Gewaltpornographie

Während ich bisher angenommen hatte, Kinderpornographie sei im wesentlichen die Darstellung einvernehmlicher sexueller Kontakte – Grund dazu hatte ich, aufgrund vielfältiger Kontakte zu Boylovern, unter denen mehrere auch entsprechende Pornographie sammeln, genug – und die Berichte der Medien als reine Hetze betrachtete, scheint es doch andere Teile der Kipo-Szene zu geben, in denen das Verhältnis anders aussieht:

1) Graphik 1: Einvernehmlichkeitsgrad Gesamt-Mädchen-KiPo in Prozent

47,58% nicht einvernehmlich
29,07% einvernehmlich
15,71% nicht deutbar
07,64% neutral

Gesamtdateien: 1362

2) Graphik 15: Einvernehmlichkeitsgrad Gesamt-Jungs-KiPo in Prozent

73,36% einvernehmlich
15,72% neutral
5,68% nicht deutbar
5,24% nicht einvernehmlich

Gesamtdateien: 458

3) Graphik 29: Einvernehmlichkeitsgrad Gesamt-CL-KiPo in Prozent

95,16% einvernehmlich
04,84% nicht deutbar

Gesamtdateien: 124

Quelle für diese Statistik ist ein Jufo-Artikel. Noch keine etablierte Wissenschaft, obwohl an der Qualität im Vergleich zu üblichen wissenschaftlichen Arbeiten zu solchen Themen nichts zu meckern ist. Potentielle Fehlerquellen gibt es zwar viele, aber sie werden auch gar nicht verheimlicht, und andere Methoden sehen dabei auch nicht besser aus. Für die Wissenschaft gilt letztendlich, dass man die besten vorhandenen Daten verwenden sollte, und solange es keine besseren gibt, nimmt man eben diese.

Die Massenmedien sind durch diese Zahlen keineswegs gerechtfertigt. Würde man ihnen glauben, gäbe es so etwas wie einvernehmlichen Sex bei Kinderpornographie ja überhaupt nicht. Trotzdem, diese Zahlen korrigieren auch meine Vorstellungen von den Anteilen – meine bisherigen Vorstellungen entsprechen denen, die hier für Jungs-Kipo angegeben sind – was kein Wunder ist, ich bin ja schließlich Boylover, und die meisten meiner Kontakte sind auch Boylover. Und ich bin auch nicht der Einzige, den diese Zahlen verwunderten. So meinte ja auch Leon:

Übrigens ist nicht nur dir der Wert an Abusographie in diesem Kontext merkwürdig vorgekommen. Viele russische Boylover konnten es sich auch nicht vorstellen. Mich persönlich hat der Wert auch überrascht…

Allerdings: So sehr überrascht haben mich diese Zahlen nun auch nicht. Merkwürdig kamen mir nur die zusammengefassten Zahlen vor, wie sie ursprünglich gepostet worden waren (hier). Ich hätte pauschal auf rund 5% nicht einvernehmlich getippt, was ja dann auch fast exakt der Wert bei Jungs war.

Dass sich Sex zwischen Männern und Mädchen in vielen Zahlen weitaus problematischer darstellt als Sex zwischen Männern und Jungs war mir auch vorher schon bekannt. Jungen reagieren beispielsweise in sehr vielen Studien sehr viel positiver: (wie z.B. hier zusammengefasst).

Ähnliches kann man auch von Studien über Schäden sagen. Schon die Unterschiede in den Zahlen der Studien hat mich seinerzeit beeindruckt. Studien, die die Folgen sexuellen Missbrauchs von Mädchen untersuchten, war zumindest zu der Zeit, als ich das verfolgte, auffallend größer als die, die solche Schäden bei Jungen untersuchten.

Dies klingt zwar nur recht indirekt. Aber Wissenschaftler untersuchen schon von sich aus bevorzugt das, wo man etwas nachweisen kann, und das Publizieren von Studien, die statistisch signifikante Ergebnisse haben, ist sehr viel leichter. Aber auch was die Inhalte betrifft, sieht es ähnlich aus. Bei Baurmann 1983 liest man beispielsweise

Gleichgeschlechtliche Kontakte spielten statistisch und kriminologisch keine wesentliche Rolle bei der Untersuchung (S. 215 ff). Zum einen machten sie nur 10-15% der Fälle aus und zum anderen waren die beschriebenen sexuellen Handlungen „harmloser“, fast ausschließlich ohen Gewaltanwendung durch den Beschuldigten (S. 287 ff) und es fühlte sich deshalb auch keines der männlichen Opfer geschädigt. In diesen Fällen konnte auch kein Schaden mit Hilfe der Testverfahren gemessen werden.

Damit haben wir also lediglich noch ein weiteres Gebiet, auf dem Sex mit Mädchen weitaus problematischer ist als Sex mit Jungs.

Sind Girllover nun schlimmer als Boylover?

Nun, dies anzunehmen gibt es keinen Grund. Nur, sie haben ein Problem: Man kann sie in all solchen Statistiken nicht von all denen trennen, die Sex mit Kindern aus anderen Gründen vorziehen: Sadisten, für die Kinder interessant sind, weil sie sich nicht wehren können. Inzest-Väter, die bei Eheproblemen auf ihre Töchter ausweichen. Also Leute, die gar nicht pädophil sind, die Erwachsene vorziehen würden, für die Kinder lediglich Ersatz sind. Und die entsprechend problematisch mit diesem Ersatz umgehen.

Und all die Ersatztäter dürften sich nun einmal ähnlich auf heterosexuell vs. homosexuell aufteilen wie es ansonsten auch üblich ist – also 95% Heten zu 5% Schwule.

Unter den Pädophilen ist die Verteilung ja ganz anders, auch wenn die Zahlen stark variieren, gehe ich bei Boylover zu Girllover etwa von 50:50 aus.

Und daraus folgt die für die Girllover recht ungünstige Situation, dass es in allen Statistiken, die Sex mit Mädchen betreffen, viel mehr um heterosexuelle Ersatztäter geht, während es bei Sex mit Jungs viel eher darum geht, was Boylover mit Jungs machen.

Insbesondere in der obigen Statistik passen die Zahlen durchaus zusammen: Bei geschätzt genauso vielen Girllovern wie Boylovern tauchen in der Statistik 396 einvernehmliche Mädchenkipos und 336 einvernehmliche Jungskipos auf. Und die nicht einvernehmlichen 648 Mädchenkipos stehen zu den 24 nicht einvernehmlichen Jungskipos in einem dem Verhältnis Heten zu Schwulen erstaunlich ähnlichem Verhältnis.

Wie aber umgehen mit Gewaltpornographie?

Trotzdem, auch wenn wir die Girllover hier entlasten können, gibt es doch ein anderes Problem, jedenfalls für mich. Was bisher für mich eine vernachlässigbare Größe war – nämlich Gewaltkinderpornographie – die nur aufgrund von extremer Medienhetze von 5% auf 100% hochgepuscht wird, erweist sich nun, mit grob der Hälfte, doch nicht als so vernachlässigbar.

Wie also damit umgehen? Sind nun die Kipo-Jäger wenigstens teilrehabilitiert? Bekommen die Hetzer in den Medien mildernde Umstände, weil sie nicht von 5%, sondern von 50% auf 100% hochlügen? Es ist in jedem Fall eine Gelegenheit, zu überdenken, wie man mit der halt doch nicht so seltenen Gewaltkinderpornographie umgehen sollte.

Was meine Empfindungen betrifft, finde ich mich hierbei plötzlich auf der Seite der Mehrheit wieder. Für jemanden wie mich ist dies allein schon etwas erschreckend. Meine Empfindungen sind dieselben wie die des Mobs. Vorsicht ist allein schon deswegen angeraten.

Aber trotzdem, auch wenn ich meine bisherigen Argumente zur Kipo-Verfolgung von diesem neuen Blickpunkt aus überprüfe, es ändert sich nichts. (Was nun, ein bisschen Eigenlob muss auch mal sein, auch nicht so verwunderlich ist – schließlich habe ich mich schon immer um Neutralität bemüht.)

Wer sind die Gewaltpornosammler eigentlich?

Also, sind nun diese ekligen Typen, die solche perversen Vergewaltigungs-Pornos geil finden, Verbrecher, die man wegsperren sollte, am besten für immer? Nein. Aber sehen wir uns erstmal die Gründe an, warum man solche Leute verfolgen sollte.

Ein recht natürlicher Wunsch hinter der Kipoverfolgung ist, dass man dadurch hofft, Menschen zu enttarnen, die Kindern gefährlich werden könnten. Der Pädophile, wie man ihn aus den Medien kennt, ist ein solches gefährliches Monster, welches man möglichst gerne enttarnen möchte, bevor es sich an realen Kindern vergreift.

Aber dass es sich bei den Konsumenten von Gewaltkinderpornos um Pädophile handelt, ist eben nicht zu erwarten. Die obigen Zahlen sprechen dafür – bei Jungspornos, bei denen man davon ausgehen kann, dass sie von Boylovern bevorzugt werden, ist der Gewaltanteil gering. Aber auch bei Girllovern ist es recht irrational, davon auszugehen, dass sie gerne Gewaltpornographie konsumieren. Der normale Pornographiekonsument zieht Pornos vor, in denen die nach Alter und Geschlecht bevorzugte Gruppe die sexuellen Handlungen gerne und lustvoll mitmacht. Und in dieser Hinsicht sind Pädophile nun einmal sehr normal.

Sicherlich findet man, wenn man Pädophile identifiziert, auch Leute, die möglicherweise mal Sex mit Kindern haben werden. Aber das ist normalerweise eben auch die Art von Sex, die sie in den Pornos bevorzugen, nämlich einvernehmlicher Sex. Und, auch wenn die Medienhetzer anderes behaupten, ist einvernehmlicher Sex eben keine Gefahr für die Kinder.

Wer aber sind Gewaltpornosammler eigentlich? Hier gibt es von der sexuellen Präferenz her gesehen ganz natürliche Kandidaten – nämlich die Sado-Maso-Szene.

