssen, ist für jeden Pädophilen so offensichtlich, dass es einfach keiner Erwähnung bedarf.

Was hat sexuell nun eigentlich stattgefunden?

Kommen wir nun zu einer anderen Frage. Sie ist ein bisschen subtiler, weil Haslinger selbst in seinem Text keine eindeutigen Aussagen macht. Trotzdem, hinreichend klare, wenn auch indirekte, Hinweise gibt es genug.

Die Frage ist, welche konkreten sexuellen Handlungen Haslinger selbst in seinen pädosexuellen Beziehungen erlebt hat.

Diese Frage ist allein schon deshalb interessant, weil es Unterschiede gibt zwischen den rein sexuellen Wünschen von Schwulen und Boylovern. Diesen Unterschied kann man am einfachsten in folgender Regel zusammenfassen: Je jünger die Jungs sind, die sexuell begehrt werden, desto weniger penisorientiert, und desto mehr zärtlichkeitsorientiert, sind die rein sexuellen Wünsche.

Grob gesagt, bei Päderasten – Boylovern die auf Jungs in oder nach der Pubertät stehen – spielt der Wunsch nach Analsex durchaus eine wesentliche Rolle. Bei Boylovern, die auf Jungs vor der Pubertät stehen, ist das Interesse an Analsex weitaus geringer. Beispielsweise bei mir: Ich würde niemals einem Jungen Analsex vorschlagen, ganz einfach weil dies nichts ist, was für mich sexuell interessant ist. Nein, nicht weil es eklig ist (nicht mein Problem), nicht weil es unmoralisch ist (ist es nicht), sondern einfach weil es in meinen sexuellen Phantasien keine Rolle spielt. Und bei denen, die auf noch Jüngere stehen, reicht bereits einfaches Streicheln des Kindes – ohne dessen Geschlechtsteile auch nur zu berühren – zur eigenen sexuellen Befriedigung aus.

Das ist natürlich nichts, was mit der Missbrauchsideologie kompatibel wäre. Die hat klare Vorstellungen: Der sexuelle Wunsch des pädophilen Sexmonsters ist der Koitus, wenn das Opfer ein Mädchen ist, und Analsex wenn das Opfer ein Junge ist. Und das völlig unabhängig vom Alter des Jungen.

Haslinger selbst gibt keine allzu konkreten Informationen über die sexuellen Handlungen, die stattgefunden haben. Trotzdem, Hinweise gibt es durchaus genug:

Ich war zwölf Jahre alt, als erstmals ein Priester, mein damaliger Religionslehrer, sich für meinen kleinen Penis interessierte und dabei ganz offensichtlich in Erregung geriet. … Als er merkte, dass ich es zuließ, suchte er nach Gelegenheiten, das Spielchen zu wiederholen und, wenn möglich, ein wenig auszuweiten. Ich ging mehrere Etappen der Ausweitung dieser Spielchen mit. … Ein Penis, der ejakuliert. Wenn man zwölf Jahre alt ist, will man das endlich einmal sehen.

„Mehrere“ bedeutet natürlich auch „nicht alle“. Was nicht dabei war, kann man aus den Kommentaren zu seiner literarischen Darstellung einer oralen Vergewaltigung zumindest erraten:

Das formulierte ich wohl zu einer Zeit, als ich schon Pornofilme kannte. Gerade diese Szene weicht am weitesten von der Realität ab.

Ich sag mal, hier passt alles mit dem zusammen, was Boylover typischerweise sexuell mit Jungs machen. Da ist das Interesse am Penis des Jungen. Da ist offenbar die gemeinsame Masturbation. Die Zärtlichkeit wird woanders auch erwähnt. Eine Penetration des Jungen – oral oder anal – spielt hingegen keine Rolle. Da ist lediglich der Fakt, dass es Etappen der Ausweitungen des Spielchens gab, die Haslinger nicht mitgegangen ist.

Das ist genau das, was auch in meinen Beziehungen mit Jungs ablief. Das für mich interessanteste Sexualobjekt ist der Penis des Jungen. Analsex schlage ich gar nicht erst vor, weil es nicht nicht zu meinen sexuellen Interessen gehört – sowas müsste ein Junge schon selbst vorschlagen. (Was übrigens durchaus vorkommt.)

Und daher halte ich es für wahrscheinlich, dass Haslinger von den pädophilen Priestern nicht penetriert wurde. Zumindest gibt sein Text keinen Anlass zu der Vermutung, er sei es.

Dirks hingegen nimmt dies als selbstverständlich an. Mit offensichlicher Referenz zu Haslingers Beschreibung eines der Pädophilen („Einer der drei schrieb Gedichte. Ich kann heute noch eines seiner Gedichte auswendig.“) schreibt sie:

Ein- und derselbe Mensch kann Gedichte schreiben und einfühlsam sein und gleichzeitig Kinder penetrieren.

Was im Kontext der realen Information, die Haslinger gegeben hat, nichts weiter ist als eine Verleumdung des (glücklicherweise durch diese Verleumdung nicht geschädigten) dichtenden Pädophilen.

Die Penetrationsfixierung von Dirks kommt auch an anderer Stelle zum Ausdruck:

„Du beachtest mich, ich ahne, dass nicht ganz richtig ist, was du machst, es tut mir vielleicht auch weh, aber ich verrate dich nicht, dafür beachtest du mich weiterhin.“

Die Sexspiele, die zwischen Männern und Jungs stattfinden, tun nicht weh. Wenn etwas weh tun sollte, dann wird das abgebrochen. Und selbst wenn weder das eigene sexuelle Bedürfnis (welches die Lust des Partners wünscht) noch die Moral des Pädophilen ausreichen, dies zu bewirken, tut es das elementare Sicherheitsinteresse angesichts der realen Machtverhältnisse.

Soweit die expliziten Widersprüche. Fassen wir zusammen:

  • Haslingers eigene Auflehnung gegen die Kirche wird totgeschwiegen, statt dessen behauptet, er sei zu Auflehnung unfähig.
  • Haslingers Beschreibung der realen Machtverhältnisse wird totgeschwiegen, statt dessen behauptet, dies sei eine Ohnmachtsphantasie.
  • Haslingers Beschreibung sexueller Neugier als eigenes Motiv wird totgeschwiegen, statt dessen ohne Grundlage im Text ein Wunsch nach Zärtlichkeit, Tausch von Anerkennung und Aufmerksamkeit gegen Sex, Unerwünschtheit von und Widerstand gegen Sex unterstellt.
  • Obwohl Haslingers Text einige Hinweise gibt, dass kein Analsex stattfand, wird suggeriert, er sei penetriert worden.

Und dies alles in einer Situation, in der jeder den Originaltext nachlesen und die Widersprüche selbst feststellen kann. Doch es kommt noch mehr hinzu:

Falsche Gefühle

Dass Kinderschützer die Gefühle von Kindern nur dann ernst nehmen, wenn sie in ihre Ideologie passen, wurde schon erwähnt. Doch die Antworten illustrieren außerdem ganz gut, welche Gefühle die richtigen sind – Gefühle der Abstoßung und des Hasses:

So kann als Zärtlichkeit noch heute benannt werden, was für andere allein die abstoßende Zuwendung gegenüber einem Kind in perverser Sexualbefriedigung war. (Amendt)

Das Richtige und Angemessene ist Hass, bis hin zu Vernichtungsfantasien. Mitgefühl, Vergebung und Nachsicht hingegen sind falsch, sogar eine Gefahr:

Angemessenheit ließ Gefühle des Zorns, der Rache, der grenzenlosen Enttäuschung erwarten, die selbst vor Vernichtungsfantasien angesichts von Erniedrigung und lebenslanger Glückseinschränkung nicht zurückschrecken. … er schwebt in der Gefahr, ihn zu verteidigen oder Nachsicht für ihn vor seinen Richtern zu erbitten. (Amendt)

Missbrauch ist deshalb so dramatisch, weil missbrauchte Kinder mit dem Täter mitfühlen … (Dirks)

Ist es verwunderlich, dass eine solche Ideologie des Hasses unter Verbrechern, Nazis, Politikern und Polizisten besonders beliebt ist?

Haslinger als Geisteskranker

Man vergesse in diesem Zusammenhang nicht, dass, bei allem (oft genug nur vorgespielten) Mitgefühl mit psychisch Kranken, die Unterstellung einer psychischen Erkrankung beim Opponenten eine klassische Form der Beleidigung ist. „Idiot“ kenne ich als Beleidigung noch aus meiner Kindheit (während ich „Opfer“ als Beleidigung zum ersten mal 1998 hörte – die Reaktion der Jungs auf die Dutroux-Hysterie).

Sicherlich, beide Autoren dürften einen Vorwurf, sie hätten auf diese Weise Haslinger beleidigen wollten, vehement bestreiten. Und vielleicht wollten sie es in der Tat nicht, zumindest bei Dirks würde ich das auch nicht vermuten. Trotzdem ändert dies nichts an der Wirkung. Eher im Gegenteil: ein einfaches, als Beleidigung gemeintes und von allen so verstandenes „du bist ein Idiot“ ist harmlos im Vergleich zu einer ernst gemeinten Diagnose einer Geisteskrankheit durch einen Professor.

Insbesondere ändert sich auch nichts an der für die Erhaltung des Dogmas so wichtigen Abschreckung von Abweichlern: Wer möchte schon, als Antwort auf die Offenlegung intimster Details seines Privatlebens, öffentlich als geisteskrank bezeichnet werden, ohne das auf die Argumente, die man vorgebracht hat, auch nur ansatzweise inhaltlich eingegangen wird?

Noch dazu ein gefährlicher Geisteskranker

Mehr noch, die These von der „Identifikation mit dem Aggressor“ hat, außerdem, noch eine weitere aggressive, gegen den Abweichler gerichtete, Komponente:

Der lange zurückliegende Missbrauch gipfelte in einer lebenslang wirksamen Identifikation mit dem Angreifer. Sie haben das Böse der Aggressoren sich zu Eigen gemacht und sind damit dazu verdammt, diese sogar zu verteidigen. (Amendt)

Haslinger ist also nicht nur geisteskrank, sondern gemeingefährlich geisteskrank – er hat das Böse selbst in sich, es sich zu Eigen gemacht, ist verdammt dazu, es zu verteidigen.

Und die These, dass Missbrauch eine Art ansteckende Krankheit ist, ist ja auch noch nicht ausgestorben:

Wir wissen aus der langjährigen Arbeit, dass Täter oftmals selbst Opfer waren. (Dirks)

Auch für Dirks hat das Opfer also, im Endeffekt, das Böse selbst in sich.

Und damit klärt sich auf, wieso unsere beiden Kritiker keine Angst davor haben, dass ihre Leser sich den Originaltext noch einmal zum Vergleich vornehmen.

Denn was sollte man mit den Texten von Geisteskranken, die das Böse der Aggressoren in sich tragen, tun? Sie intensiv durcharbeiten, um herauszufinden, ob sie vielleicht doch recht haben? Und sich so der Gefahr aussetzen, vom Bösen selbst infiziert zu werden? Himmel bewahre.

Dass es Widersprüche gibt zwischen den Texten derer, die das Böse in sich tragen, und den Texten derer, die dieses Böse bekämpfen, ist ja wohl selbstverständlich. Wer würde anderes erwarten?

Die Orwellsche Wahrheit

Die geradezu erstaunliche Vielfalt von Behauptungen, deren Falschheit schon aus dem Text selbst folgt, auf den in den Artikeln geantwortet wird, und der jedem zur Lektüre offensteht, ist trotzdem noch ein paar weitere Überlegungen wert.

Denn es scheint, dass es nicht nur die Hoffnung ist, dass die Faulheit oder die Abschreckung durch die Identifikation Haslingers mit dem Bösen die Leser davon abhält, nochmal nachzulesen.