Einmal wären da die Sadisten. Leute, die man, sicherlich auch mit gutem Grund, für gefährlich halten kann. Allerdings haben Sadisten durchaus legale Möglichkeiten, ihre sexuellen Triebe auszuleben, in einer einvernehmlichen SM-Szene. Gewalt gegen Kinder ist für sie vor allem dadurch sexuell interessant, dass Kinder besonders hilflos sind. Die wenigsten von ihnen sind außerdem noch pädophil, also auch noch sexuell am Kinderkörper selbst interessiert. Also, so gefährlich für Kinder ist dieser Kreis der Gewaltpornosammler nicht.

Noch klarer, dass man völlig harmlose Leute trifft, wenn man Gewaltpornosammler verfolgt, wird es bei den Masochisten. Die stehen ja sexuell überhaupt nicht darauf, anderen Menschen Gewalt anzutun. Im Gegenteil. Eine Gefahr für Kinder stellen sie also überhaupt nicht dar. Für sie sind solche Gewaltvideos sexuell interessant, weil sie in ihren sexuellen Phantasien vergewaltigte Kinder sind.

Und, sicherlich, gibt es noch andere Kiposammler. Beispielsweise einfach nur Neugierige. Das sind vermutlich die, die sich am ehesten erwischen lassen – weil es ihnen gar nicht wichtig ist, sie so etwas nur nebenbei mitnehmen, und eben auch nur nebenbei an die entsprechenden Sicherheitsvorkehrungen denken. Und die fallen auch am leichtesten auf die Honigtöpfe hinein, die die amerikanische Polizei gerne aufstellt. Nutzen tut das niemandem, von einer Prävention realer Straftaten kann bei dieser Gruppe überhaupt keine Rede sein.

Dass solche Leute allein durch Kipo-Anschauen pädophil werden könnten ist so extrem dumm, dass einem die Worte fehlen. Niemand wird durch Pornos in seiner sexuellen Neigung verändert. Ginge das, hätten wohl so ziemlich alle Menschen mit abweichenden sexuellen Neigungen sich selbst durch das Ansehen normaler Hetenpornos schon lange von ihren Abweichungen „geheilt“. Leider bringt das überhaupt nicht. In der anderen Richtung bringt es genauso wenig.

Strafverfolgung von Gewaltpornosammlern?

Aber selbst wenn man ihnen Gefährlichkeit unterstellt, und auch wenn ich sie eklig finde – sie schaden objektiv noch niemandem. Und bevor man jemanden wegsperrt – und ihn damit auf extrem schwere Art schädigt – muss er schon selbst jemanden geschädigt haben, und dies auf eine durchaus schwere Art.

Und dies gilt auch deshalb, weil ich überzeugt bin, dass Abschreckung funktioniert. Genau deshalb ist es wichtig, dass es einen möglichst großen Unterschied gibt zwischen der realen Vergewaltigung und dem Ersatz – dem Anschauen von Vergewaltigungsvideos.

Aber könnte es nicht sein, dass das Anschauen solcher Videos bewirkt, dass man dann irgendwann doch auch selbst vergewaltigen will? Durchaus möglich. Allerdings recht spekulativ. Aber auch gerade dann ist es ja wichtig, dass es eine hohe Hürde gibt zwischen dem Anschauen solcher Videos und der realen Vergewaltigung. Gerade dann ist es wichtig, dass der Videogucker nicht schon durch das Videogucken allein zum Schwerverbrecher geworden ist.

Man bedenke: Zugang zu und Besitz von illegalen Daten ist in Zeiten von Tor und Truecrypt leicht und relativ sicher. Egal wie hoch also die Strafandrohungen sind, der Videogucker lernt am eigenen Beispiel, dass man kriminell sein kann und trotzdem unbehelligt leben kann.

Ok, es sei denn, er wird gefasst. Aber was erreicht man damit? Man ruiniert seinen sozialen Status, zerstört sein soziales Umfeld, also all das, was normalerweise Menschen davon abhält, kriminell zu werden. Ist der Ruf erst ruiniert, lebt es sich ganz ungeniert. Ist es das, was man wünschen sollte? Ich würde sagen, es ist eher das genaue Gegenteil.

Also, egal ob die Strafverfolgung von Videoguckern „Erfolg“ hat oder nicht, der „Erfolg“ der Strafverfolgung ist jemand, der sehr viel weniger Hemmungen hat, wirkliche Verbrechen zu begehen.

Ist die Weiterverbreitung für die Opfer nicht extrem belastend?

Sicherlich ist der Gedanke daran nicht angenehm. Aber dieser Gedanke daran ist unabhängig von der realen Verbreitung. Er ist auch da, wenn der Täter lediglich, um das Opfer weiter zu erniedrigen, behauptet, er würde das Video nun verbreiten, dies aber aus Angst vor der Strafverfolgung gar nicht tut. Möglicherweise ist er aber auch gar nicht da, obwohl das Video verbreitet wird, weil das Opfer gar nichts davon weiß.

Und wenn der Gedanke einmal da ist, dann kann auch eine noch so ideale Polizeiarbeit nicht mehr verhindern, dass er bleibt – irgendeine Garantie, dass alle Kopien vernichtet wurden, kann es ja im Prinzip nicht geben. Im Gegenteil, jeder Polizeierfolg – man hat das Video bei jemandem entdeckt – verstärkt, wenn er dem Opfer bekannt wird, den Gedanken daran nur noch, da es auf eine weite Verbreitung seines Videos hinweist. Oft genug wird dem Opfer dadurch erst bekannt, dass ein Video, das eigentlich nur für den Privatgebrauch gedreht wurde, eine solche Verbreitung gefunden hat.

Der Kinderpornomarkt

Auch das Märchen vom Milliardenmarkt Kinderpornographie bleibt so verlogen wie es immer schon war. Und die Argumentation damit bleibt auch so irrational wie bisher.

Die Musik- und Filmindustrie klagt, möchte kostenlose Tauschbörsen mit allen Mitteln bekämpfen, am liebsten langjährige Haftstrafen für Copyright-Verletzungen sehen. Wollen die das etwa, um den Musik- und Filmmarkt zu bekämpfen? Natürlich nicht. Im Gegenteil, sie wollen möglichst viel Geld machen mit Musik und Filmen.

Aber genau dasselbe – nämlich die Bekämpfung von kostenlosen Kipo-Tauschbörsen mit Androhung hoher Haftstrafen für alle Nutzer und Verbreiter – soll angeblich gegen den Kipo-Markt gerichtet sein?

Äh, geht es noch? Das von der Musikindustrie zu ihrer finanziellen Rettung Gewünschte dient der Bekämpfung einer angeblich existierenden Kipoindustrie? Wenn man so etwas liest, werden Konspirationstheorien, bei denen diese angeblich existierende Kipoindustrie die Politik unterwandert hat, irgendwie plausibel.

Nein, ich werde deswegen nicht zum Konspirationstheoretiker. Hier lässt sich natürlich alles mit Dummheit erklären, weswegen man auf Konspiration verzichten kann. Die Dummheit der Massen ist hier gemeint, die Zusammenhänge, die länger sind als zwei Worte wie gegen Kipo, nicht zur Kenntnis nehmen.

Also: Einen Milliardenmarkt Kipo gibt es nicht, er ist eine Medienerfindung. Gäbe es ihn, dann wäre das beste Mittel gegen ihn ganz einfach: Den Handel verbieten, aber den kostenlosen Tausch und Besitz erlauben.

Was spräche denn dagegen? Man müsste nachweisen, dass jemand damit handelt, um ihn verknacken zu können, was aber schwerer wäre, als ihm nur Besitz nachzuweisen? Na, so schwer ist das ja nun auch wieder nicht. Wenn nur der Verkauf illegal ist, können ja zivile Fahnder selbst nach deutschen Prinzipien ganz legal auf die Suche nach illegalen käuflichen Angeboten gehen, ganz legal bezahlen, und nach der Lieferung hätten sie dann den Beweis. Das wäre rechtlich gesehen sogar leichter als heute, wo zumindest in Deutschland ein solcher Einkauf den Ermittlern verboten ist. Klar, dieser Unterschied ist unwesentlich, denn einem einigermaßen cleveren Verkäufer käme man auch so nicht auf die Spur. Aber eben genau wie heute auch schon.

Auf einem Markt herrscht Angebot und Nachfrage. Und auf einem Markt, wo es genügend kostenlose Angebote gibt, ist der Preis generell niedrig. Es gäbe da die Frage der Qualität – aber mit der technischen Verbesserung digitaler Kameras verschwindet der Unterschied, und auch Laien können immer leichter zumindest technisch hohe Qualität anbieten. Die Aussichten für einen professionellen Kipo-Markt wären also schlecht, selbst wenn der Handel selbst legal wäre. Wäre Handel illegal, kostenlose Verbreitung jedoch legal, würde ein Handel kaum aufkommen.

Faktisch spielt er schon heute kaum eine Rolle. So erwies sich in einer Untersuchung: die
Trends sind eindeutig: So war in nur 10 von 81 Fällen Geld im Spiel.
Mich wundert hier eher, dass es so viele sind. Aber das dürfte einen einfachen Grund haben: Geldüberweisungen lassen sich sehr viel leichter nachverfolgen als das Verbreiten von Bildern.

Also, das, was angeblich die Kipoverbreitung so verwerflich macht – die Förderung der Herstellung von Kipo durch Schaffung eines Marktes – kann man überhaupt nur einem Achtel der deswegen Verfolgten vorwerfen.

Ganz abgesehen davon, dass auch in diesen Fällen eine Ursache-Wirkungs-Beziehung lediglich eine sehr theoretische Annahme ist. Denn empirisch sieht wenig danach aus, dass allzu viel für den Verkauf hergestellt wird.
Schuijer & Rossen schreiben beispielsweise selbst über Zeiten als es kommerzielle Kipo legal gab:

The work group suggested that the American claims that 70% of all commercial material comes initially from private sources was correct. Typical of this material is the generally poor quality, and usually black and white photographs. The photographs were apparently not made with publication in mind.

Also, geschätzte 70% der kommerziellen Kipo wurde damals gar nicht für die kommerzielle Nutzung hergestellt, sondern sind Privatvideos, die gar nicht für die Verbreitung hergestellt wurden, sondern erst irgendwann später mal zu Geld gemacht wurden. Und heute gibt es guten Grund zur Annahme, dass diese „nichtkommerzielle kommerzielle“ Anteil noch höher ist.