Ich vermute, die Situation ist schon weitaus schlimmer: Dass es bereits egal ist, wenn die Behauptungen der Missbrauchsideologen leicht als Lügen und Verleumdungen enttarnt werden könnten. Weil es auf die Wahrheit gar nicht mehr ankommt.

Worauf es ankommt, sind andere Fragen. In der klassischen, stalinistischen Variante ist es einfach die Information darüber, welches die aktuelle Linie der Partei ist, die jeder Parteisoldat bis auf den letzten Blutstropfen zu verteidigen hat.

Was Haslinger erlebt hat, was er denkt, welche Argumente er vorbringt – das alles ist völlig irrelevant, einfach weil er ein Feind ist, einer, der das Böse in sich trägt. Wenn Amendt und Dirks ihm widersprechen, widersprechen sie gar nicht ihm – das ist unnötig. Sie haben eigene Ziele, und Haslingers Artikel ist lediglich eine Gelegenheit, sich für diese eigenen Ziele einzusetzen.

Aus dieser Perspektive betrachtet, werden die offensichtlichen Widersprüche zu Haslingers Text, und die geradezu primitive Wiederholung des Dogmas, gerade auch der Aspekte des Dogmas, die durch Haslingers Text am offensichtlichsten widerlegt werden, verständlich. Es sind gar keine Argumente gegen Haslinger. Es sind Glaubensbekenntnisse, Loyalitätserklärungen: Sie selbst stehen auf der Seite der Guten, verteidigen das Dogma auch dann, wenn weniger überzeugte, weniger konsequente Kämpfer gegen das Böse zu zweifeln beginnen.

In einer Orwellschen Welt ist ein Glaubensbekenntnis notwendig, wenn man sich zu Wort meldet.

Ein Glaubensbekenntnis ist aber kein Argument. Es ist nicht den Gesetzen der Logik unterworfen. Der treueste, überzeugteste Kämpfer ist schließlich der, der treu bleibt, auch wenn jede Logik dagegen spricht. Das ideale Glaubensbekenntnis widerspricht der Logik offen: „Alles spricht dagegen, aber ich glaube trotzdem'‘.

Meiner Meinung ist nur die Interpretation der „Kritiken“ als Glaubensbekenntnisse geeignet, die vielen offensichtlichen Widersprüche zu Haslingers Text und die Übereinstimmung beider Texte in dieser Hinsicht zu erklären. Alles andere erscheint implausibel: Schließlich wäre es ein höchst seltsamer Zufall, wenn zwei völlig verschiedene Menschen, beide hinreichend intelligent, partiell den Verstand verlieren. Und es nicht nur genau dieselbe Sachfrage ist, über die sie ihren Verstand verlieren, sondern sie außerdem noch auf ein und denselben Artikel Antworten schreiben, in denen sich diese Geisteskrankheit auf mehr oder weniger dieselbe Art und Weise äußert. Eindeutig zu viele Zufälle.

Mögliche Motive

Nur, die Frage bleibt: Was konkret motiviert unsere beiden Kritiker, sich hier zu Wort zu melden und das Missbrauchsdogma zu verteidigen?

Nun, diese Frage muss notgedrungen offenbleiben. Denn in einer von einem Dogma beherrschten Gesellschaft gibt es die verschiedensten Gründe, das Dogma zu verteidigen. Darunter finden sich der eigene Glaube an das Dogma genau wie die irrationale Angst, was wäre, wenn das Dogma falsch wäre, was zu einer instinktiven Ausblendung aller dem Dogma widersprechenden Fakten führt. Aber genauso findet sich das eigensüchtige Interesse, in dieser Gesellschaft Macht zu erringen, und die Angst, als Feind entlarvt und verfolgt zu werden. Aber es können auch Machtkämpfe innerhalb der Verteidiger des Dogmas ausgetragen werden, indem man formell den Feind angreift, in Wirklichkeit jedoch die eigene Variante des Dogmas gegen andere Varianten verteidigt.

Was konkret für Dirks und Amendt zutrifft, wird ihr Geheimnis bleiben. Hier kann ich lediglich spekulieren.

Dirks zumindest geht inhaltlich kaum auf Haslinger ein, sie verteidigt hingegen inhaltlich eine durchaus etwas zivilisiertere Variante des Dogmas – eine Variante, in der missbrauchte Kinder die Möglichkeit haben, anonym Hilfe zu finden, ohne Anzeigepflichten, eine Variante, in der Sexspiele unter Gleichaltrigen legitim sind, und damit eine Variante, die in zwei ihrer zentralen Punkte heute auf der Verliererstraße ist – sowohl Anzeigepflichten als auch die Verfolgung von Sex unter Kindern sind immer weiter auf dem Vormarsch. Sich offen dagegen zu stellen wäre allerdings zu gefährlich, und so ist der Artikel Haslingers einfach eine gute Gelegenheit für sie, ihre moderatere Position zu verteidigen, aber trotzdem offiziell auf der Seite der Guten – also gegen Haslinger – zu stehen.

Amendt hingegen behauptet so vehement und demonstrativ, den Gefühlen Pädophiler nicht folgen zu können, dass mir persönlich plausibel erscheint, dass er ihnen in Wirklichkeit nur zu gut folgen kann:

Es ist das Wesen der pädophilen Perversion, dem wir mit unseren Gefühlen nicht folgen können. Denn das Perverse als Charakterstörung ist uns nicht eigen. Im Prinzip respektieren wir die Grenzen zwischen Erwachsenen und Kindern.

Wenig plausibel. Ich kann jedenfalls den Gefühlen Heterosexueller oder Schwuler problemlos folgen – ich muss mir dazu lediglich vorstellen, dass sie dieselbe Attraktion für erwachsene Frauen oder Männer empfinden wie ich für Jungs. Auch wenn ich diese Gefühle nicht teilen kann, warum sollte ich ihnen nicht intellektuell folgen können? Und daher scheint mir persönlich plausibler, dass Amendt das umgekehrt genauso kann. Dass er also einfach nur lügt. Warum? Vielleicht, weil er in Wahrheit den Gefühlen Pädophiler sogar zu gut folgen kann? Aber das ist lediglich rein private Spekulation.

Worauf es ankommt, ist etwas anderes. Was auch immer die Motive sind – sie erfüllen ihre Funktion als Teil eines ideologischen Systems vom Orwellschen Typ. Eines Systems, bei dem es nicht mehr um Wahrheit geht. Ob es dem Leser möglich ist, zu erkennen, dass es sich rein sachlich um Lügen handelt, ist irrelevant – genauso irrelevant wie die Frage, ob die Anschuldigungen in den stalinistischen Schauprozessen glaubhaft waren oder nicht.

Die Funktion solcher Artikel ist eine andere: Sie beschreiben, welches die politisch korrekte Reaktion auf solche parteifeindlichen Meinungsäußerungen ist. Sowohl den Autoren als auch den Lesern ist klar, dass es gar nicht um die Frage geht, was wahr ist. Es geht lediglich darum, die Leser zu informieren, welches die aktuelle Linie der Partei ist, welche Position von allen Parteisoldaten bis zum letzten Blutstropfen verteidigt werden muss, und das unabhängig von ihrem Wahrheitsgehalt.

Sind wir schon soweit? Ich denke, noch nicht. Noch ist auch Haslingers Originaltext zugreifbar. Noch kann ich diesen Artikel hier veröffentlichen.

Aber wir nähern uns diesem Zustand eindeutig immer mehr. Die Leichtigkeit, mit der die Verfälschung hier erkennbar ist, hat durchaus schon etwas an sich, was fatal an die Absurdität der Beschuldigungen in stalinistischen Prozessen erinnert. Und die Darstellung von Haslinger als nicht nur durch „Identifikation mit dem Aggressor“ geschädigtes Opfer, sondern als Träger und Verteidiger des Bösen selbst, lässt Schlimmes für die Zukunft befürchten. Vielleicht noch keine Gulags. Aber es ist, wie beim Missbrauch der Psychiatrie in der Breshnew-Zeit, als Antisowjetismus ausreichend für eine Diagnose der Schizophrenie und das Wegsperren in einer psychiatrischen Klinik war, bereits der sachliche Inhalt einer politischen Meinung, der ausreicht, den Abweichler als geisteskrank zu disqualifizieren. Und noch dazu als gefährlichen Geisteskranken, der das Böse in sich trägt. Gefährliche Geisteskranke werden weggesperrt. Es bleibt also nur noch der kleine Schritt, auch die an dieser gefährlichen Geisteskrankheit Erkrankten wegzusperren.

Ich hoffe, ich irre mich hier.

Ich finde leider keinen sachlichen Grund, der diese Hoffnung stützen würde.


40 Antworten auf „Die Selbstimmunisierung der Missbrauchsideologie“


  1. 1 Peter Mulzer 26. Januar 2012 um 17:56 Uhr

    Manchmal ist es sinnvoll, einen langen Aufsatz über ein komplexes Thema schnell querzulesen, um dann, aus dem frischen Eindruck heraus ganz ungeschützt, etwas dazu zu sagen, in einer an sich unzulässigen Thesenform. Versuchen wirs.

    1.
    Es geht dem geschätzten Verfasser zunächst um die Auswirkung pädophilen Verhaltens auf die kleinen Mitakteure, die Opfer, die Mißbrauchten, die Geliebten, die Objekte (schon die Wahl der Bezeichnungen legt fest). Und dann geht es in einer zweiten Stufe um gesellschaftliche Ritualisierungen, Festschreibungen, anerkannte oder aufgezwungene Leitlinien.

    Bleiben wir zunächst bei Aktion und Auswirkung. Hier läufst du in eine Falle, die wir nun aus zehn Jahren Jungsforum kennen und die mich heute noch ebenso zur Verzweiflung bringt wie am ersten Tag: Bitte – – Psychologie, Psychiatrie, Seelenkunde ist/sind eine W i s s e n s c h a f t. Sie ist es auch dann, wenn Psychologen mitunter – oft nur scheinbar – „schwafeln“, wenn sie meist nur vermeintlich „Ideologien“ verbreiten, wenn sie „spekulieren“.

    Wer immer letzteres behauptet, der hat sich in die letzten zwanzig Jahre internationaler Fachpsychologie nicht eingearbeitet. Daß die meisten Texte heute englisch, französisch und spanisch abgefaßt sind, darf kein Hindernis sein, sie zur Kenntnis zu nehmen.

    Dieses Fach (immer zusammen mit Psychiatrie, Kriminologie, Strafrechtswissenschaft usw.) hat internationale S t a n d a r d s entwickelt. Daß die oft genug mit Statistik zu tun haben, macht mir als Mathe-Halbblinden sehr zu schaffen, auch das entschuldigt aber nicht. Es gibt Arten des Erhebens von Fakten, Evaluierungen der Quellen -Gerichtsakten sind was anderes als Polizeiprotokolle, Gerichtsbegutachtungen sehr unterschieden von Langzeitprotokollen in Anstalten, Schulakten (wichtig im angelsächsischen und skandinavischen Raum) wieder etwas anderes als Streetworker-Berichte (Japan, Indonesien, Afrika).

    Bei Abschätzung der Quellenart wird das Dunkelfeld, das damit jeweils typischerweise verbunden sein wird, abgeschätzt. Die seelische und soziale Situation des Berichtenden wird eingebracht, unsofort.

    Das alles ist ein hartes Stück Arbeit – und doch erste die Voraussetzung, um mit der eigentlichen Auswertung beginnen zu können. Hier spielt die F o l g e n – Einschätzung eine zentrale Rolle. Auch da handelt es sich nicht um Spekulationen über „Identifikation mit dem Täter“ oder die Verschiebung aktueller Erwachsenen-Probleme auf vermeintliche kindliche Vorschädigungen usw., sondern um manifeste, beschreib – und beobachtbare Schädigungen. Du unterschätzest das ausgefeilte internatiinal abgesicherte Instrumentarium der Beabachtung des kindlichen und jugendlichen Verhaltens.

    Da geht es, um bei deinem BL-Bereich zu bleiben (der nicht mein Arbeitsfeld ist), um Bettnässen, um Stottern, um frisch geschilderte kindliche Träume, um Kinderzeichnungen, um Risikoverhalten bis hin zu Selbstmorden, um manifeste Aggressivität, um Destruktivität, um Hautausschläge, um beständigfes Kotzen, um simulierte Krankheitsformen aller Art, um Ladendiebstahl…

    Das genau sind die wissenschaftlichen Grundlagen der Schadenserforschung im BL-Bereich, soweit es um die von dir offenbar mißachtete, wo nicht sogar vergessene Psychologie / Psychiatrie geht.

    Unmittelbar ehe ich aus dem Jungsforum geworfen wurde, wollte ich exemplarisch ort eine Quelle in die Diskussion einfähren, die schon allein für sich ausgereicht hätte, um die BL mit ihren verquasten Spekulationen vom Kopf auf die Füße zu stellen – jene Auswertung von mehreren hundert einschlägigen Gerichtsakten aus Nordrhein-Westfalen. So unwissenschaftlich und problematisch diese Quellenart auch ist, ihre Auswertung ist fachwissenschaftlich.

    2.
    Wenn Du – ohne auf solidem wissenschaftlichen internationalen Quellen der Psychologie (immer mit Viktimologie, Päagogik, Kriminologie usw.) stehend – deine formal brillianten Auasführungen über gesellschaftliche D o g m e n, über medieneigene S p r a c h r e g e l u n g e n usw. ausbreitest, dann bist Du ein Baumeister, der das Straßburger Münster auf schierem Sumpfboden aufbaut, irgendwann wird es zusammenbrechen.

    In deiner politischen Meta-Analyse hast du weitgehend Recht, um im Bild zu bleiben, am Architekturplan gibt es wenig auszusetzen. Mir ist das an einem konkreten Fall, den ich bis in die gleich wieder gelöschten Privatforen hinein dokumentieren konnte, auch klargeworden, nämlich an dem der Odenwaldschule.

    Nur bitte, tragen wir da nicht Eulen nach Athen? Selbstverständlich gibt es in diesem Kontext peinliche Dogmen und Sprachregelungen. Aber kannst du uns das nicht einfacher, kürzer, weniger abgehoben sagen, halten zu Gnaden?

    Fazit:
    Ein für sich genommen genialer Text, den du uns gibst – – der aber daran krankt, daß sein Verfasser die internationale Fachpsychologie der letzten zehn Jahre verachtet uind beiseiteschiebt.

  2. 2 Ovid 27. Januar 2012 um 1:48 Uhr

    Wozu hat Sascha die Pflicht „internationale Fachpsychologie der letzten zehn Jahre“ miteinzubinden?

    Er hat doch im Großen und Ganzen nur interne Widersprüche der beiden Antworten auf Haslingers Artikel aufgezeigt.

    Die bleiben auch ungeachtetet dessen widersprüchlich, was die „internationale Fachpsychologie“ festgestellt hat.

  3. 3 K13online-Dieter.Gieseking 27. Januar 2012 um 13:46 Uhr

    Hallo zusammen,

    der Beitrag ist gut, aber zu lang. Sorry

    Gruß Dieter-K13

  4. 4 Sascha 27. Januar 2012 um 21:46 Uhr

    Ob es nicht auch kürzer ginge? Nein, tut mir leid, jedenfalls nicht wesentlich. Denn der wichtigste Aspekt, den ich herausarbeiten wollte, ist nun einmal komplex, wohl auch neu, und verlangte, wenigstens einmal im Detail nachgewiesen zu werden. Es ist der Aspekt, dass es selbst auf einfach erkennbare Inkonsistenzen nicht mehr ankommt. Dass es sich hier nicht um Antworten auf Haslinger handelt, sondern um Varianten von Glaubens- und Treuebekenntnissen, für die Widerspruch mit der Realität irrelevant ist.

    Gerade dafür ist es wichtig, dass ich hier nicht die Position beider mit der Realität (wo man verschiedenes für wahr halten kann), sondern mit dem Inhalt des konkreten Artikels, auf den sie geantwortet haben, vergleichen konnte. Denn beide bezweifeln Haslingers autobiographische Fakten selbst ja gar nicht.

    Der Vorwurf, meine Betrachtungen hätten allgemein keine wissenschaftliche Grundlage, ist ziemlich daneben. Ich gebe zwar gerne zu, dass ich nach der Verdammung der RBT-Metaanalyse durch den US-Kongress aufgehört habe, die viktimologische Literatur weiter zu verfolgen. Es schien mir zu offensichtlich, dass die Wissenschaft auf diesem Gebiet zu sehr politisch unterdrückt ist um objektives Wissen zu liefern. Und Siegels Arbeit bestätigt mich da, obwohl es offensichtlich doch Interessantes gab. Trotzdem kenne ich den Stand damals ganz gut, und wenn du behaupten willst, umwerfend Neues sei hinzugekommen, tue dir keinen Zwang an darüber zu informieren.

    Trotzdem kurz zu den von dir erwähnten „Folgen“: Studien gibt es natürlich massenweise, beschränken sich jedoch entweder ganz auf ungewollten Sex oder trennen nicht sauber, und sind somit so irrelevant wie Studien zur Gefährlichkeit von Mischungen von Süßkirschen und Tollkirschen. Ganz abgesehen davon dass Korrelationen noch keine kausalen Abhängigkeiten zeigen. Aus welchem Grund sollte man beispielsweise Risikoverhalten als Folge betrachten, wo für Jungs die Aufnahme von sexuellen Beziehungen zu BLs natürlich bereits selbst ein Risikoverhalten darstellt, bei dem alle Warnungen vor fremden bösen Männern in den Wind geschlagen werden?

    Verschiedenste Formen antisozialen Verhaltens, die zu einer Ablehnung des Jungen bei fast allen, mit Ausnahme von BLs, führen, dürften eher Ursache als Wirkung sein. Ich bin beispielsweise geradezu Magnet für antisoziale Jungs. Und auch wer stottert oder einnässt ist Außenseiter, während so etwas keinen BL stört. Lediglich beim Einnässen erscheint mir eine enge kausale Verflechtung mit Sex wenigstens plausibel, und das ist auch der einzige Punkt, wo ich mal was empirisches zur Unterstützung gesehen habe: Auch wenn es dort nur um ungewollten Sex von Mädchen ging, korrelierte Einnässen immerhin stärker mit sexueller als mit physischer Misshandlung.

    Ach so, einige Leute überlegen, ob sie eine seriöse Seite mit Literatur zum Thema Pädophilie als Tor hidden service aufmachen. Falls immer du wissenschaftlich interessantes Material hättest, könntest du das dort dann veröffentlichen, ohne Rücksicht auf ungerechtfertigte gesetzliche Einschränkungen der Freiheit der Wissenschaft (wie beispielsweise das Copyright privater Verlage für steuerfinanzierte wissenschaftliche Arbeiten, die dann zu Phantasiepreisen im Netz angeboten werden ohne dass die Autoren selbst nur einen Cent davon sehen).

  5. 5 Peter Mulzer 28. Januar 2012 um 13:19 Uhr

    Mein Kommentar war, wie üblich, grundsätzlicher Natur. Hintergrund ist mein Versuch, mir ein virtuelles Gesamtportal vorzustellen, das a l l e Fakten und Stellungnahmen im BL-, GL- und TBL-Bereich sammelt und in möglichst neutraler Kurzform darstellt.

    Nur so, davon bin ich überzeugt, kann jene ganz unerträgliche, lächerliche Mühle abgestellt werden, die sich im Jungsforum, aber leider auch z.B. im Mackay-Blog dreht: Es werden zum Teil durchaus richtige, in sich zutreffende Überlegungen angestellt, Fakten gesammelt, Analysen gefertigt – die nur den einen großen Fehler haben, daß sie auf Sand gebaut sind.

    Wenn die weltweite Fachgelehrtenschaft aller beteiligten Disziplinen sich nicht irrt, dann sind

    - im BL- und GL-Bereich (also bis zum deutlichen Beginn der Pubertät) zwischen 25-40 % aller sexuellen Kontakte für das Kind s c h ä d l i c h.

    Was man als Schaden definiert, inwieweit man Gefährdung, Spätfolgen usw. mit einbezieht, alles das wird statistisch eingeschätzt und eingerechnet. Wie immer man es anstellt, die 25-40 % bleiben.

    - Im TBL-Bereich (einen TGL-Bereich gibt es praktisch nicht, das sind „einfach“ junge Frauen, lassen wir diese Randfrage mal offen) wird es, vor allem wenn wir eine Altersuntergrenze von etwa 14 Jahren ansetzen, höchst schwammig und unsicher. Mir scheint, daß man dort eher von Einzelgefährdungstypen ausgehen kann, etwa Gefährdung durch Strichertum, durch Abhängigkeitsverhältnisse in Schulen, durch Pornographie usw., aber allgemeine Gefährdungsziffern liefert die Literatur kaum.

    Fazit bleibt, daß im BL-Bereich über 25-40 % Schädigungsziffer weltweit einfach nicht mehr diskutiert werden kann, vielmehr ist sie F a k t.

    So. Das kann und muß man wissenschaftlich belegen. Was für eine Arbeit das ist, habe ich vor Jahren im Jungsforum mal ansatzweise darstellen dürfen. Vor allem muß man sich ein gutes Dutzend internationaler Fachzeitschriften antun und sie Aufsatz für Aufsatz durcharbeiten. Einschlägige Monographien des Auslands – oft im Fachhhochschulbereich – dagegen sind in Deutschland, zum Teil auch via Fernleihe, einfach nicht greifbar. Man kann sie gelegentlich über Universitätsserver herauspuhlen, eine Kärrnerarbeit. Fachzeitschriften dagegen sind fast immer via Fernleihe, in Freiburg sogar oft direkt, greifbar, und so hat man etwa 100 Aufsätze aus den letzten 20 Jahren, mit denen man arbeiten kann.

    Daraus ergeben sich recht schnell die oben genannten BL- und GL-Schädigungsziffern. Ich sags nochmal: Jeder Punkt muß für sich genommen diskutiert und bewertet werden, was ist „Schädigung“, welche Rolle spielt die Art des Verhältnisses zwischen Erwachsenem und Kind, wie wurde dokumentiert, sind es Gerichtsinstanzten oder Praxisauswertungen von Psychologen, Krankenakten oder unstanardisierte Interviews undsofort. Aber am Ende bringt man alle diese Punkte in eine Reihe, verständigt sich mühsam auf Regeln – – und dann bleiben die oben genannten Schädigungsziffern übrig. Das ist einfach so. Von einem bestimmten Fortschritt der Arbeit ab kann das dann in der Gesamtlinie nicht mehr in Frage gestellt werden.

    Dann haben wir für BL- und GL-Verhältnisse ein ganz furchtbares Fazit: Bei 25-40 % Wahrscheinlichkeit einer Schädigung des Kinds in BL- und GL-Verhältnissen, weltweit und überzeitlich berichtet, muß BL und GL untersagt werden, bleibt BL und GL ein Verbrechen. Warum das so ist, brauche ich doch nicht auszuführen: J e d e s beliebige Verhalten, das mit einer Wahrscheinlichkeit von 25-40 % Kinder schädigt, überhaupt Menschen schädigt, m u ß von jeder Gesellschaft unterbunden werden.

    Man kann jetzt mit Zigarettenrauchen kommen und daß das Leben sowieso zum Tod führt. Schon recht. Aber es handelt sich hier, das ist das Fatale, um Kinder. Kinder können mittel- und längerfristige Folgen nur selten einschätzen, das weiß jeder Vater, jede Mutter. Also sind sie besonders schutzbedürftig.