Die Verfolgung der Vergewaltiger

Eine Legalisierung kostenlosen Tausches hätte auch noch einen anderen positiven Effekt: Solche Videos würden schneller und weiter verbreitet werden als heute, und damit schneller und wahrscheinlicher bei der Polizei landen. Und für die Polizei ist ein Vergewaltigungsvideo wichtiges Beweismaterial, welches durchaus zur Überführung der Täter beitragen kann.

Für die Polizei wäre es in dieser Hinsicht ideal, wenn es Plätze gäbe, wo jeder Liebhaber von Vergewaltigungsvideos seine Sammlung ohne eigenes Risiko hochladen könnte, und, neben anderen Liebhabern solcher Videos, eben auch die Polizei all diese Videos herunterladen könnte.

Könnte man hingegen die kostenlose Verbreitung effektiv bekämpfen, würde die Polizei sich von dieser Art von Informationsquellen über reale Verbrechen selbst abschneiden. Eine extreme Dummheit, weil es hierbei um
eine Verschlechterung der Strafverfolgung der wirklich schweren Verbrechen handelt – nämlich der realen Vergewaltigung von Kindern.

Durch eine Strafverfolgung einer kostenlosen Verbreitungsszene verringert sich nicht nur die Wahrscheinlichkeit, dass solche Videos überhaupt in Polizeibesitz gelangen. Es ist auch zu erwarten, dass dies weitaus später erst passiert. Auch das ist aber fatal für die Strafverfolgung: Je schneller ein solches Vergewaltigungsvideo in die Hände der Polizei gelangt, desto eher kann dies zu einer Überführung des Täters führen. Irgendetwas aus dem Video könnte wiedererkannt werden – aber die Wahrscheinlichkeit dessen sinkt mit der Zeit, schon durch Vergessen, aber auch durch das Älterwerden der Kinder. Auch die Wahrscheinlichkeit, dass man Kleidung, Möbel, und was noch alles auf dem Video sieht, in der Realität noch so vorfindet, dass es Beweiskraft haben kann, sinkt.

Und da wäre auch noch der Missbrauch durch den Staat

Ich habe es mir für den Schluss aufgehoben – das wohl im Prinzip allerwichtigste Argument gegen die heutige Kipohysterie, nämlich den Missbrauch durch den Staat.

Denn es ist offensichtlich genug, dass der Staat, als Institution, hierbei ein ganz anderes Interesse hat: Den Aufbau einer Kontrolle über das Netz. Dass der Kampf gegen Kinderpornographie nur Vorwand ist, um etwas kontrollieren zu können, was dem Staat selbst gefährlich werden könnte – eine freie Neue Welt, in der es keine staatliche Zensur mehr gibt.

Nichts ist zum Aufbau einer solchen Zensur geeigneter als eine Gruppe von Menschen, die etwas verbreitet, was allgemein Abscheu erregt. Pornographie, in der die Vergewaltigung von Kindern darstellt wird, ist so etwas.

Und daher sollte man keinesfalls vergessen, dass die andere Gefahr eine sehr viel größere ist – eine totalitäre Gesellschaft, in der der Staat kontrolliert, was gesagt und gedacht werden darf, und in der der Staat dies auf die brutalste Art und Weise durchsetzt, und auch durchsetzen kann, weil jeder, der die Wahrheit über die staatlichen Verbrechen verbreiten will, in ein KZ wandert. Eine Gesellschaft, in der die Sadisten nicht heimlich Vergewaltigungsvideos anschauen, sondern ganz legal, als KZ-Aufseher, ihre sadistischsten Triebe an allen ausleben können, die gerade als Untermenschen oder Volksfeinde gelten.

Die Etablierung von Zensur ist immer und überall auf der Welt eines der ersten und wichtigsten Mittel gewesen, um Unrechtssysteme zu errichten und zu festigen. Und damit ist der Kampf gegen Zensur, gegen jegliche Zensur, das wohl wichtigste und sicherste Mittel zur Verhinderung einer solchen Diktatur.

Und dazu gehört es, die Zensur auch dort zu bekämpfen, wo die verbreiteten Ideen und Darstellungen uns selbst zutiefst verletzen.

Und dies nicht nur in der Politik, sondern überall. Denn einmal, auf einem Gebiet technisch etabliert, kann und wird die Zensur ausgeweitet werden. Verfassungen und Grundgesetze sind zur Verteidigung dagegen zwar nett gemeint, aber kaum wirksam, da es letzten Endes nur staatliche Gerichte sind, die beurteilen, ob die Zensurgesetze verfassungskonform sind.

Der weitaus sicherere Schutz ist ein Netz, für welches man nur ein Grundrecht verteidigen muss – das Recht auf den Schutz seiner Privatsphäre durch starke Verschlüsselung: My truecrypt-container is my castle.

Aber wenn wir diesen neuen zentralen Teil unserer Privatsphäre vor dem Großen Bruder verteidigen, für alle, dann verteidigen wir damit zwangsläufig auch die Freiheit eines jeden Menschen, dort, neben Ideen, die wir für gefährlich halten, auch pornographische Darstellungen zu sammeln, die wir widerlich finden.

Was bleibt

Gerade auch wir Boylover sollten uns nicht dazu verlocken lassen, uns gegen eine andere Minderheit aufhetzen zu lassen.

Einerseits sollte uns dies ja leichter fallen als anderen – wir haben schließlich schon am eigenen Leib gespürt, wie unrecht Mehrheiten haben können.

Und doch, die Verlockung ist groß, auf der Seite der Guten, der moralisch Anständigen, der Mehrheit zu stehen. Und dem Gefühl der Abscheu nachzugeben, das uns befällt, wenn wir mit Bildern von Vergewaltigungen konfrontiert werden.

Aber es ist genau dieser gute Vorsatz, mit dem der Weg in die totalitäre Hölle des alles kontrollierenden Staates gepflastert ist.

Wir sollten sehr vorsichtig sein, dass unsere Gefühle nicht missbraucht werden für eine Menschenjagd auf irgendwelche anderen Minderheiten.


17 Antworten auf „Gewaltpornographie“


  1. 1 Bagoas 30. Dezember 2011 um 23:08 Uhr

    Guter Artikel!
    Logisch…und damit vernuenftig!
    Hoffentlich lassen sich all die ‚Untertanen‘, die vielleicht auch mal einen Blick in diesen Blog werfen, das mal bedacht durch den Kopf gehen…

    Bagoas

  2. 2 Leon 30. Dezember 2011 um 23:14 Uhr

    Ob nun Gewaltpornographie oder nicht, ich wohl nur sehr schwer zu unterscheiden. Ist das Material nicht unter Zwang hergestellt,sollte man das wohl doch ein wenig entspannter shen, aber wie soll man das mit Sicherheit unterscheiden?
    Ich traue mir prsönlich nicht zu einein Unterschied zu erkennen. Auch aus diesem Grund bin ich strickt gegen kipo.

    Was den Unterschied ZwischenBL und GL angeht, so glaube ich nicht, dass sich eine Seite der anderen ggenüber moralisch überlegen fühlen kann.
    Wi du ja geschrieben hast, werden die Taten, welche von Ersatztätern Verübtwerden vorallem den Gl zugschrieben, was die „Statistiken“ mit Sicherheit sehr verzert.

  3. 3 Horrorshow 03. Januar 2012 um 13:36 Uhr

    Vielleicht wird Gewaltpornographie oft gar nicht als solche konsumiert, sondern eher als Horrorstreifen. Einen Horrorfilm mit „zerfetzten Kinderkörpern“ fände ich vielleicht ganz unterhaltsam, wenn es ein reales Geschehen ist, wäre das allerdings makaber. Es gibt auch eine Dokumentation „Faces of Death“, wo reale tödliche Unfälle zu sehen sind.

    Enthauptungsvideos waren einmal ein Skandalthema in den Medien. Ich habe aber auf Anhieb keine finden können, obwohl die aufständischen Tschetschenen solches Material wohl zur Zersetzung ihrer Feinde in Umlauf bringen sollen.

    Ich glaube, dass das ständige Gerede von gewalttätiger Kipo sich mittlerweile von selbst erfüllt hat, weil es die Horrorfreunde oder Gewaltpornoliebhaber erst auf Kinder bringt. Dagegen scheint bei den FKK-Aufnahmen Gewalt gar keine Rolle zu spielen, obwohl man Ohrfeigen oder Striemen durch Schläge ganz legal abbilden könnte.

    Vielleicht neigen Sadisten auch eher dazu, ihre Aufnahmen zu verbreiten, um ihre Opfer weiter zu demütigen. Die 50% Gewaltpornos bei Mädchenkipo könnten im Umlauf sein, ohne groß nachgefragt zu werden. Wo kein Geld fließt und man auf das Urheberrecht pfeift, wird auch ohne Rücksicht auf die Nachfrage produziert und veröffentlicht.

  4. 4 Peter Mulzer 03. Januar 2012 um 14:50 Uhr

    Dein Beitrag lädt zu Diskussionen und Ergänzungen ein, so gesehen bedauere ich es, daß die Funktion des Blogs, das Selbstgespräch, dem eines Forums diametral entgegengesetzt ist. Nach mehrjähriger täglicher Forenschreiberei regt mich das Monologisieren derart auf, daß ich diesem Medium wieder untreu geworden bin. Der Blogschreiber ist einsam.

    Und nun zur Sache. Mir fällt spontan auf, daß das Quellenmaterial, auf das du dich beziehst, methodisch auf recht fragwürdigen Füßen stehen muß. Ich kann bezogen auf die Kinder- und Jugendlichen-Pornographie sowohl im Mädchen- wie auch im Jungensektor auf mehrere Querschnitte zurückgreifen, die Notizen dazu reichen bis in die Studienzeit zurück.

    1)
    Der Nachlaß-Bestand eines (mir persönlich unbekannt gebliebenen) Sammlers mit Schwerpunkt 1920-1930. Das Material wurde um 1970 vernichtet, vorher konnte ich es zur Vorbereitung eines Referats nutzen.

    2)
    Das Material zweier stadtbekannter Anlaufstellen an meinem Studienort – ein Winkelbuchhändler, der quasi die zweite Reihe seines kleinen Ladens mit hochpornographischen Material der Erscheinungsjahre 1948-1980 proppenvoll gestellt hatte; aus der Rückschau hier am Interessantesten die unglaubliche Materialfülle der ersten wilden Jahren 1948-1955. Ich kann seinen Bestand (auch wenn der Erwerb für mich als Student ein Ding der Unmöglichkeit war) visuell von Regalbrett zu Regalbrett rekonstruieren, zumal ich ein Vertrauensverhältnis zum Inhaber aufbauen konnte und stundenlag schmökern durfte.