    Ich möchte einfach, daß alle Überlegungen, Diskussionen und Handlungen von BL und GL i m m e r ausgehen von d e m Punkt, der da sagt: Die besten Fachleute auf unserer Welt schätzen fast einstimmig die Gefährdung von Kindern durch BL- und GL-Kontakte auf 25-40 % ein.

    Damit sind wir am Ende meiner Überlegungen. Ich hatte bei meinem Kommentar im Hinterkopf,. daß sich der geschätzte Inhaber des Mackay-Blogs als BL versteht, und deshalb forderte ich bei ihm ein, von dem hier ausgeführten Fundament auszugehen.

    Es beim Jungsforum einzufordern habe ich aufgegeben. Wer unbequeme Kritiker durch die Hintertür des Feldes verweist, der zeigt, wie schwach er sich fühlt. Hier im Mackay-Blog wie auch im Jungsforum gibt es seitenweise sehr gute, teils erstaunliche Überlegungen und Beiträge, die aber a l l e entwertet und in Frage gestellt sind durch die oben sehr vereinfacht dargestellte Argumentationskette.

    (Für mich persönlich besteht das Problem darin, daß ich mich mitten in einer Arbeit zum Thema TBL befinde und mir in der BL- / GL-Thematik vorkomme wie die Kuh auf dem Eis. Es ist eigentlich nicht mein Ding. Aber das ist wieder eine andere Sache).

  6. 6 Ovid 28. Januar 2012 um 16:46 Uhr

    25-40% also.

    Jetzt müsste man nur noch untersuchen, wann es schadet und wann nicht. Dann ist die Sache doch geritzt.

    Da ist so als würde man sagen: in x-y % der Fälle schaden die Eltern den Kindern und das war’s. ja WANN denn? Wenn sie schlagen? Wenn sie schreien? Wenn sie einschüchtern? Wenn das Kind Merkmale a-z aufweist, usw.

    Es geht ja um eine >Differenzierungsbemühung

  7. 7 Sascha 28. Januar 2012 um 20:25 Uhr

    Also deine 25-40% Ziffer ist keineswegs ein Fakt. Denn es interessieren ja für die Pädodiskussion nur die Folgen für eine Untergruppe, nämlich die der einvernehmlichen Kontakte. Mischungen von Süßkirschen und Tollkirschen sind schädlich, aber kein Grund Süßkirschen zu verbieten.

    Ganz abgesehen davon, dass ich vermute, dass hier einfache Bewertungen („Wie fandest du das?“ „eher positiv“ „neutral“ „eher negativ“) mit Schäden zusammengewürfelt werden und außerdem Korrelationen mit Kausalzusammenhängen.

    Wo ist denn die Begründung für die 25-40% Schädlichkeit einvernehmlicher BL-Kontakte? Weder die RBT-Metaanalyse gibt sowas her (die gibt faktisch überhaupt keine Schadensvermutung für einvernehmliche BL-Kontakte her), noch die in boyandro.info betrachteten Quellen.

  8. 8 Peter Mulzer 28. Januar 2012 um 21:16 Uhr

    Du argumentierst, die Gewichtung und Abschätzung der Ergebnisse aus den verschiedenen Studien sei schwierig oder quasi unmöglicb. So entkommst du aber der betrüblichen Wahrheit nicht. Denn für das Einordnen, Evaluieren, Vergleichen der Ergebnisse aller hundert Studien ist inzwischen ein eigener Zweig der Sozialwissenschaften zuständig. Das k a n n sehr wohl verglichen, eingeordnet wrden – und dann kommt man auf die erwähnten, sagen wir, 25-40 %. Innerhalb dieser Bandbreite ist das dann aber F a k t.

    Einfaches Beispiel: Wenn Du in dunkler Kleidung bei Regenwetter und Nebel versuchst, nachts eine sechsspurige Autobahn als Fußgänger zu überqueren, ist deine Überlebenschance ähnlich wie das Schädigungsrisikos eines BL-Opfers: 25-40 %.

    Fazit, ein weiteres Mal – woher kommt, krutzitürken, eigentlich die maß- und sinnlose Geringschätzung, mit der die BL/ GL der Psychologie nebst den anderes Sozialwissenschaften gegenübertreten? Das ist grotesk!

  9. 9 Peter Mulzer 28. Januar 2012 um 22:25 Uhr

    Warum ich das alles schreibe?

    Wenn es stimmt, daß sich bei vernünftiger Evaluierung aller Facharbeiten der letzten zehn Jahre weltweit ergibt, daß 25-40 Prozent aller BL/GL-Kontakte zu Schädigungen bei den betreffenden Kindern führen, dann m u ß sich jeder BL/GL als ein gefährlicher Mensch fühlen. Das bedeutet nicht, daß er vor Mißbrauchskreischen oder wildgewordenen Staatsanwälten kuschen soll. Aber es verlangt dann vom BL/GL eine weitgehende Abstinenz im praktischen Handeln.

    Ich kann das nur schreiben, weil ich davon überzeugt bin, auch aus 10 Jahren Jungsforum-Lektüre, daß fast alle BL/GL verantwortungsbewußte Menschen sind oder doch sein wollen. Man kann, ja man muß an ihre Bereitschaft, Kindern keinen Schaden zufügen zu wollen, glauben.

    Die Brücke aber, die BL/GL zur weitgehenden Abstinenz führt, ist nicht irgendeine Religiosität, sondern das Studium der wissenschaftlich ermittelten Fakten und, ein Stück weit, das Vertrauen in den hohen Standard der führenden Köpfe der internationalen Sozialwissenschaften, allen voran Psychologie und Psychiatrie.

    Wo liegt das Hindernis? Ich habe einen bestimmten Verdacht. Noch vor zwanzig Jahren waren Fächer wie Psychiatrie und Psychologie ieologisch oft verbogen, irgendwie „unmöglich“, international nur schwer zugänglich. Ich z.B. habe diese Fächer während meines Studiums regelrecht gehaßt.

    Das hat sich aber, vor allem in den letzten 10 Jahren, international völlig geändert. Heute bin ich überrascht und fasziniert vom Standard der Sozialfächer in der Gegenwart.

    Könnte es sein, daß die führenden Köpfe der BL/GL immer noch auf dem alten Stand von vor 20 Jahren sind? Wer hat moderne Fachaufsätze aus den USA, aus Finnland, aus Neuseeland wirklich in die Hand bekommen?

    Sollte diese meine These stimmen, dann ist es die Brücke der

    *Wissenschaft*,

    über die die BL/ GL gegen müssen, die ihnen hilft, sich in der Gesellschaft zu orientieren.

  10. 10 Sascha 30. Januar 2012 um 14:06 Uhr

    Nochmal: Wenn die Evaluierung eines Gemischs von Tollkirschen und Süßkirschen ergibt, dass dieses Gemisch gefährlich ist, und man, wenn man 5 Stück aus diesem Gemisch isst, mit einer Wahrscheinlichkeit von 25-40% erkrankt, dann besagt dies gar nichts über die Gefährlichkeit von Süßkirschen.

    Und genauso wenig besagen Untersuchungen über die Gefährlichkeit von Mischungen von BL- und GL-Beziehungen mit Inzestbeziehungen von Ersatztätern und Vergewaltigungen durch Sadisten etwas über die Gefährlichkeit von BL-Beziehungen aus.

    Wenn du gute Studien zur Hand bekommen hast, bitte poste die Information darüber.

    Ein Vertrauen „in den hohen Standard der führenden Köpfe“ kann leider, angesichts der in Siegels Arbeit vorgebrachten Vorwürfe, nicht pauschal ausgestellt werden. Ein Hindernis ist dies jedoch nicht, da ich natürlich auch ohne ein solches Pauschalvertrauen die Ergebnisse wissenschaftlicher Studien sehr ernst nehme. Eine „maß- und sinnlose Geringschätzung“ gibt es bei mir nicht, und ich kann sie auch bei anderen BLs nicht erkennen.

    Ein Hindernis ist lediglich deine Geheimhaltung dieser angeblich so sehr guten Quellen.

    Und lies noch mal genau: Ich argumentiere keineswegs „Gewichtung und Abschätzung der Ergebnisse aus den verschiedenen Studien sei schwierig oder quasi unmöglich“. Ich wichte lediglich einige Ergebnisse von Studien anders als du. Wenn gefragt wird „wie bewertest du deine erste sexuelle Beziehung“ (positiv/neutral/negativ) folgt nun einmal aus einer negativen Wertung kein Schaden, und kein Grund, solche Beziehungen zu unterlassen. (Mach mal eine solche Befragung was die erste Ehe betrifft.) Ansonsten schätze ich einige Metaanalysen, die genau dies machen, sehr hoch ein – auch wenn es schwierig ist.

  11. 11 Humbug 02. Februar 2012 um 0:57 Uhr

    »Wenn es stimmt, daß sich bei vernünftiger Evaluierung aller Facharbeiten der letzten zehn Jahre weltweit ergibt, daß 25-40 Prozent aller BL/GL-Kontakte zu Schädigungen bei den betreffenden Kindern führen, dann « freß ich einen Besen.

    Oder, wie man in England so sagt, Wo sind die Beweise, Sir?

  12. 12 Peter Mulzer 03. Februar 2012 um 15:18 Uhr

    Du kannst heute bei Léon im Jungsforum nachlesen, daß die grundsätzlichen Probleme schon bei der jeweils angewandten Definition von „Pädophilie“ anfangen und sie hören bei der Verständigung darüber, was man unter „Schädigung“ verstehen will, noch lang nicht auf.

    Auf die Gefahr hin, mich zu wiederholen: Es ist ohne weiteres möglich, die letzten, sagen wir 50 Facharbeiten seit 2000 so zu vergleichen, daß die teils grotesken Definitionsunterschiede ausgeglichen werden und man halbwegs, sozusagen nachträglich, eine gemeinsame Ausgangsebene herstellt.

    Das Ergebnis ist dann tatsächlich erschreckend. Es muß, bei
    pädophilen Begegnungen v o r der Pubertät , dazu führen, daß zumal aktive Pädophile depressiv werden. Aber auch der nichtaktive Pädophile wird seelisch urch die Erkenntnisse aus den wissenschaftlichen Arbeiten buchstäblich v e r n i c h t e t. Das ist fürchterlich.

    Bei den Admins des Jungsforums ahnen sie etwas von diesem Dilemma. Immer dann, wenn ich die Diskussion im Jungsforum zu diesem Ergebnis führen wollte, barmten sie herum, ihr Forum sei ein „Selbsthilfeforum“, eine Art Sanatorium, dessen Insassen nicht geschockt werden dürften.

    Das war und ist eine verlogene Position. Ich bin bereit, auch wenn mir vor der Zeitverschwendung graut, die Diskussion dort neu aufzunehmen und sie, ganz unpolemisch, auf die g e m e i n s a m e Auswertung der 50 neuesten internationalen Facharbeiten zu beschränken.

    Das Resultat wird Heulen und Zähneknirschen sein – und die Entlarvung der großen Lüge, die sich auf die (überdies meist noch falsche) „Auswertung“ einiger weniger Außenseiterarbeiten stützt. Jawohl, ich habe mit den BL- und GL-Pädophilen (Objekte vor der Pubertät) Mitleid – aber die weltweite wissenschaftliche Erkenntnis und der Opferschutz haben Vorrang.

    Aber trotz meines Angebots wird es zu dieser großen Diskussion im Jungsforum nicht kommen. Denn niemand läßt sich seine große Lebenslüge, mühsam zusammengeschustert, gern zerstören. Sie würde zerstört – Ende der Schonzeit im Selbsthilfe-Sanatorium.

    Aber wäre es nicht besser als ein gestohlenes Glück, aufgebaut auf einer Lebenslüge?

  13. 13 Ovid 04. Februar 2012 um 20:20 Uhr

    Du hast eine ziemlich hohe Meinung von dir selbst, wenn du angeblich auf eigene Faust eine Meta-Analyse durchgeführt hast, von dessen Richtigkeit du ohne Vorbehalte überzeugt bist.
    Ein Peer-Review hast du wohl gar nicht nötig.
    Nicht einmal ein Quellenverweis auf diese Facharbeiten. Nichts!

    Und dann formulierst du deine unbelegten Erkenntnisse immer so , als hättest du am Ende eh schon Recht. Zu guter Letzt dann noch ein ad hominem zum abrunden, dass dein Gegenüber wohl nur anderer Meinung sei, weil er es einfach alles nur nicht wahrhaben möchte und sich an eine Lebenslüge klammert.

    Das ist unwissenschaftlich und arrogant. Ich kann’s nicht anders sagen.

  14. 14 Peter Mulzer 04. Februar 2012 um 21:01 Uhr

    Ich mach immer den gleichen Fehler – ich möchte den Leser nicht langweilen und setze daher stillschweigend voraus, daß er die alten Diskussionen mit mir aus dem Jungsforum noch im Hinterkopf hat. Natürlich muß das auf Unbeteiligte arrogant wirken.

    Aber laß die Kirche bitte im Dorf. Ich habe nicht gesagt, daß ich die Metaanalysen selbst erstellt hätte. Weit gefehlt! Ich greife nun doch etwas weiter aus.

    In meiner letzten Jungsforum-Zeit hatte ich klarzumachen versucht, daß ich seit Jahren an einer Arbeit über TBL sitze, also über ältere Jungen und ihre Liebhaber/ Freunde/ Verführer schreibe. Das ganze BL-Thema mit Knaben und Mädchen v o r der Pubertät ist mir sehr fremd, ich bin auch nicht gut eingelesen dort und – ich darf das mal offen sagen – die Idee, mit Kindern vor der Pubertät etwas Sexuelles oder auch nur Erotisches anfangen zu wollen, ist mir absolut und völlig und ratzekahl unverständlich.

    Nun kamen wir, ob es um Abgrenzungsfragen BL+GL zu TBL ging, um Giesekings Aktivitäten oder um irgendwelche Querelen mit den Admins, das weiß ich nicht mehr, zum Punkt, daß ich mir eine ganze Woche Zeit nahm, um in unserer PH und den einschlägigen Instituten hier am Ort die letzten 10 Jahrgänge der Fachzeitschriften im Bereich Pädagogik/ Soziologie/ Kriminologie/ Psychiatrie usw. durchzusehen zum Thema

    „Schädigung von noch nicht geschlechtsreifen Kindern im BL-/GL-Sektor“

    bis hin zur Waldorfschulpädagogik, zur FBI-Leitseite undsoweiter. Nur die für mich ganz unerträglichen Kinderschutzvereine ließ ich aus.

    Da hatte ich dann drei dicke schwere Leitzordner mit Aufsatzkopien, damals etwa 25 an der Zahl.

    Jetzt versteh mich nicht falsch: Ich bekam A l p t r ä u m e. Das Material war durch die Bank noch viel entsetzlicher, grauenvoller, beschämender, als ich es mir je hätte vorstellen können. Ich machs kurz – um sich mit Folgenabschätzung im vorpubertären BL- und GL-Bereich befassen zu können, braucht man eine massive S u p e r v i s i o n.

    Die hatte ich aber nicht, und weil mich das Ganze seelisch immer mehr belastete, war ich im Grunde froh, als ich aus dem Jungsforum herausgeworfen wurde. Ich bin nicht besonders zart besaitet und bekomme im TBL-Bereich manches zu lesen, was ich nur mit Schlucken bewältigen kann, aber alles ist eitel Sonnenschein im Vergleich zu den meisten BL- und GL-Fällen.

    Dein Mißverständnis, daß ich die Metaanalysen selber hergestellt hätte, kommt aus der verkürzten Darstellung (ich will den Mackay-Blog nicht zweckentfremden) – sagen wollte ich, daß es solche Vergleichsanalysen gibt und daß ich sie kenne.

    Trotz dieser etwas düsteren Bilanz steht mein Angebot an das Jungsforum. Aber die trauen sich nicht.

  15. 15 Ovid 04. Februar 2012 um 22:11 Uhr

    Metanalysen kenne ich jeweils die von Kendall&Tackett, Rind et al. und die von Heather Ulrich (Master und spätere Veröffentlichung).

    Wie wäre es, wenn du mal die Nebulösität sein lässt und konkret wirst mit diesen Metaanalysen. Dann wird es nämlich erst interessant. Ich will hier nicht auf dem trockenen sitzen, weißt du?
    Ich bin momentan für Schutzaltersgrenze 12, aber das auch nur aus einem mittlerweile noch sehr bescheidenen Wissen. Ich wäre da gerne belesener.

    Aber entweder man liest nur Pädowerbung (wie ich sie in meiner naiven Pädojugend mal betrieben habe) oder man liest nur HASS-Botschaften des anderen Lagers, oder man liest so ein unkonkretes vernebeltes Geblubber ohne tatsächlichen Inhalt – nur irgendwelche lebensgeschichtlichen WehWehchen über vergangene fehlgeschlagene Diskussionen.

    Wenn jemand Material hat. Her damit. Zumindest Verweise auf Authorennamen wären nicht schlecht. Kann doch nicht sein, dass da alles privat in irgendwelchen PHen gebunkert wird. Und selbst, wenn es so sei. Habe auch Zugriff auf Bibliotheken mit Fernleihen und Angeboten solche Ausfsätze zu kopieren oder über Email schicken zu lassen.

  16. 16 s. 05. Februar 2012 um 18:24 Uhr

    Sehr schöne Analyse, Sascha, auch wenn du dich ein paar Mal wiederholst. Wie sich diese Kinderschutzideologie selbst hermetisch abriegelt, indem sie nichts außer ihre eigenen Aussagen als gültig definiert, ist schon ein starkes Stück.

    Ein starkes Stück ist auch das von Herrn Mulzer hier aufgeführte. Ob er jede Nacht aufwacht, schweißgebadet, „25-40%!“ schreiend? Allein das von ihm selbst gewählte Oberthema „Schädigung von noch nicht geschlechtsreifen Kindern im BL-/GL-Sektor“ – zum Schreien komisch die Vorstellung, dass er DAZU kiloweise Aufsatzberge geschultert hat, um auf der Basis dessen zu einer unumstößlichen „Wahrheit“ zu gelangen, die zu belegen niemandem zuzumuten ist, schon gar nicht ihm selber.

    Als ob es zum „BL/GL-Sektor“ – zu einer mehr oder weniger im Verborgenen agierenden Subkultur also, deren Erscheinungsformen fast immer (!) durch Halbwahrheiten geschützt werden müssen – überhaupt so viel Forschung gäbe! Das ist ja der Pudels Kern: Es gibt zu wenig Forschung, insbesondere was die einvernehmliche Beziehungsgestaltung (!) zwischen Männern und Jungen angeht. Und da schließt sich der Kreis zum Thema des Artikels, denn wie will man etwas erforschen, was ideologisch komplett abgeriegelt ist von Dialog und Diskurs? Das „Ergebnis“ steht ja immer schon von vorneherein fest. Es ist ein Jammer!

  17. 17 Peter Mulzer 05. Februar 2012 um 21:00 Uhr

    „Ideologisch abgeriegelt“ ist sehr viel im Bereich der geschlechsreifen Jungen und ihren Beziehungen zu Männern, vereinfacht gesagt im Gebiet der TBL. Dagegen ist die Kinderliebe zu noch nicht geschlechtsreifen Knaben und Mädchen, wiederum vereinfacht als BL/GL bezeichnet, wesentlich einfacher methodisch in den Griff zu bekommen, denn

    - von der Justiz her gesehen gibt es da keine Frage, ob verfolgt werden soll: Es wird immer verfolgt,

    - es gibt auch nicht die (ohnehin ziemlich imaginären) „einverstandenen Eltern“ aus dem TBL-Bereich, sondern jedes Elternteil wird hellwach und die Anzeigebereitschaft ist doch sehr hoch,

    - was KiPo ist, kann durch die Bleistiftschwänzchen und die fehlenden Brüste sehr genau und schnell identifiziert werden (ja, auch da gibt es Randprobleme, aber lassen wir das mal).

    Mithin gibt es bei BL/GL ganz Berge von Ermittlungs- und Gerichtsakten, je nach Land auch eher Schulakten oder Streetworkerberichte.

    Und die durchzusehen, auch auf der Metaebene, ist für jeden Menschen, der nicht selber BL/GL ist, ungeheuer belastend. Darüber lustig machen sollte sich keiner. Ich denke mit tiefem Grauen an die oben erwähnte Bibliographier-und Materialdurchsicht-Woche zurück.

    „Ideologisch abgeriegelt“ – das hättest Du wohl gern! Davon kann doch im BL/GL-Bereich gar keine Rede sein. Wohl aber im TBL-Bereich, aber das ist wieder eine andere Sache.

  18. 18 Ovid 06. Februar 2012 um 2:21 Uhr

    „Aber laß die Kirche bitte im Dorf. Ich habe nicht gesagt, daß ich die Metaanalysen selbst erstellt hätte. “

    Gut. Ich hätte aber gerne etwas Konkreteres, weil ich bisher keine wirklich feste Meinung habe. Entweder man liest Pädowerbung (wie ich sie früher in meiner naiven Pädojugend mal betrieb) oder man liest widersprüchliche Hasspropaganda. Toll. Das bringt mir nichts.

    Ich kenne jeweils die Metaanlysen von Kendall & Tacket, Rind et. al, die Masterarbeit + spätere Veröffentlichung von Heather Ulrich und das Buch von Clancy kann man vlt. auch noch dazuzählen.
    Einzelstudien kenne ich auch einige (beispielsweise Kuehnle)

    Es zeichnet sich zumindest eins ab. Das alle bisherigen Behauptungen der Viktimologie und Traumaforschung gnadenlos übertrieben wurden und besonders Sekundärschäden (Hysterieschäden) im Familienumfeld absolut sichtbar sind.
    Aber ab da wirds schwierig!
    Es ist meiner Meinung nach kaum feststellbar im momentanen gesellschaftlichen Klima welche Auswirkungen für sich genommen intergenerationäre sexuelle Kontakte mit präpubertären Kindern haben. Aber eins können sie schonma nicht sein: So desaströs wie es heute überall anklingt.

  19. 19 s. 06. Februar 2012 um 16:18 Uhr

    Also gut, Herr Mulzer, dann nochmal ganz klipp und klar und ohne Humor:

    Sie bezeichnen Texte wie den hier vorliegenden als „genial“ und „brillant“, kritisieren sie aber gleichzeitig (!) als unwissenschaftlich und unbrauchbar. Das ist schonmal reichlich schräg, um nicht zu sagen: komplett widersprüchlich.

    Dann fordern Sie ein, was Sie als wissenschaftlich verstehen: schier endlose Quellenstudien zu „Schädigungen im BL/GL-Sektor“. Die Quellen wollen Sie aber nicht nennen. Stattdessen nennen Sie ein angebliches Ergebnis, eine „Schädigungsquote“ von 25-40%, die unumstößlich bewiesen sei (wenn dem so ist, wieso muss man dann eigentlich noch forschen?). Und das Schlimmste: Sie generalisieren das. Sie lassen das Argument, dass es die Gesellschaft ist, die die Schädigungen hervorbringt, nicht zu. Ihr „BL/GL-Sektor“ ist gesellschaftsübergreifend, Ihre Aussage: Pädophilie ist schlecht. Immer.

    Sie machen nichts anderes als andere Pädojäger, wollen dabei aber den Anschein von Wissenschaftlichkeit erwecken und locken sogar mit geheuchelten Komplimenten und verlogenem Einfühlungsvermögen. Besonders entlarvend ist dann diese Stelle in Ihrem letzten Kommentar:

    Mithin gibt es bei BL/GL ganz Berge von Ermittlungs- und Gerichtsakten, je nach Land auch eher Schulakten oder Streetworkerberichte.