    3)
    Die zweite Anlaufstelle enthielt Material, auf dem bis heute fast alles „geheim“ im Netz Kursierendes aufbaut, nämlich die in gutsortierten Sexläden etwa zwischen 1960 und 1990 zu erwerbenden Hefte, Bücher und Filme. Die meisten waren so selten am Markt, daß die Prüfstelle sie nicht indiziert hatte. Viel aus den USA, aber auch Schweden. Niederlande und Dänemark sowieso. Auch hier durfte ich stöbern, muß mich aber auf meine Notizen verlassen, zum Erwerb reichten bei mir weder Geld noch persönliches Interesse aus. Ich konnte dem Besitzer des Sexshops mit juristischen Tips helfen und bekam so jede Woche neue Hefte usw. vorgelegt.

    4)
    Ich fertigte in den Jahren 1998 und 1999 jeweils einen Querschnitt an über Jungenpornographie im Netz, international und mit Schwerpunkt Usenet. Das war der letztmögliche Zeitpunkt, denn sofort danach setzten die bekannte massiven Repressionsmaßnahmen im Netz ein. Das war ein sehr zeitaufwendiges Geschäft, dem ich mich aber mit Beharrlichkeit unterzog.

    Soviel zu den Quellen. Ich stelle nun die These auf, daß jede dieser Pornographiearten nach Herkunft, Zensur, Finanzierung, geistigem Hintergrund, Erscheinungsweise usw. gewisse Einseitigkeiten und Schwerpunktbildungen mit sich bringt, daß aber die K o m b i n a t i o n solcher Quellenarten einen realen Überblick ermöglicht über das, was Pädophile und Ephebophile sich wünschen.

    In diesem letzten Satz steckt natürlich ein Rattenschwanz methodischer Fragen. Uns geht es hier um den jeweiligen Anteil der Gewaltpornographie. Zunächst kann ich deine Vermutung, der Anteil an sadistischem Material sei im pädophilen bzw. junglesbischen M ä d c h e n-Bereich signifikant höher, nicht teilen, kurioserweise muß ich sogar konstatieren „im Gegenteil“.
    In allen 4 erwähnten Quellenbereichen begleitet ein ausgeprägter sadistischer Zug den J u n g e n – Bereich.

    Die Topoi dazu sind durchgängig, so ist vor allem der Pfadfinder-, Jugendbewegungs- und der Bündische Bereich ganz massiv sadistisch geprägt. Es gibt auch den orientalischen Jungenbereich (grausame Knabenharems sind häufig), die „häusliche Erziehung“ durchzieht das gesamte Material und Knaben und Jungen werden in wilhelminischen Wohnzimmerdekors ebenso gepeitscht wie im Gelsenkirchner Barock der Adenauerzeit.

    Der pornographische Sadismus im Bereich der Mächen b i s etwa 14 Jahren ist in allen vier Quellenbereichen erstaunlich selten. Vermutlich haben wir da jenes Mißverständnis, das uns ja auch heute wieder in der Altersfrage großen Kummer bereitet – es wird nicht unterschieden zwischen weiblichen Jugendlichen ab etwa 15/16 Jahren und den kindlich/frühpubertären Mädchen davor. Während wir gequälte vor- oder frühpubertäre Mädchen in der älteren Pornographie nicht oft finden, setzt ab 15/16 Jahren an älteren Mädxchen eine unglaublich massive sadistische Quälerei ein. Hier werden aber eindeutig j u n g e F r a u e n als Objekt behandelt und nicht Mädchen vor oder in der ersten Pubertät.

    Fazit: Wenn wir als Grenze nehmen bei Jungen und Mächen das Ende der Frühpubertät (15 Jahre ist eine gute vermittelnde Altersangabe), dann ist der Anteil an sadistischer Pornographie an J u n g e n signifikant höher als an Mädchen.

    Die sadistische Ritualisierung ist auch anders. Bei näherem Hinsehen ist „Strenge Zucht im Internat“ oder „am Dienstmädchen“ oder „Zollkontrolle im Flughafen von Dubai“ oder „Zwangsprostitution im ukrainischen Dorf“ eben nicht typisch für Handlungen an Kindern oder frühen Jugendlichen, sondern an sehr jungen, aber reifen Frauen. Dagegen wäre ein „Pfadfinder“ über 15 Jahre fast schon zu alt, auch der „Ministrant“ ist typischerweise jünger.

    Man könnte aus meinem beobachteten Material geradezu eine Gegenthese formulieren: Sadismus ist für BL und TBL in der Pornographie zeitübergreifend s e h r typisch und gar nicht wegzudenken. Dagegen sind sadistische Szenarien mit Mädchen und noch nicht voll pubertierten weiblichen Jugendlichen eher selten.

    Dagegen setzt, wie schon erwähnt, an gerade erst voll erblühten jungen Frauen aller Sadismus dieser Welt unglaublich massiv und in ganz erschreckender Brutalität ein. Bei Jungen über 15/16 dagegen beginnen sofort die Regeln der „Jungschwulen“ zu gelten mit der bekannten, schwierigen und komplexen Sonderrolle des Leder- und Fetischbereichs.

    Zusammenfassung:
    Über das Vorherrschen pornographischer Wünsche, Sehnsüchte und Triebrichtungen sollte man immer nur unter Berücksichtigung der Quellenlage sprechen. Eine zeitübergreifende Zusammenschau mehrerer Quellentypen ergibt sehr deutlich, daß in der Knaben- und Jungenpornographie sehr starke sadistische Züge am Werk sind, während an Mädchen vor der Reifezeit Sadismus eher die Ausnahme darstellt. Bei näherem Hinsehen sind im Mädchenbereich fast immer junge Frauen ab 15/16 gemeint.

    Ich glaube schon, daß BL und TBL sich mit dieser Beobachtung auseinandersetzen sollten. Verdrängung hilft nichts.

  5. 5 Peter Mulzer 03. Januar 2012 um 16:05 Uhr

    Noch ein kurzes Wort zur Diskussion im Jungsforum (Spitzmarke „Gewaltpornos“, Anfang Januar 2012).

    Das Verhältnis zwischen Sadismus/Sadisten und BL/TBL gehört zu den schwierigsten Fragen, kompliziert auch durch die hier besonders verlockene Anwendungsmöglichkeit psychoanalytischer Ansätze. Die eigentlich zuständigen Kriminologen tun sich da unendlich schwer, weil sie in aller Regel eben keine psychologische Ausbildung haben. Nichts ist gefährlicher als jenes Geschwafel, in das man gerät, wenn man ein Fach nicht beherrscht, aber doch mitreden möchte. Mir geht es da nicht anders.

    Ich hatte seinerzeit versucht, diesem Dilemma zu entkommen durch „teilnehmende Beobachtung“, von der ich bis heute sehr viel halte, in unserem Fall die Methode der Inhaltsanalyse literarischer Produkte. Wir haben ja – zum Teil ganz vergessen – eine Unmenge von Transkripten, hektographierten, klandestin gedruckten Manuskripten zur Auswertung bereitliegen, nur muß man sich in die Keller und versteckten Archivregale (peinlich berührter) Bibliotheken begeben. Eine gute Fundgrube für angloamerikanische Texte im BL/TBL-Sadobereich sind die Vorläufer des Usenet (etwa 1990-1995), sehr schwierig auszugraben. Aktuelle Textquellen will ich hier nicht angeben.

    Mir standen vor vierzig Jahren die schon erwähnten „Unter-dem-Tisch“-Quellen zur Verfügung. Ich hatte damals rund hundert längere Manuskripte/ Transkripte auswerten können. Was ist mir in Erinnerung aus den Ergebnissen?

    Ein kleinerer Teil fand in der Tat seine Befriedigung im Schwingen irgendwelcher Rohrstöckchen oder Klopfpeitschen auf Knabenhintern, auch hier gab (und gibt es noch) einen Topos, nämlich „die Lederhose“. Befriedigung am oder gar mit dem BL/TBL wird grundsätzlich n i c h t gewünscht. Wie das Ganze dann im Intimbereich des Sadisten vor sich geht, weiß ich bis heute nicht, dieser Teil der Sado-Szene ist derart verklemmt, daß man sich nicht recht vorstellen kann.

    Einen klassischen Jungenliebhaber wird sehr stören, daß meist auch kein freundschaftlich-seelischer Kontakt zum Jungen gesucht wird. Die ganzen, seiten-, ja buchweise geschilderten Abläufe wirken seltsam k a l t, höchst merkwürdig und nicht sehr sympathisch.

    Nun zu den typischen, vorherrschenden Sado-Szenarien. Bei weitaus größeren Teil waren da die in der Literatur geschilderten sadistischen Akte sehr wohl eingebunden in einen sozusagen naturgemäßen Ablauf, an dessen Ende die ein- oder beidseitige Entspannung stand. Das war übrigens damals eines der literarischen Codeworte, „die Entspannung“. Der Knabe wurde, unschönes Wort, „behandelt“, und das liefert uns auch einen der Lösungsansätze.

    Denn das Setting, das Drehbuch für sadistische Handlungen an Jungen scheint das Objekt zu sehen als jungen Menschen, der nicht frei ausagieren darf, sondern zunächst in „Zucht“ genommen wird (auch dies ein Topos) und dann zum Orgasmus „geführt“ wird.

    Hier sind wir auf gefährlichem Terrain, denn die ganze Jugendbewegung gründet sich einerseits auf die Autonomie des Jugendlichen, andererseits aber auf den Gedanken, daß Jungen geführt werden wollen und müssen. Pervertiert der Sadist den Führungsgedanken?

    Wie auch immer: Abgesehen vom in der Tat vordergründig harmlosen Lederhosen-Fetischisten wurzelt der Großteil der Sadisten im BL/TBL-Bereich tief im Gedankengut der sogenannten „Jungenliebe“. Die Autoren der zitierten Beiträge waren allesamt davon überzeugt und konnten das glaubhaft darstellen.

    Man wird also den Sonderfall der Lederhosen- und Klopfpeitsche-Fetischisten ausgrenzen und bei den gut zwei Dritteln der typischen Sadisten im Jungenbereich bleiben. Sie sind, das wäre meine These, außerordentlich wichtige Indikatoren zur gesamten BL/TBL-Frage, sie haben eine Schlüsselposition inne.

    Über diesen Punkt weiterzudiskutieren scheint mir wichtig.

  6. 6 Sascha 04. Januar 2012 um 15:16 Uhr

    Vielen Dank, Peter, für deine hochinteressanten Kommentare.

    Erstmal, eine deiner zusätzlichen Beobachtungen – nämlich dass es eher junge Frauen als vorpubertäre Mädchen sind, die massiv sadistisch gequält werden – würde in das Erklärungsmuster passen, welches mir für den hohen Anteil an Gewaltpornos in Leons Studie plausibel erschien, nämlich dass es sich dabei primär um heterosexuellen Sadismus (oder auch Masochismus) geht und nicht um Pädophilie. Es wäre sicher eine interessante Frage, ob Leon seine Untersuchung noch nachträglich auch in dieser Hinsicht auswerten könnte.

    Wobei, gerade auch wenn seine Untersuchung es nicht bestätigen würde, wäre dies höchst interessant. Denn wer sagt denn, dass solche Anteile nicht auch stark von der aktuellen gesellschaftlichen Kultur beeinflusst sein können? Ich vermute zwar, dass Boylove eher eine genetische Grundlage hat. Aber dies muss ja keineswegs für alle sexuellen Neigungen so gelten.

    Insbesondere könnte man ja gerade beim Sadismus auch anderes vermuten. Sagen wir, wenn es die Gewalt ist, die sexuell fasziniert, so ist ja durchaus plausibel, dass Alter und Geschlecht des Gequälten eher zweitrangig sind. Wäre dies so, so wäre auch plausibel, dass man sich in den sadistischen Phantasien gerade diejenigen als Opfer wählt, die im jeweiligen Diskurs der Zeit eher als Opfer auftauchten.

    Wäre dies so, so könnte man geradezu voraussagen, dass das vom bösen Pädophilen vergewaltigte Mädchen des heutigen gesellschaftlichen Diskurses sich in der entsprechenden sadistischen Pornographie niederschlagen müsste. Und genauso sollte man erwarten, dass klassische erzieherische Gewalt gegen Jungen in früheren sadistischen Phantasien häufiger auftauchen müsste als heute, wo zumindest prügelnde Lehrer der Vergangenheit angehören.

    Dies wäre dann auch eine Frage an dich, gerade weil deine Quellen aus sehr verschiedenen Zeiten stammen: Kannst du irgendwelche Veränderungen in der Zeit erkennen?

    Aber vielleicht hat der Unterschied zwischen deinen Daten und Leons ja auch mit ganz anderem zu tun? Beispielsweise den unterschiedlichen Medien – eher Literatur bei dir vs. Video bei Leon? Sowohl die Produktionsmöglichkeiten sind ja sehr verschieden (freie Phantasie vs. das, was in der Situation möglich ist), als auch die Gefühlsebenen, die beim Betrachter angesprochen werden. Ich könnte mir beispielsweise sehr gut vorstellen, dass einem Sadisten in einer literarischen Phantasie das Geschlecht des Gequälten egal ist, oder er sich mit einem eigentlich falschen Geschlecht abfindet, wenn dadurch die Story plausibler wird, während bei einem Video dann doch das eigentlich bevorzugte Geschlecht bevorzugt wird. Auch die Frage, ob sadistische Pornographie für Masochisten interessant ist, könnte recht plausibel unterschiedlich sein: Die vom Sadisten geschriebene Phantasie mag für den Masochisten uninteressant sein, weil ein Hineinversetzen in die Person des Erzählers nicht funktioniert, während eine bildliche Darstellung gewaltsamer Sexualität für beide gleichermaßen attraktiv sein könnte.

    Ein weiterer Aspekt fällt mir dabei noch ein. Was mir an den verschiedensten ethnographischen Beschreibungen von Initiationsriten aufgefallen ist, ist ihr doch oft recht sadistischer Charakter. Etwas, was auch in der heutigen Zeit Parallelen hat in Schikanen gegenüber Neulingen in vielen Armeen und ähnlichen Institutionen.

    Und andererseits auch etwas, was durchaus in einer kriegerischen oder Jäger-Gesellschaft einen rationalen Hintergrund hat – wer mit den Erwachsenen mit auf die Jagd oder in den Krieg will, muss erst zeigen, dass er Schmerzen aushalten kann, da er sonst zur Belastung der ganzen Gruppe werden kann.

    Ein sicherlich für Sexualforscher wie auch für die betroffenen Sadisten und Masochisten höchst interessantes Feld, und es wäre auch höchst interessant, herauszufinden, was sie davon halten. Leider habe ich mit allen drei Gruppen keinerlei Kontakt.

    Ich kann leider, als überhaupt nicht sadistisch veranlagter Boylover, der sich nur recht oberflächlich über BDSM informiert hat, nicht viel mehr als solch ein paar wilde Spekulationen beitragen.

    Höchstens noch Erinnerungen an eigene masochistische Phantasien, die ich lediglich als Kind hatte, und die den von dir beschriebenen sadistischen Szenarien durchaus entsprechen – ich wurde zwar gefoltert, aber auch zum Orgasmus gebracht. Ich bin mir recht sicher, dass mich die entsprechenden sadistischen Beschreibungen damals fasziniert hätten.

  7. 7 Peter Mulzer 04. Januar 2012 um 18:02 Uhr

    … womit klar zu sein scheint, daß wir ein Forschungsinstitut allein zur Bearbeitung dieser Einzelfragen einrichten müßten. .

    Bleiben wir also besser beim unsystematischen und vorwissenschaftlichen Plaudern. Was wäre noch anzumerken?

    Nicht erst seit einem unendlich langweiligen Pflichtseminar zu Malinowski ist mir die *Ethnologie als Hilfsmittel zur Lösung sexualwissenschaftlicher Fragen dubios. Zwischen kulturellem Geschwafel und riskanten Theoriegebäuden finde ich mich da gar nicht zurecht und ich halte Bezüge zur Völkerkunde immer für verdächtig und riskant. Ob in einer Wüstenoase westlich von Karthum Knabenliebe angeblich integriert (geswesen) sei, ob menschenfressende Melanesier blutige Initationsriten an bedauernswerten Jugendlichen praktizierten oder die alten Japaner mit ihren Knappen gemeinsam Harakiri (und anderes) praktizierten, muß immer auf den Einzelfall bezogen und genauestens untersucht werden. Es ist ein Unding, im Plauderton völkerkundliche Vergleiche anzustellen zwischen päderastischen Tungusen und Lini Riefenstahls großschwänzigen Nuba-Jünglingen, schon die Araber mit ihrer Sufi-Päderastie sind mir ein Buch mit sieben Siegeln.

    Anders ist es da mit Vergleichen zwischen literarischer und filmischer Pornographie. Da können wir uns alle hineindenken. Wobei übrigens auch noch der Unterschied zwischen statischem Einzelfoto und der Film- bzw. Videogestaltung kommt.

    Ein kurzes Wort zu einer hier noch nicht bedachten methodischen Grundfrage. Die würde ich unkorrigiert so formulieren:

    *Ist nicht jede Darstellung im Bereich der Pädophilie und der Ephebophilie i n s i c h bereits mehr oder minder sadistisch, ist sie also s o w i e s o Gewaltpornographie?

    Denn der Altersunterschied ist ja fast immer auch ein Unterschied an Reife, an Denkfähigkeit (zumindest was Zusammenhänge betrifft), an körperlicher Kraft (Ephebophile erleben es mitunter anders), in Geld-Macht, im Absehen und Planen späterer medialer Verwendung und Vermarktung, vor allem aber ganz schlicht und ergreifend in dem Mehr an Lebenserfahrung. Und es ist vor allem immer ein anthropologischer Unterschied.

    Das K l e i n e erweckt in jedem Großen Schutzgefühle, wir haben das als Menschen instinktmäßig mitbekommen. Ich würde von daher zwei Stufen unterscheiden:

    - Einmal i s t Kinder- und Jugendpornographie in aller Regel durch den Gegensatz von Klein und Groß, von Schwach und Stark, von Schutzbedürftig und Machtvoll latent sadistisch. Übersteigert ausgedrückt wäre dann so gut wie jede auch nur von fern erotische Darstellung im pädophilen/ ephebophilen Bereich sadistisch (gewaltpornographisch). Sie wäre es immer dann, wenn dem betrachtenden/ lesenden Konsumenten der pädophile/ ephebophile Kontext der Herstellung oder Veröffentlichung klar sein kann.

    - Bei ausgeübter Gewalt, bei vollzogenem sadistischem Akt aber kommt ein kurioser, ganz absurder Gedanke ins Spiel: Schwächt nicht das vielleicht enthaltene Prinzip einer „verdienten Bestrafung“, einer „notwendigen Erziehung“, der Zufügung eines „notwendigen Schmerzes“ den pornographischen Gehalt wieder ab? Ist also die erotisch gekonnte Aktaufnahme eines Kinds oder Jugendlichen pornographischer als jede Abbildung/ Filmhandlung/ Text mit sadistischer Handlung?

    Viele Exkurse wären hier zu machen. Einer soll genügen. Aus der Frühzeit der Internet-Pornographie stammen jene heute recht naiv wirkenden Filme, in denen sich, vor einer starren Kamera, Jugendliche selbst befriedigen, während sie stets direkt in die Kamera schauen.

    Legal läßt sich das heute nachvollziehen in den vor allem in England beliebten „Casting“-Videos , nun freilich mit Darstellern ab 18, mit nachgeführter Kamera und zwei, drei variierten Grundstellungen des Modells.

    Ich würde als These sagen, daß in Großaufnahme gefilmte Sequenzen onanierender Jugendlicher (oder sogar junger Erwachsener) bei direktem Blickkontakt s a d i s t i s c h sind, weitaus mehr als wenn das Kind/ der Jugendliche etwa „nur“ gepeitscht würde. Weil der Betrachter eben weiß, in welchem Kontekt, für wen und warum das junge Objekt sich den Blicken der Kamera und damit seinen Blicken prostituiert.