    Und die durchzusehen, auch auf der Metaebene, ist für jeden Menschen, der nicht selber BL/GL ist, ungeheuer belastend.

    Die unermesslichen Aktenberge des Leids – ein Fest für jemanden, der selber BL/GL ist! Für alle anderen das nackte Grauen. Schön subtil verpackt, Ihre Verachtung, aber doch ganz, ganz deutlich.

    Zum Abschluss noch mal ganz deutlich meine Position: Ihre Aktenberge, sollte es sie denn geben, sind ein anderes Forschungsfeld als das, was mich interessiert. Mich interessiert das Dunkelfeld, mithin all jene Mann/Junge-Beziehungen, die von Eltern gebilligt oder ignoriert werden und unter dem „Deckmantel“ von Halbwahrheiten von der Obrigkeit unbemerkt verlaufen. Und darüber gibt es logischerweise so gut wie keine Daten!

  20. 20 Peter Mulzer 07. Februar 2012 um 0:30 Uhr

    Um vom Ende deines Beitrags her anzufangen: Über das *Dunkelfeld* gibt es keine Daten, klar. Das heißt aber nicht, daß hier nun positiv verlaufene BL-Begegnungen zu vermuten wären. Ebenso wahrscheinlich ist es, daß wir hier jene angsterfüllten Schweigerituale vorfinden, die aus der Rückschau jedem mittleren Analytiker nur zu vertraut sind, jahrelange Erpressungen, durch die die ganze Kindheit des kleinen Partners versaut wird – wenn Du was sagst, mein kleiner Schatz, dann (töte ich deine Mama) (zeige ich dein schmutziges Unterhöschen deiner Lehrerin) (verbrenne ich deinen Teddybär) .

    Ich *verachte* niemanden wegen seiner Wünsche. Auch wegen seiner Taten versuche ich ihn zu verstehen. Ich sehe mir nur einfach die Fallschilderungen an, versuche sie einzuordnen nach Häufigkeit, Bedeutung, danach, ob sie typisch sein könnten, versuche mir ein Bild von Täter und Opfer zu machen. Wenn du so herangehst an die Auswertung, dann ist für „Verachtung“ kein Platz. Ich bin weder der Regenbogenwald noch die Schotterblume, auch triggert mich schon lang nichts mehr.

    Du eierst derart jesuitisch herum angesichts meiner doch sehr einfachen Beweisführung, daß ich offenbar noch härter formulieren muß, was ich rüberbringen möchte:

    Wir haben 50 (schon aus mehreren ausgewählte) wissenschaftliche Arbeiten, ganz international, zur S c h a d e n s l a g e im vorpubertären BL- und GL-Bereich mit düsterem bis sehr düsterem Ergebnis.. Wir haben 3 oder 4 dito wissenschaftliche Aufsätze, die bei „geglückten“ BL-/GL-Beziehungen (geglückt für wen, nach welcher Definition) ein helles oder doch deutlich freundlicheres Bild zeichnen.

    Ich schlage vor, die 50 düsteren Arbeiten darzustellen, ebenso die 4 hellen, und dann zu diskutieren.

    Das ist ein sehr k o n k r e t e s und ehrliches Angebot, kein unverbindliches Geschwurbel. Du windest dich im Takt, nur um dieses Angebot nicht annehmen und einlösen zu müssen.

  21. 21 Sascha 07. Februar 2012 um 11:15 Uhr

    Die Kommentarmöglichkeit eines Blogs, in der es um Kommentare zu den Artikeln selbst gehen sollte, sind natürlich nicht der richtige Rahmen für eine Diskussion von 50 empirischen Arbeiten die mit dem Artikel selbst gar nichts zu tun haben.

    Aber: Dein Angebot ist zur Kenntnis genommen. Du hast schon jetzt die Möglichkeit, das P-Network-Forum (http://p-network.x90x.net/phpBB3/) dafür zu nutzen, und dort natürlich willkommen. Wie du sicherlich am Begrüßungsthread http://p-network.x90x.net/phpBB3/viewtopic.php?f=3&t=60 für jemanden namens „Nilpferd“ dort, der leider nichts mehr von sich hören lässt, (und dessen Position deiner so ähnlich ist, dass ich mich nicht ganz des Verdachts enthalten kann, dass du das selbst bist) entnehmen kannst.

    Im Spofo http://spofoh4ucwlc7zr6.onion/ hast du dich ja auch angemeldet, ist allerdings ein Metaforum, in dem inhaltlich nur Sicherheits- und Rechtsfragen on-topic sind. Aber ein zensurfreies Diskussionsforum für gerade solche Fragen ist dort geplant und im Aufbau, und das auch gleich zusammen mit einer Bibliothek und einem Portal mit wissenschaftliche Literatur zu diesem Thema. Dabei wäre deine Unterstützung höchst willkommen. Wenn es steht, werde ich die Adresse hier mitteilen.

    Bereite also am besten für diesen Moment schon einmal eine Literaturliste vor, die dann uns bekannte Literaturlisten wie http://newgon.com/prd/lib/index.html ergänzen und erweitern könnte. Auch vollständige Arbeiten wären wichtig, nützlich und sehr willkommen.

    Den Mitlesenden hier sei verraten, dass Peter Melzer in der Pädoszene bereits den festen Ruf hat, dauernd die Existenz einer Menge von Studien zu behaupten, aber niemals auch nur eine einzige davon konkret vorzustellen, sich also in etwa so zu verhalten wie das oben angesprochene Nilpferd im P-Network.

    Dies ist zwar kein besonders positiver Ruf, aber immerhin kann Peter ihn ja sehr leicht und auf einfache Art korrigieren, indem er einfach mal die Studien, an den hier vorgeschlagenen Stellen, präsentiert.

  22. 22 Peter Mulzer 07. Februar 2012 um 13:41 Uhr

    Werter Sascha / Danil /Mackay (sorry, ich blicke nicht durch),

    rasch eine Korrektur: Ich habe nicht „in verschiedenen Foren“ den Ruf, „große Dinge anzukündigen“. Das Gegenteil ist leider richtig – mein unveränderliches Merkmal ist eine fürchterliche Dickfälligkeit, eine für beweglichere Naturen schwer zu ertragende gerade Linie, auf der ich bestehe und die ich über Jahre hinweg durchziehe. Nun weiß ich nicht, ob du damals schon unter den Teilnehmern warst, aber laß dir gesagt sein: Es gab Jahre, da war ich an geschriebenen Zeilen und Beitragshäufigkeit gemessen einer der 5 aktivsten User im Jungsforum.

    Das Problem, warum wir im Augenblick nicht weiterkommen, liegt woanders. Im Jungsforum wird leider zumeist un- oder besser vor-wissenschaftlich diskutiert, mit – wohltuenden – Ausnahmen etwa von einem der Leons und anderen. Dieses Diskussionsniveau sehe ich etwa auf dem Niveau von lockeren, aber ernsthaft interessierten Gesprächskreisen im Fernsehen oder in den besseren Feuilletons der Presse. Ich habe früher auch so diskutiert, vor allem auch im alten Jungsforum.

    Inzwischen aber habe ich, ich schäme mich nicht, das zuzugeben, entdeckt, daß die beteiligten (Sozial- und Psycho-) Wissenschaften sich seit meiner alten Universitätszeit weltweit weiterentwickelt haben. Ich mußte vor drei Jahren quasi völlig neu anfangen, die jungen Semester hätten mich sonst ausgelacht schon auf mittlerer Seminarstufe. Das war für mich ein umwälzendes und belämmerndes Ergebnis: Ich war wieder fast ein Anfänger.

    Aus dieser Grunderfahrung heraus kannst du mich verstehen, und du könntest es ebenso halten. Setz dich ganz naiv in ein gut ausgestattetes Psychologisches Institut mit Freihandbereich, oder in eine große PH, arbeite dich parallel immer in die Tübinger Kriminologiebestände ein, die du per Fernleihe schnell bekommst, und lese von Anfang an international.

    Nein, es geht nicht anders. Dann hast du rasch den weltweiten Standard zur Pädophiliefrage in den beteiligten Wissenschaften.

    Soweit waren wir vor drei Jahren oder wann auch immer, als das Jungsforum es für besser hielt, die Diskussion nicht weiterzuführen.

    Die nächste Stufe hätte erfordert, daß ich a b s t r a c t s zuhanden der Diskussionmsteilnehmer angefertigt haben würde, mit vielen wörtlich einkopierten Zitaten. Auf dieser Stufe hat leider Brongersma, einst mein leuchtendes Vorbild (heute sehe ich ihn kritisch), unsauber gearbeitet.

    Erst wenn die Aufsätze und Monographien im Volltext zugänglich sind, im abstract von allen Teilnehmern überflogen und wichtige Textstellen direkt präsentiert werden, kann die Diskussion beginnen.

    Das ist eigentlich ganz selbstverständlich, nur eben nicht bei den Pädophilen. Es ist sehr komplex und man könnte das Thema „Rezeption der Forschung bei Pädophilen“ zum Gegenstand einer eigenen Arbeit machen. Denn da läuft vieles kurios, wo nicht grotesk. Es gibt eine sehr hohe Arbeitsstufe, wo die Teilnehmer schon „alles wissen“, vor allem philosophisch und juristisch. Aber immer mit Ausnahme der neueren Fachliteratur, denn wo es exakt wird, in Psychologie, Pädagogik, Kriminologie, fühlen sich die hochgeistigen Diskutierer nicht so wohl… Ich meine damit das Diskussionsniveau etwa in Koinos, in manchen NAMBLA- und in allen Gayme-Aufsätzen. Deine Art zu diskutieren erinnert mich übrigens sehr an Olaf S t ü b e n, den die Archivare bei der taz kürzlich so infam und feige aus ihren Nachweisen getilgt haben – seitenweise hat er ihnen Material geliefert, und nun wird mit ihm umgegangen als hätten wir „1984″. Pfui Teufel, seither fasse ich die Taz nur noch mit Fingerhandschuhen an.

    Die Aufbereitung der wissenschaftlichen internationalen Literatur in der von mir beschriebenen Weise ist unbedingt notwendig, sonst kommen die zwar hochmotivierten, aber praktisch-bibliographisch unerfahrenen User nicht mit. Es ist v ö l l i g unsinnig und für die Katz, wenn brave Literaturlisten ungeheuren Ausmaßes aufgestellt werden, die dann aber keiner lesen kann in der Praxis. Du lernst beim Erstellen von abstracts übrigens selber am meisten – bring mal 20 französische Schulpädagogik-Seiten auf eine Abstracts-Seite.

    Ich habs schon angedeutet, daß mir das v o r p u b e r t ä r e BL- und GL-Thema überhaupt nicht liegt, es ist, um es sehr unfein zu sagen, „nicht mein Beritt“. Mir ist völlig unklar, was man mit Bleistiftschwänzchen und Kinderleinmösen anfangen soll und kann. Aber gerade deshalb bin ich, glaube ich, recht gut geeignet, um eine solche Arbeit zu leisten und die Diskussion in Gang zu bringen.

    Randbemerkung: Was gestern im Jungsforum zur Odenwaldschule geschrieben wurde, ist von ziemlicher Blödheit. Hier haben wir in anderes, auch methodisches, Problem – ohne genaueste Lektüre der Foren, in denen das tagesaktuell diskutiert wurde, und wirklich fleißigster Quellenauswertung k a n n dazu nichts gesagt werden, was über Schwurbelniveau hinausgeht. Hier sind wir in meinem Arbeitsgebiet, bei TBL, und da habe ich seit dem ersten Tag, als die alte Odenwaldsache wieder hochkam, dokumentiert. Oft war es ein Wettlauf, um schnell noch zu erfassen, was tags darauf schon wieder gelöscht worden war. Übrigens sind die Fakten im ersten langen Fernsehfilm wie auch in der Jubiläums-Pressekonferenz und vom Anwaltsbüro zutreffend dargestellt worden. Die A n a l y s e aber war dann ziemlich schauerlich. Nur bitte, die Fakten stimmen.