    Das ist nun nur eines der Probleme, die auftauchen. Nicht einfacher wird all dies durch die entsprechenden Besitz- und Konsumverbote, denen wir unterliegen. Es läßt sich nicht gut diskutieren über Materialien, die kein Bürger besitzen darf.

    Ich rate aus meiner Praxis zu zwei Auswegen aus diesem Dilemma. Einmal ist es möglich, im – legalen – Altersbereich ab 18 Jahren (bis etwa 20 Jahre) bei kluger Auswahl nahezu alle methodischen Fragen nachzuvollziehen, die sich im verbotenen Kinderbereich stellen. Das Internet hat sich genial, aber auch ein wenig gespenstisch auf genau diese Dienstleistung eingestellt, wobei übrigens selten „getürkt“ wird, die Darsteller sind dann wirklich über 18. – Der andere Ausweg besteht im genauen Lesen der gesetzlichen Regelung, denn nur pornographische Darstellungen sind verboten. Ich schätze, daß rund 95 % des bei Haussuchungen beschlagnahmten Materials aus Darstellungen besteht, die nicht deutlich pornographisch sind.

    Der Rest, die verbleibenden 5 %, sind dann aber tatsächlich mehr als nur eindeutig, mitunter grauenerregend. – Wir sprechen hier von Modellen über 14 Jahre. Die gesetzlichen Regelungen muß jeder, der sich für dieses Gebiet interessiert, genau nachlesen.

    Wir sind wieder ins Plaudern geraten, und Deine Fragen stehen unbeantwortet im Raum, es gibt höchstens noch einige mehr.

  8. 8 Sascha 04. Januar 2012 um 18:37 Uhr

    Wie vom Autor gewünscht, stelle ich das ohne Quellenangabe rein:

    Hallo
    Hab deinen Block gelesen, und wollte was zum Thema Kipo betragen.
    Du kannst wenn du mags, den Text komplett oder Teilweise verwenden, ohne Quellen angabe bitte.
    In den 60 und 70er jahren gab es sehr viel an KIPO. Auch Inzess war sehr weit verbreitet. An den Kiosken im Ruhrgebiet und in allen Sexläden in den Niederladen gab es „Lolitamagazine“. Erst in S/w, dann in Farbe. Selbstgeschossene Fotos, zum Teil recht harmlos. Und die nicht so ganz harmlosen waren so gemacht, das man feststellen konnte, die Kinder haben gerne mitgemacht. Es standen in den Lolitamagazinen auch pornografische Geschichten, sogar in deutsch. Ansonsten viel Holländisch und ab und zu englisch.
    Was jedoch echt verblüfend ist, das sogar Kontaktanzeigen drin waren, wo Pädos Kinder suchten, die freiwillig mit ihnen Sex machten. Oder aber sogar Lebenbspartner suchten, so manch 18 Jähriger suchte sich da eine 12 – 15 jährige. Manchmal hatten diese Magazine auch Inzess zum Thema, und es wurden dort Fotos gezeigt vom regen Treiben im trauten Heim.
    Diese Magazine waren sehr teuer, bis zu 25 DM mußte man manchmal bezahlen. Auch in Holland wurde eins zu eins getauscht.
    Wie gesagt, die Magazine waren sehr kleicht zu bekommen, der Händler des Vertrauens hatte so etwas immer unter dem Ladentisch. Und da waren immer viel Kunden, und er verdiente da nicht schelcht dran.
    Also nochmal, diese magazine waren verboten, aber es gab sie bei sehr vielen Kiosken in Deutschland und in Holland in Sexshops unter dem Ladentisch. Man konnte sich sogar welche bestellen.
    Wie sind die Menschen damit umgegangen. Nun, fast jeder wußte das es soetwas gibt, je nach Lebenseinstellung fanden die Menschen das „komisch“ . Aber sie tolerierten es.
    Sie tolerierten es, weil es nicht offen sichtbar war. Sie tolerierten es, weil es „abweichend“ war und das interessierte natürlich. Das war für sie abendteuerlich. Etwas außerhalb der Norm, für sie „Schweinkram“ aber glechzeitig mit einen verschmitzten Lächeln doch tolerierbar.
    Und die Menschen damals hatten auch ganz andere Sorgen als sich um Lolitamagazine zu kümmern die unter der Ladentheke verkauft wurden.
    Wer Pädophil war, war auch recht siicher in dieser Gesellschaft. Er stand eben auf Kindliche Körper. Das konnte man verstehen, das war auch etwas schönes, als wie von Tante Frieda der Popo. Ein nackter Kindlicher Körper, das war für die Gesellschaft etwas reines, unschuldiges. Und man verstand es, wenn jemand diese Körper sexuell anziehend fand.
    Es gab also in den 60ern und 70ger Jahren viel mehr Kipo als heute, der Besitz war legal, verkauf verboten. Der unterschied zwischen Kipo 2011 und 1960 ist der das man es den Bildern angesehen hat, das die Kinder Spass hatten. Die machart war eine ganz andere, verwakelte Fotos mit Billigkamera. Gewaltfotos gab es nicht.
    Man könnte die Fotos der 60er jahre als natürlicher und freundlicher bezeichenen. Während die Kipo von 2011 sehr erzwungen und kalt herüberkommt.
    Was lernen wir dadraus.
    Kipo kann toleriert werden, wenn sie kontrollierbar ist und sich nicht durch abschottung isolieren kann. Sie ist tolerierbar, wenn sie nicht wie erzwungen wirkt, sondern wie Momentaufnahmen beim Sex, der auch von Kindern gewollt ist.
    Was wir brauchen ist eine liberale Reglung, die dafür sorgt, das dokumentierte Gewalt an Kindern von Kipo isoliert wird.
    Die ächtung von Gewalt in Filmen und Fotos und eine liberale Reglung von legalen nichtkomerziellen Material würde die Kiposcene beruhigen und den Kripobeamten die verfolgung von Gewalt Material erleichtern.

  9. 9 Peter Mulzer 04. Januar 2012 um 23:34 Uhr

    Werter Vorredner,

    die sachlichen Angaben im ersten Teil kann ich bestätigen, mit kleinen Korrekturen. So waren die Hefte nicht einmal übermäßig teuer, das Problem war nur, von ihrer Existenz zu wissen und sich zu getrauen, den Ladeninhaber zur Vorlage zu bewegen. Ich erinnere mich noch gut, daß meine beiden Gewährsleute, wie erwähnt aus dem Kleinbuchhandel und aus dem Sexshop, aus ihrem Abscheu vor diesem Sondergebiet keinen Hehl machten. Sie wußten, daß ich nicht darauf stand und entschuldigten sich quasi, wenn sie mir „auch das“ vorlegten. Ansonsten aber habe ich damals vielfach beobachtet, daß die Kunden für „Kindersachen“ abfällig behandelt wurden, man mochte sie gar nicht und duldete sie am Rande. Die Beziehungen zwischen klandestinem Händler und Kunden waren damals ja durchaus ritualisiert – homosexuelle Titel galten im Kundenverkehr geradezu als edel, flagellantische bildeten die Mittelklasse, Urin-, Fäkal- und Kinderliebhaber aber waren sozusagen der „Enfer“, um den bibliothekarischen Begriff zu verwenden.

    Der zweite Teil des Berichts meines Vorredners fordert meine Kritik heraus. Ich habe ein fotographisches Langzeitgedächtnis (übrigens oft eher eine Qual als ein Vorteil) und kann aus dem führenden kleinformatigen Lolitablatt jener Tage (Niederlande, das mit den Anzeigen, man weiß) dutzende gleichgültiger, peinlich berührter, leicht gequält dreinblickender Kinderköpfe erinnern. Wirklich heiter waren fast nur die Fotos aus dem FKK-Bereich, der übrigens im Fotosektor meine Leidenschaft war und ist. Mir wurde fast jedes Heft gleich nach der deutschen Auslieferung (Mainz, du schöne Stadt…) vorgelegt und die leicht gequält dreinschauenden, im besten Fall unbeteiligt-duldsamen Kindergesichter verfolgen mich bis heute.

    „Und die nicht so ganz harmlosen waren so gemacht, das man feststellen konnte, die Kinder haben gerne mitgemacht…“ – von wegen! Bei der Tollerei und Kissenschlacht, dem Betrachten des großen Männerglieds oder der intimen Ausstattung der beteiligten erwachsenen Frau durch kleine Knaben und Mädchen mochte es noch „vergnügt“ zugehen, die Geschlechtsakte selbst aber waren mit vor- und frühpubertären Kindern fast ausnahmslos t r i s t bis g e q u ä l t oder zumindest extrem gelangweilt, was den Gesichtsausdruck der Kinder angeht.

    „Was jedoch echt verblüfend ist, das sogar Kontaktanzeigen drin waren“. – so war es. Die überwiegend echten Anzeigen schwappten in die Familientausch- und FKK-Szene hinüber, und so lernte ich damals eine holländische Familie kennen, die auch Aufnahmen für das erwähnte Magazin zur Verfügung stellte. Dieses Kapitel könnte man überschreiben „Ein naiver Student vor vierzig Jahren in Amsterdam“.

    Ich gehe nun nicht ins Detail, zumal ich die Sache vor xy Jahren einmal im Jungsforum oder noch früher bei DGennero geschildert habe. Den Erwachsenen machte es Spaß, den Kindern definitiv nicht, weder den eigenen noch den besuchsweisen Gastkindern und Gasteltern.

    Die Familien in Amsterdam, die mit mir sehr offen sprachen, wußten genau, was sie da anrichteten. Das ist für mich im Rückblick vielleicht das Erschreckendste. Im Gegensatz zu dieser äußersten Verantwortungslosigkeit erlebte ich damals Brongersma, der sich bei aller Kritiklosigkeit doch Gedanken und Sorgen um die Seelen und Gemüter der Knaben zu machen pflegte. Daß ich auch ihn überschätzte, merkte ich erst, als ich den Band 2 seines Hauptwerks endlich in Paris kaufen konnte.

    Fazit: Die pädophile Presse-Szene 1960-1980 ist eines der dunkelsten, bösesten und leichtsinnigsten Kapitel der neueren Kulturgeschichte.

    Das sind nun meine thesenartigen Meinungen – darüber muß man streiten.