    Zurück zum BL-/GL-Thema. Uns fehlt tatsächlich ein geeignetes Medium, um die geplante Diskussion zu führen. Man soll Hunde nicht zum Jagen tragen, und wenn das Jungsforum glaubt, den zarten Seelschen seiner User ein solch triggerndes Thema nicht zumuten zu sollen, kann ichs nicht ändern. Aber die anderen Foren haben einfach nicht die notwendige Userfrequenz. Es gibt schon genug Dokumentationsleichen im BL-/GL-Bereich.

    Zum Schluß: Dein neues Sicherheitsforum hat mehrere eingebaute Erbkrankheiten, die ihm ein langes Leben nicht verschaffen werden. Es wurde schon zurecht gesagt, wie unlogisch deine Forderung nach dem Ausschluß „rechtswidriger“, oder „illegaler“ Texte und Links rüberkommt, auch ist mir der Sinn der ganzen Geheimniskrämerei dunkel – ist es nicht viel besser, zu versuchen, in Deutschland ein l e g a l geführtes Rechtshilfe- und Rechtsdiskussionsforum einzurichten (nicht gei Google, aber etwa im Pornosektor von „Powernetz“) und dieses dann mit den deutschen Netzbehörden durchzufechten?

    Es ist ganz interessant, die Organisation des Jugendschutzes im Netz ist bei uns primär auf D i a l o g eingestellt. Du kannst jedes Netzvorhaben im Vorfeld, quasi konsultativ, klären und begleiten (lassen) – es wird nicht einfach abgeschaltet. Und die anderen Paragraphen (Unzucht, Billigung von Straftaten usw.) sind Schritt für Schritt abzuklären, wenn man das will.

    Ich hätte mich gefreut, wenn du ein deutsches Rechtshilfe- und Rechtsdiskussionsforum aufgebaut hättest anstelle dieses totgeborenen Kinds eines „Sicherheitsforums“. Abgesehen davon, ich lese auch EDV-Zeitschriften der böseren Sorte, und ich versichere dir, daß deine gutgemeinten „Sicherheitshinweise“ an User, die auf BL-/GL-Grenzwegen wandeln, in der Tagespraxis nur eines sind – brandgefährlich und weitgehend unwirksam. Außer dem beständigen Hinweis auf Verschlüsselung des eigenen Systems, den schon jeder Pfarrer und Anwalt beherzigen sollte, ist alles andere Glatteis.

    Nur Probleme ringsum…Sei freundlich gegrüßt.

  23. 23 Dex 07. Februar 2012 um 17:12 Uhr

    So allmählich fühleich mich hier an Thomas Bernhards Kalkwerk erinnert:

    Wikipedia: „In dem Roman geht es um den Protagonisten Konrad, der gemeinsam mit seiner Frau in ein abgeschiedenes altes Kalkwerk einzieht, um dort ungestört eine Studie über Das Gehör niederzuschreiben.“[…]Diese Studie hat Konrad angeblich schon seit Jahrzehnten im Kopf; er wartet aber noch auf den aller geeignetsten Moment, um sie zu Papier zu bringen.“

    Es versteht sich von selbst, dass Konrad, noch bevor er die Studie, für welche er die qualvolle „Urbantschitsche Methode“ an seiner an den Rollstuhl gefesselten, ihm ausgelieferten Frau exerziert, „endlich zu Papier bringen kann“,durchdreht, seine Frau erschiesst und sich selbst aus dem Fenster stürzt – Gleichzeitig sich selbst und die ausschliesslich ihm bekannte Studie über „Das Gehör“ auslöschend…

  24. 24 Sascha 07. Februar 2012 um 19:21 Uhr

    Achso Peter, alles klar: Die Foren, die dir angeboten werden, werden also als totgeborene Kinder und Pädophilie als Nebenthema abgelehnt, wenn es ans reale Arbeiten, also ans Posten, gehen soll. Ok, das war nach deinem Ruf ja zu erwarten, die einzig offene Frage war, was denn nun die Ausrede sein soll.

    Etwa nicht? Also ich erwarte jetzt gespannt deinen ersten Reply im Spofo, wo du konkret aufzeigst was an mindestens einem der dortigen Tipps brandgefährlich sei.

    Ansonsten: Das Onionland dient nicht der Geheimniskrämerei, sondern der Sicherheit vor staatlicher Zensur. Und mit Stazis will ich gar nicht zusammenarbeiten. Dazu ist mir meine Zeit einfach zu schade.

  25. 25 Humbug 08. Februar 2012 um 1:03 Uhr

    Wie wäre es mit einer Darstellung dessen, was in der Pubertät großartiges passiert – für den Anfang? Da wird doch immer viel suggeriert, aber selten etwas handfestens gesagt.

  26. 26 Peter Mulzer 08. Februar 2012 um 2:08 Uhr

    Werter Sascha,

    halten zu Gnaden, wenn ich auf Forenökonomie achten möchte. Meine Arbeitszeit ist zwar gratis, aber es handelt sich um eine gute Woche zusätzlicher Mühe, da muß man etwas planen. Wo veröffentlichen, wo diskutieren?

    Die abgrundtiefe Arroganz und Selbstherrlichkeit der Jufo-Admins hat mich schon mal zur Weißglut gebracht: Möchtest du die Tradition fortsetzen? Muß eigentlich nicht sein.

    Leute, ich muß euch um Disziplin bitten: Es geht nicht darum „etwas aufzuzeigen“, noch weniger „etwas zu sagen“, sondern um den Nachweis und die Darstellung des wissenschaftlichen Standards. Das ist Knochenarbeit!

    Was die „Sicherheit“ deiner Ratschläge angeht – wo soll ich da anfangen? Auch da wäre allein die Un-Sicherheit von Tor, die noch relativere Nicht-Sicherheit des vermeintlich verhehlten Netzes (in dem du das SpoFo und seine Nutzer geradezu ins Rampenlicht der Behörden bringst) nur durch die Auswertung neuester Fachliteratur darzulegen. Allein das Heise-Portal hat dazu ganze Leitzordner voll bereitliegen.

    Ich mag nicht feuilletonistisch plaudern über komplexe und wichtige Fragen. Entweder richtig oder gar nicht.

    Du siehst, ich bin heute nicht so gut drauf. Tut mir leid. Trotzdem freundlich PM

  27. 27 Sascha 08. Februar 2012 um 9:38 Uhr

    Über „Handfestes“ (was es bei Jungs ja auch schon lange vor der Pubertät gibt) zu berichten sollte man wohl doch besser woanders machen, es gerät zu schnell in Bereiche wo einem die Verbreitung von Kinderpornographie unterstellt werden könnte, selbst wenn man sich auf rein medizinische Fakten beschränkt.

  28. 28 Sascha 08. Februar 2012 um 16:00 Uhr

    Und nun noch mal zum Thema wie Missbrauchsfanatiker mit nicht ins Dogma passenden Kindheitserlebnissen umgehen:


    Beier warnt davor, wie findig die Vertreter der Pädophilie ihre Neigung schön reden. Bei der Pressevorstellung des Projektes „Kein Täter werden“ sei einer von ihnen im Raum aufgestanden und habe verkündet, dass seine sexuellen Erlebnisse im Kindesalter ihm keineswegs geschadet hätten.

    Also, wer sowas behauptet, ist selbst ein Pädophiler. Der Übergang ist hier sehr elegant versteckt worden: Aus jemandem, der eine Einschätzung seines eigenen Kindheitserlebnisses gibt, wird ein „Vertreter der Pädophilie“, und dann, gleich im selben Satz, jemand der seine eigene Neigung schön redet.

  29. 29 Sascha 08. Februar 2012 um 16:26 Uhr

    @Peter: Na dann eben gar nicht. Hier ist bestenfalls ein Ort für feullitonistisches Geplaudere, und selbst damit bist du unter diesem Artikel off-topic. Für Sicherheitsfragen ist das Spofo der Platz, aber auch dort bitte nicht pauschale Hinweise auf Leitzordner bei Heise, sondern konkrete Links auf konkrete Heise-Artikel.

  30. 30 Peter Mulzer 20. Februar 2012 um 15:32 Uhr

    Versuchen wirs noch einmal.

    Über die Hauptakteure im Jungsforum mache ich mir wenig Illusionen. Sie sind seit einem Jahrzehnt eingebunden in einen Teufelskreis, der ganz offenbar nicht zu durchbrechen ist. Gebetsmühlenartig wird ein meist auch noch schief interpretiertes Häuflein kurioser „wissenschaftlicher“ Außenseiterliteratur vor sich hergetragen und zum Credo erklärt. Daß weltweit aberhunderte seriöser Wissenschaftler zu entgegengesetzten, düsteren bis katastrophalen Ergebnissen kommen, wird einfach ausgeblendet.

    Das ist eine Katastrophe, nicht zuletzt für die BL und GL selbst, die auf einem Lügengebäude natürlich keine vernünftige Lebenshaltung aufbauen können.

    Ich setze nun, deshalb schreibe ich in deinem Blog, auf deine anarchistische E h r l i c h k e i t. Ein Anarchist, der sich selbst belügt, ist eine Karikatur der schlimmsten Sorte. In der Schweiz hatte ich vor Jahrzehnten engeren Kontakt zu Anarchisten und habe mich dort immer wohlgefühlt, denn du konntest mit aufrichtigen, bis zur Selbstzerstörung e h r l i c h e n Menschen diskutieren.

    Deshalb erneuere ich hier den Appell an dein anarchistisches Gewissen, einen freien, leicht zugänglichen, allgemeinen Forumsapparat einzurichten, in dem Wissenschaftler und ernsthafte Laien – keine Kinderschutzkreischen – aus beiden Sichtweisen, Für- und Gegen-BL/GL, miteinander über die S c h a d e n s f r a g e diskutieren können.

    Das ist für jeden BL und GL d i e Gewissensfrage, auch wenn die wenigsten das zugeben mögen. Du bist einer der wenigen Betroffenen, denen ich das intellektuell und moralisch zutraue.

    Ich kann dir dabei nur formal helfen, weil ich mich kaum in BL und gar nicht in GL einfühlen kann, das ist eine fremde Welt für mich. Wie du weißt, sitze ich an einer Arbeit über TBL und schon dieses Thema wächst mir über den Kopf. Ich bin aber gern bereit, Literatur zur Verfügung zu stellen und mitzudiskutieren. In diesem Zusammenhang wären vielleicht auch die abstracts zu Boychat, Garconniere (und Jungsforum) nützlich , die ich seit einigen Wochen erstelle.

    Ich fasse zusammen: Gründe eine neue Mackay-Gesellschaft zum Zweck der Aufnahme einer Diskussion der BL/GL mit Wissenschaftlern und ernsthaft arbeitenden Laien, tue das als ehrlicher Anarchist – das könnte in einem tieferen Sinn nützlich sein für dich und alle Beteiligten.

  31. 31 Ovid 22. Februar 2012 um 21:33 Uhr

    @Peter:
    Hat man denn die Ursache für den Schaden schon gefunden? Weil bisher zuckt da jeder nur mit den Schultern.

  32. 32 Nomen Nescio 23. Februar 2012 um 18:03 Uhr

    Auf dieser Seite beschreiben mutmaßliche Frauen ihre Masturbationserfahrungen:
    http://www.doubleclickheaven.com/old/female_masturbation_v.htm
    Interessant ist, dass etliche ihr ‚Einstiegsalter‘ angeben. Eine schreibt auch, dass sie zu masturbieren anfing, weil es sich so gut anfühlte, als ein Mann sie als 4jährige oral missbrauchte.
    Den Replik-Text des Seitenbetreibers gibt es auch auf Deutsch:
    http://www.the-clitoris.com/german/html/g_abuse.htm

  33. 33 Peter Mulzer 24. Februar 2012 um 1:11 Uhr

    @Postings von nomen nescio und Ovid

    Veralbern kann ich mich selber… Den Chef dieses dieses Blogs, halte ich für einen gescheiten Mann, freilich ohne seine Ansichten zu teilen – aber nach solchen Beiträgen ziehe ich mich zurück.