  10. 10 Sascha 04. Januar 2012 um 23:56 Uhr

    Hallo Peter, gegen deine pauschale Klassifizierung aller Kipo als sadistisch muss ich natürlich protestieren.

    Erstmal gibt es den Gegensatz zwischen Erwachsenem und Kind in vielen Kipos überhaupt gar nicht, weil dort alle Darsteller Kinder sind. Für Boylover sind ja gerade diese besonders reizvoll, da sie Männer ja gar nicht sexuell attraktiv finden, die Handlungen selbst aber genauso zwischen begehrten Jungs stattfinden können.

    Dass schlechte Kipo, der man den lustlosen Stricher zu sehr ansieht, deswegen gleich sadistisch wirken würden, halte ich für übertrieben – obwohl der Gedanke, dass der Betrachter auch das Umfeld der Entstehung in seine Phantasie einbezieht, natürlich richtig ist, und dies bei schlechten Strichervideos dann natürlich beim Betrachter das Bild einer recht unangenehmen Prostitutionsrealität entstehen lässt.

    Hab mir sagen lassen, dass es auch Videos von SM-Spielchen unter Jungs gibt, bei denen man den Jungs ansieht, dass sie Spaß daran haben. Insofern als SM-Videos sicherlich nicht ideal.

  11. 11 Peter Mulzer 05. Januar 2012 um 1:27 Uhr

    … wobei Du offene Türen einrennst. Denn wir sind uns doch im klaren darüber, daß der ganz überwiegende Teil der Kinder- und Jugendpornographie nicht sexuelle Handlungen zum Gegenstand hat, sondern die Darstellung des nackten Körpers eines einzelnen Kindes oder einer Kindergruppe gibt.

    Aber der Teufel steckt im Detail. Der B l i c k des B e t r a c h t e r s stellt die Pornographie her in dem Sinn, daß er in seiner Phantasie mit dem nackten Kind das tut, was er möchte. Weil Gedanken aber zollfrei sind, ist die nackte Kindergruppe in Crimea, sind die jugendlichen Nacktsurfer in Neuseeland also nicht pornographisch?

    Wäre es nur so einfach. Ich lade Dich zu folgendem Gedankenexperiment ein: Du sollst für Pädophile oder Ephebophile eine Fotoserie herstellen, die sie zuverlässig in ihrer Mehrheit e r r e g e n wird. Du stellst nun als Fotograf / als Regisseur der Lüsternheit des Pädophilen nach, vollziehst sein Lusterlebnis im Voraus.

    Da weißt Du, es sind ganz bestimmte Formen der „Fröhlichkeit“ und „Unbefangenheit“ angesagt, oder aber (das zieht sich schon bis zu Krivon hin) Du versuchst, E m o herzustellen mit den kindlichen Modellen, die gar nicht so recht wissen, weshalb sie sich nun mit „tragischem“ Blick auf dem Bärenfell rekeln sollen (ohne Anweisung schauen die meisten Modelle blöd-gelangweilt drein).

    Die armen, weil auf diesem Gebiet heillos überforderten Staatsanwälte pfleg(t)en dein Bemühen als Fotograf „herausfordernd“ zu nennen und sie liegen da nicht einmal so falsch. Du bekommst jedes Kind zum Kokettieren, zum Prahlen mit seiner jungen Nacktheit, und das wirkt immer erotisch. Kundige Aktfotografen vernachlässigen nie den „geilen“ Blick des Modells; haben sie es mit Bündischer Jugend, dann schauen die Jungs heldenhaft-tapfer drein.

    Auch hier deuten wir das Thema nur an – aufs Blödeste ist es reduziert, wenn wir das „Zoomen“ betrachten, jene hinterhältige und wenig edle Manie mancher FKK-Fotografen, am Kinderstrand den Knirpsen von hinten-unten zwischen die Beine zu blicken bzw. zu zoomen. In diesen Kontext gehört auch die „Spionagekamera“ in Umkleiden und Duschen Prager Schwimmbäder – Kröhnke läßt grüßen.

    Wir haben nun einen Ansatz dafür, was das erotische Empfinden des Betrachters von Filmen/ Fotos zu tun hat mit dem Charakter des Bildes. „Sadistisch“ oder „gewaltpornographisch“ reduziert sich also nicht auf die dargestellte Szene, es kann auch vom Betrachter her gemeint, gewollt, beabsichtigt, ja in seinem Auge erst hergestellt werden.

    Mein Gedankengang, den Du beanstandet hast, hatte die Hypothese aufgestellt, daß der Pädophile/ Ephebophile kraft Alters-, Weisheits-, Erfahrungsunterschied immer l a t e n t sadistisch eingestellt ist (paradoxerweise gerade auch dann, wenn er „nur schmusen“ will).

    Nehmen wir aber an, der Pädophile usw. habe stets auch „etwas Sadistisches“ in sich (weil er eben den Unterschied an Erfahrung usw. genießen, auskosten, erleben will), dann ist es sinnvoll, auch vermeintlich „harmlose“ Kinder- und Jugendakte nach verborgenem Sadismus abzuklopfen.

    Da braucht man sich nicht gekränkt fühlen – viele (nicht nur:) ältere Männer empfinden auch sadistisch, wenn sie hinter jungen Mächen herlaufen und mit ihrer Erfahrung, Macht, Kraft usw. das jungfräuliche Gänschen zu knacken versuchen.

    Ein weites Feld…

  12. 12 Peter Mulzer 05. Januar 2012 um 14:32 Uhr

    …und wieder haben wir neue methodische Probleme, über die zu reden wäre.

    Weshalb, so frage ich mich seit langem, ist es unmöglich, unter Kindern und Jugendlichen autonom und intern erotisch nutzbare sadistische bzw. gewaltpornographische Szenarien ablaufen zu lassen?

    Wir haben auch hier ja Topoi, die allgemein bekannt sein dürften, wie etwa

    *Pfadfinder bei Fessel-, Peitsch- und anderen Bestrafungsspielen,
    *im Erziehungsheim oder in der Gang das Quälen von Außenseitern bzw. Abweichlern,
    *Aktionen gegen Schulrebellen, Außenseitern usw. vor allem in Schulen und Internaten,
    *“lustige“ Kissenschlachten, die „spielerisch“ in Sadoszenen abgleiten

    und alles das ist, wie der Betrachter schnell merkt, kalter Kaffee insofern, als der sadistisch-erotische Gehalt gegen Null strebt. Warum ist das so?

    Die in den erwähnten und ähnlichen Szenen sich zeigende Grausamkeit ist e c h t gemeint von den Kindern/ Jugendlichen oder sie wird als reines Spiel, das man eben darstellen soll, herübergebracht. Beides erfüllt die Bedingungen des sadistischen Pädophilen /Ephebophilen nicht.

    Wir sahen schon, daß der Fotograf bzw. Regisseur sadistischer Kinderpornographie weiß, daß seine Klientel ein ganz bestimmtes Ritual wünscht und zu seiner Luststeigerung braucht. Dazu müßte man weit ausholen, ich deute hier nur an: Die Bestrafungssituation muß im dargestellten Objekt A n g s t auslösen. Das mitwirkende Kind /der Jugendliche kann das auch nur spielen, es kommt arauf an, daß der sadistische K o n t e x t stimmig herüberkommt. Es muß eine „reale“ Strafsituation vorliegen.

    Das heißt eben nicht einfach „ich haue Dir eine Ohrfeige herunter und trete dich“. Solche Gewaltdarstellungen ohne entsprechende Herstellung von Rahmenbedingungen wirken auf Sadisten eher ernüchternd und lustzerstörend. Du erkennst den echten Sadisten daran, daß er das ganz genau weiß.

    Wir müßten hier weiterschreiben, aber der Platz fehlt. Ich mache lieber einen Sprung hinüber ins Grundsätzliche der Pädophile und gerate damit ohne Umwege – – aufs Glatteis.

    Auch der Pädophile und Ephebophile bezieht seine Lust, mindestens einen wichtigen Beitrag dazu, aus einer Konstruktion von Rahmenbedingungen. Bitte hacke nun nicht gleich wieder auf mich ein – ich stelle das möglichst neutral und in sich zunächst noch nicht abwertend dar und bringe auch nur Faktoren, die jeder einfühlen kann.

    Diese Rahmenbedingungen kommen in der Kinder- und Jugendpornographie sehr deutlich heraus – ich wundere mich schon lang, warum nicht die B i l d i n t e r p r e t a t i o n, fast im Stil der Jungschen Archetypen, nicht öfter eingesetzt wird bei der Analyse pädophilen/ ephebophilen Verhaltens. Und nun in medias res:

    Die Freude an der kindlichen/ jugendlichen Schönheit ist echt und ursprünglich. Der junge Mensch ist eben von Natur aus in der Regel weitaus schöner als der/ die Erwachsene, schon bald nach dem Ende der Pubertät beginnt der V e r f a l l der menschlichen Schönheit (wozu viel zu sagen wäre). Schon die reine Betrachtung, rein im doppelten Sinn, dieser nackten Schönheiten ist lustvoll, nicht nur für den Pädophilen, sondern für jeden Ästheten.

    Hier mischt sich sofort ein der N e i d. Dazu muß man sich bekennen, auch wenn es nicht schön und kein edles Gefühl ist. Der Erwachsene beneidet die kindliche/ jugendliche Schönheit, Anmut, Grazie. Und nun meldet sich auch die Lust daran, solche Schönheit zu beeinträchtigen, sie zu zerstören (bei schwerem Sadismus). Da der gottseidank recht selten ist, schauen wir uns nur den alltäglichen, leichten Sadismus an. Was will der? Er möchte das Kind/ den Jugendlichen b ü ß e n lassen für seine Schönheit/ Anmut/ Grazie. Der Schöne/ Junge / Anmutige wird b e s t r a f t für seine Eigenschaften.

    Auch dazu müßte man seitenlange Erklärungen abgeben. Ich setze voraus, daß sich jeder Leser hineinversetzen kann in meine Analyse, auch wenn man sich dabei über die zugrundeliegende Bösartigkeit der menschlichen Seele schämen möchte. Frauen kennen in ihrem Erwachsenen-Bereich solche Gefühle besonders genau, wenn auch anders gelagert.