    Was ja wohl auch die Absicht der Schreiberin war. Das kannse haben. „Nescio…“

  34. 34 Sascha 26. Februar 2012 um 2:32 Uhr

    Deiner Aufforderung, „einen freien, leicht zugänglichen, allgemeinen Forumsapparat einzurichten, in dem Wissenschaftler und ernsthafte Laien … miteinander über die S c h a d e n s f r a g e diskutieren können“, folge ich gerne, auf Pais steht ein Unterforum „Wissenschaft“ bereit.

    Eine Bibliothek ist auch schon angedacht, ich hoffe dass bald wenigstens ein Platz zum Hochladen von Texten dazu bereitsteht.

    Nur, im Clearnet klassische Vereine gründen – ich denke das bringt nichts, dazu ist die Atmosphäre in der Gesellschaft zu vergiftet. Wissenschaftler trauen sich ja noch nicht einmal in wissenschaftlichen Journalen offen zu diskutieren.

    Wenn, dann könnte auch für ernsthafte Wissenschaftler ein Onion-Forum eine Chance sein, pseudonym den wirklichen Stand der Wissenschaft zu erläutern.

  35. 35 Peter Mulzer 26. Februar 2012 um 13:39 Uhr

    Du hast leider ein Hindernis fest eingebaut in dein neues Forum, das von den Nicht-BL/GL psychologisch kaum überwunden werden kann: Anders als für die konspirationsgeübten BL/GL-User hat Tor und Onion ein „Geschmäckle“ für Leute, die weltweiten liberalen Gedankenaustausch auf ihre Fahnen geschrieben haben, das sind heute fast alle ernstzunehmenden Wissenschaftler.

    Wer sich mit Tor- Onion-Winkelzügen ins Netz begibt, macht sich verdächtig! Vergiß nicht, wie sehr sich gerade die Wissenschaft zur Zeit um Freiheit und Offenheit im Netz bemüht – Idealfall ist der offene Universitäts- und Wissenschaftsserver, Webfreiheit pur.

    Übrigens habe ich, als geduldiger Mensch, durchaus versucht, deine Tor- / Onion-Lösung auszuprobieren (Firefox, Tor gut und schnell funktionierend, eher liberale Zonealarm- und Avira- Systeme, Windows XP). Die Anmeldung lief auch gut, aber n a c h der Anmeldung auf deiner Webseite (die bestätigt wurde) kam immer eine Art Redirection zum Tor-/Onion-System – 404… Ich konnte mich also anmelden, aber nach vollzogener Anmeldung wurde ich aus deiner Seite weggekickt.

    Da meine Konfiguration in bürgerlichen Kreisen die gebräuchlichste ist, wird fast jeder neue User verärgert die Teilnahme aufstecken.

    Ein Forum/ Archiv/ Diskussionsmedium deiner Art kann im Einklang mit den deutschen Netz-Jugendschutzbestimmungen unter gewissen Voraussetzungen geführt werden; wenn es auch zur wissenschaftlichen Klärung dient, sowieso. BL und GL können mit irgendwelchen Pseudonymen arbeiten und bleiben geschützt.

    Ich bin gern bereit, bei der Kontrolle und Diskussion der Inhalte mitzuarbeiten, um sie juristisch und auch psychologisch wasserdicht zu gestalten.

    Ein Forum/ Archiv dieser offenen Art hätte sehr gute Chancen, bekannt zu werden.

  36. 36 Sascha 27. Februar 2012 um 18:07 Uhr

    Um ein Forum mit Anmeldung zu benutzen, muss man Session-Cookies erlaubt haben, und man muss direkt auf die .onion-Seite zugreifen (weil die Cookies halt von dieser Seite kommen), während tor2werb.org (womit man surfen und sich sogar anmelden kann) nicht funktioniert.

    Wenn es Wissenschaftler gibt, die an einer offenen und fairen Diskussion mit uns interessiert wären, ständen diesen natürlich viele Möglichkeiten offen, insbesondere, natürlich, auf Uniservern ein Diskussionsforum einzurichten, auf dem Pädophile nicht gleich rausgekickt werden schon weil sie pädophil sind oder mal gegen Gesetze verstoßen haben, die sie als Unrechtsgesetze betrachten.

    Also, wenn du wirklich meinst, es gäbe solche Leute, mache ihnen mal den Vorschlag. Wenn das Problem lediglich darin besteht, dass Onionland wegen der dortigen Kipo-Server eine zu dubiose Umgebung ist, wird vermutlich von einem von Pädophilen organisierten Clearnet-Forum auch nicht begeistert sein. Ansonsten stände ihm ja beispielsweise http://p-network.x90x.net/ zur Verfügung.

    Abgesehen davon gibt es augenblicklich drei eigentlich funktionierende Clearnet-Foren, denen vom Provider gekündigt wurde und die sich, zum Teil schon wochenlang, auf der Suche nach einem neuen Provider befinden. Dieser Liste noch ein weiteres Forum auf Providersuche hinzuzufügen bringt wohl kaum etwas, vor allem angesichts der potentiellen Drohung mit der nächsten Kündigung.

    Ein Clearnet-Diskussionsforum, welches offen für Pädophile ist, aber langfristig mit fixer Adresse überleben soll, muss heutzutage also von Nichtpädophilen organisiert werden.

  37. 37 Oscar 20. Juni 2013 um 14:23 Uhr

    Danke Ihnen für den großartigen Mut, eine neue, ganz wichtige, ergänzende Sichtweise in die vernebelte Welt eindimensionaler, perverser Vorverurteilung und Selbstgerechtigkeit zu katapultieren. – der Wahrheit zuliebe.

  38. 38 Snoopy 14. Februar 2014 um 11:26 Uhr

    Mit der Entscheidende Grund für das Fehlen positiver Berichte liegt in der geistigen Entwicklung des Menschen. Jeder große Entwicklungssprung geht mit einer gewissen selektiven Amnesie einher in welcher sich das Hirn nicht mehr benötigter Reflexe, Erfahrungen und mitunter sogar Fähigkeiten entledigt.

    Das Gros aller Erlebnisse fällt diesem selektiven Vergessen anheim so weit die damit verknüpften Erfahrungen und Verhaltensweisen im weiteren Leben nicht mehr rekapituliert werden.
    In diesem Aspekt liegt im Übrigen auch der Gedanke des Traumas begründet. Erlebnisse die – gleichwohl sie keinen konkreten Nutzen als Efahrungswert mehr besitzen – unverarbeitet und unterschwellig weitergetragen werden und das Denken bestimmen.

    Es ist z.B. durchaus normal dass ein Grundschulkind sich nicht mehr daran erinnern kann dass es wenige Jahre zuvor als Kindergartenkind „Doktorspiele“ gespielt hat. Ebenso erinnern sich viele Kinder nach der Pubertät nicht mehr an homosexuelle Erfahrungen wie sie im Zuge der Pubertät durchaus häufig vorkommen.
    Tatsächlich erinnern können sich meist Jene welche die genannten Erfahrungen als sehr negativ empfunden haben – sowie Jene welche die damit verknüpften Muster rekapitulieren.

    Dies wird u.A. auch darin deutlich daß sich erwachsene Homosexuelle meist ausgesprochen gut an gleichgeschlechtliche kindliche Erfahrungen erinnern können, während letzteres bei Heterosexuellen meist nur dann der Fall ist wenn die Erlebnisse als ausgesprochen negativ in einem traumatisierenden Sinne erlebt wurden.

    Mit Blick auf die gesellschaftliche Wahrnehmung entsteht so natürlich tendentiell ein „doppel-negativ-Bild“ da die Negativerfahrungen koform lebender Menschen keineswegs durch die Positiv-Erfahrungen nicht-konform lebender Menschen kompensiert werden – sondern die positive Bewertung nicht koform lebender Menschen vielmehr sogar eine negative Bewertung verstärkendes Moment herangezogen wird.

    Insgesamt kommt hier natürlich noch hinzu dass ausdrücklich positive Stellungsnahmen zu einem sozial nicht anerkannten Verhalten auch nicht geeignet sind die soziale Position eines Menschen zu stützen.
    Ein heterosexuell lebender Mann kann keinen Vorteil daraus ziehen wenn er sich positiv über seine eigenen homosexuellen Erfahrungen in Kinheit und Jugend äußerst. (Auch dies mit Blick auf den Aspekt der Rekapitualation ein weiterer Grund für „selektives Vergessen“.)
    Ein Mann der sich in unserer Gesellschaft positiv zum Aspekt Pädophilie äußert sähe sich selbst dem Vorwurf pädophil oder homosexuell zu sein ausgesetzt – wodurch (wie bereits dargelegt) wiederun das Gewicht seiner Aussage ins Negative verkehrt wäre.

    Auch mit Blick auf Pädophile dürfte – so weit damit keine ausgesprochen negativ-Erlebnisse verbunden sind – dieser Aspekt greifen. Der später heterosexuell lebende Mann wird seine Erlebnisse mit dem Pädophilen etwa in der Art und Weise vergessen haben wie auch beste Spielgefährten und Freunde aus der Kindheit vergessen werden, nachdem der Kontakt entsprechende Zeit abgebrochen ist.

    Dieser Gesamtkomplex ist natürlich auch mitverantwortlich für das negative und verzerrte Bild des Pädophilen in der Gesellschaft. Der Pädophile begegnet uns medial gerade mit Blick auf die Missbrauchsdebatte meist als seine physische, gesellschaftliche oder geistige Überlegenheit ausnutzender (triebgesteuerter) Vergewaltiger der seelische und körperliche Schmerzen des Kindes zumindest billigend in Kauf nimmt.
    Genau dieser Pädophilen-Typ ist schließlich der der übrig bleibt wenn sämtliche positiv oder neutral besetzten Erinnerungen ausklammert bleiben.

    Was bleibt also als Fazit? Pädophil sein ist so lange ok – und bleibt wohl in der Regel auch ungestraft – wie der Pädophile seinen jüngeren Partenern gegenüber gerecht wird.

    Bedenklich ist somit mit Blick auf die Strafverfolgung eigentlich für die Entwicklung des Kindes unbedenklicher Pädophiler vor allem die Strafbarkeit indirekter Verhaltensweisen wie z.B. den Besitz von KiPo.
    Hier wäre zumindest eine genauere Differenzierung was das sichergestellte Material anbelangt wünschenswert.
    Der Besitz von Material welches zumindest – in dubio pro reo – die Auffassung erlaubt es sei unter konsensualer Mitwirkung der betroffenen Kinder entstanden, sollte straffrei gestellt bleiben. Letzteres wäre auch mit Blick auf die Rechtssicherheit bei Besitz per se nicht sexualisierter Inhalte (Nackte Kinder in der Kunst; FKK-Bilder) sicherlich zur Vermeidung von Fehlurteilen hilfreich.

    Ungeachtent hiervon ist es mit Blick auf das zu schützende Rechtsgut (Kind) natürlich angezeigt und legitum den Besitz ausgesprochen rohen/entwürdigenden Materials auch als ein Indiz für das Vorliegen einer Kinder gefährdenden psychischen Störung des Besitzers zu werten und das Vorliegen entsprechenden Materials als legitimen Anhaltspunkt für weitere Ermittlungen und der Suche möglicher Betroffener im Umfeld des Besitzers zu betrachten.

  1. 1 Selbstimmunisierung « h i d s Pingback am 05. Februar 2012 um 18:37 Uhr
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