    In genau diese Überlegungskette gehört nun auch der überwiegende Teil der, sagen wir „alltagssadistischen Pornograophie“ im Kinder- und Jugendbereich. Denn machen wir uns doch nichts vor – der Hauptreiz an der Kipo/ JuPo liegt darin, daß sich die Objekte nackt darbieten müssen, sie zeigen das vor, von dem wir vermuten, daß sie es lieber verhüllen würden. In dieses Grundmuster läßt sich alles einpassen: Fotographieren wir sie „unbefangen“, etwa im FKK-Setting, dann genießt er Betrachter die unwissende Demütigung des Kinds/ Jugendlichen; bezahlen wir seine optische Preisgabe, dann genießen wir die Geldmacht, die (vermeintlich) auch Scham, Scheu und Sexualität kaufen kann.

    Wieder wären jetzt viele Einzelheiten zu benennen und einzuordnen. Jedenfalls komme ich am Ende zur These, daß

    *die gesamte Kinder- und Jugendlichenpornographie d i e Inszenierung für den Genuß einer latent sadistischen Ausbeutung von Kindern/ Jugendlichen ist – und folglich

    *weit mehr als bisher die Kinder- und Jugendlichenponographie ins Zentrum der Erforschung der Pädophile/ Ephebophilie gerückt werden sollte.

    Daß solche Überlegungen Sprengstoff sind und ein Ägernis für jeden Pädophilen/ Ephebophilen, versteht sich. Aber ich versuche das klinisch nüchtern und neutral zu sehen.

  13. 13 Peter Mulzer 06. Januar 2012 um 23:56 Uhr

    Ich würde es sehr bedauern, wenn Leon (im Jungsforum, 6.1.12, „Zur Kritik an meiner Wissenschaft“) mich so verstanden hätte, daß ich ihm „Unwissenschaftlichkeit“ ankreiden wollte. Das Gegenteil ist der Fall, ich bin seit längerer Zeit beeindruckt von Leons Inhalten, von seiner guten Informationstechnik, von seiner Neugier.

    Ich bin es, der im Glashaus sitzt, habe ich hier doch eine Abfolge lockerer, spekulativer Feuilletons eingerückt, die noch viel weiter von irgendeiner Wissenschaftlichkeit entfernt sind.

    Was ich Leon wünschen würde, wäre die Beachtung einiger ganz einfacher Regeln, die sich bei jeder Art von Forschung bewährt haben und an dem es seinen Texten mitunter gebricht:

    Zunächst die Formulierung einer oder mehrerer T h e s e n. Dann die Zuziehung der wichtigsten Literatur. Diese zu beschaffen ist mühsam, aber gut möglich, neben stundenlangem Googeln, vor allem auch im Wissenschaftsbereich (Uniserver) ist die Fernleihe immer noch erstes Mittel. So hat zu unserem Thema der Forschungsschwerpunkt Kriminologie in T ü b i n g e n (UB Tübingen) nicht nur den besten Fundus, sonern auch eine perfekte Systematik. An die ebensoguten Bestände der Max-Planck-Institute kommt man ja leider per Fernleihe nicht heran.

    Ein Beispiel: Ich krebste monatelang herum mit mehr oder minder unerfreulichen Diplomarbeiten, Aufsätzen und Spekulationen zum Thema der männlichen Prostitution („Stricher“), bis ich endlich über Tübingen drei neue Monographien dazu bekam (USA, Paris und Indonesien), die auf einen Schlag meine Vorarbeiten wertlos machten, alle Fragen schlüssig lösten und mich platt und baff zurückließen. Hätte ich doch gleich richtig und vor allem monatsaktuell bibliographiert!

    Nach der Aufstellung deiner These(n) würde ich mir dann eine sorgfältige Diskussion, schön Punkt für Punkt abgehaspelt, wünschen, mit Argument und Gegenargument. Am Ende dann dein Ergebnis.

    Ich weiß wohl, wie schwierig es ist, im „Jungsforum“ sowas zu leisten. Aber es ist zur anschließenden oder begleitenden Diskussion tatsächlich ein gutes Medium, wie kürzlich bemerkt wurde, gerade wegen seiner (nur scheinbar) „veralteten“ Technik.

    Auf mich triffst du dort nicht, ich bin verdientermaßen dort wegen Frechheit, Widersetzlichkeit und rüpelhaftem Benehmen dauerhaft gesperrt.

  14. 14 wassermann 07. Januar 2012 um 15:00 Uhr

    So ehrenwert das Ziel und der Arbeitsaufwand seien. Ich kann mir nicht vorstellen, wie man verlässlich die Einvernehmlichkeit feststellen kann. In Einzelfällen mag das möglich sein.
    Übrigens: Einvernehmlichkeit der Handlung oder Einvernehlichkeit der Aufnahme?

    Kinder mögen schüchtern sein, Geld bekommen haben, bedrängt worden sein, alleine aufgenommen worden sein, schlecht gelaunt gewesen, krank gewesen, unter Einfluss von Medikamenten/Drogen gewesen sein, geschauspielert haben.

    Auch aus den Aufnahmen genau die Wünsche der Pädophilen herauslesen zu wollen, halte ich für gewagt. Es gibt sicher in den Pornos Elemente, die jemanden stark zusagen, andere dagegen nicht. Daraus zu schließen, der Besitzer mag alles dargestellte, finde ich riskant.

    Oder es gibt Sammler, die alles sammeln, was es gibt ohne Rücksicht auf Inhalte. Zu faul oder zu unfähig zu sortieren.

    Auch die Datenbasis scheint ungeheuer gering. Wenn man liest, wieviele Dateien Pädophile vorrätig halten, dann liest sich das wie die Analyse der Sammlung eines Einzelnen.

    Datenbasis Jungs-Kipo 1362, Mädchen-Kipo 458, Gesamt-CL-Kipo 124? Klingt erklärungsbedürftig und dürftig.

    Wenn ich dann noch Wortneuschöpfungen wie „Abusographie“ lese, dann fließt das das Vertrauen in die „wissenschaftliche“ Qualität für mich den Rinnstein runter.

  15. 15 Sascha 11. Januar 2012 um 1:15 Uhr

    @wassermann: Es ging in der Untersuchung um Videos, und davon gibt es schon noch deutlich weniger als Fotos. Andererseits ist es bei Videos doch schon weitaus leichter, zu entscheiden, ob etwas einvernehmlich ist oder nicht. Sicherlich auch nicht immer völlig eindeutig, aber mehr als grobe Größenordnungen können wir von solchen Untersuchungen eh nicht betrachten.

    Es ist keine publizierte Studie. Die Wortschöpfung ist wohl auch nicht vom Autor, sondern irgendwoher aus dem Amerikanischen hereingetragen. Ich finde sie auch nicht gut.

    Und auch die methodischen Probleme sind klar. Allzu viel kann man aus solchem Abzählen nicht folgern.

    Trotzdem ist die Studie auf jeden Fall wertvoll, zumindest als kleines Gegengewicht gegen die Medienlügen.

  16. 16 Sascha 11. Januar 2012 um 16:12 Uhr

    @Peter: Es mag sicher Pädos geben, die deiner „alltagssadistischen“ Beschreibung entsprechen. Ich selbst finde mich da allerdings überhaupt nicht wieder.

    Ich finde den entgegengesetzten, exhibitionistischen, aggressiven Aspekt des Rebellen, des Regelbrechers beim Jungen, der gesellschaftlichen Tabus trotzt und sich sexuell vergnügt viel erotischer. Die aggressive Komponente von Exhibitionismus ist dir sicherlich klar, bei Duerr Band 3 ist sie gut beschrieben. Die alle Regeln brechende Anarchie der Jungs habe ich unter Der Wunsch nach Freiheit beschrieben, und mir fallen in diesem Zusammenhang auch die Erinnerungen des Kinderpornographen Sever ein, der beschrieb, wie die Horde Jungs nicht nur in seiner Wohnung randalierte, sondern auch noch den nackten Hintern aus dem Fenster hielt um die Passanten zu schocken.

    Und was bitte schön soll „unwissende Demütigung“ sein? Mir erscheint dies ein Widerspruch in sich.

    Neid auf den Jungskörper? Klar, kein Problem. (Allerdings war ich ja selbst mal im Besitz eines solchen, und habe das seinerzeit auch ausgiebig vor einem in meinem Zimmer befindlichen Toilettenschrank mit Klappspiegel allseitig genießen können.) Aber irgendein Wunsch, den Jungen dafür büßen zu lassen, ist damit allerdings bei mir überhaupt nicht verbunden.

    Möglicherweise bin ich damit nicht unbedingt typisch. Aber wo nichts ist, ist eben nichts.

    Dein Gedankenexperiment finde ich hochinteressant, und darin gerade eben auch den zentralen, wichtigen Aspekt des kokettierenden Blickes. Was ist denn das Kokettieren? Es ist die Aufforderung an den Betrachter zum gemeinsamen Regelverstoß. Mit der Initiative dazu beim Kokettierenden. Und mit der Macht beim Kokettierenden – denn er kann jederzeit die Machtverhältnisse klarstellen, und muss dazu nicht mal die kokettierende Rolle aufgeben, man denke sich beispielsweise ein „hey, lass dass, was denkst du denn von mir“ tuntig ausgesprochen.

    Also, der Kokette ist derjenige, der die Macht hat, sein Gegenüber eher der nach mehr Hechelnde, dem der Speichel aus den Mundwinkeln tropft, eine lächerliche Figur, der man jederzeit einen Fußtritt versetzen kann.

    Was ich hingegen filmen würde, um jemanden, dem ich latenten Sadismus unterstelle, wäre viel eher der schlechte Stricherporno, wo man sieht, wie ein verschüchtertes Kind den Anweisungen des Regisseurs folgt und Sachen macht die es gar nicht will. Das genaue Gegenteil des für mich emotional idealen Pornos, bei dem es gar keine Regieanweisungen gibt und der Junge seine eigene Vorstellung liefert, und Großaufnahmen der Genitalien nur deshalb überhaupt auftauchen, weil der Junge selbst so nah mit ihnen an die Kamera rangeht.

    Ob so etwas wirklich den Sadisten emotional ansprechen würde, kann ich als Nichtsadist nur erraten. Dass es extrem schwer sein dürfte, aus den realen sadistischen „Spielen“ unter Kindern etwas für Sadisten befriedigendes herauszuziehen, erscheint mir plausibel – es ist einfach die Perspektive des Erwachsenen, für den auch der Ältere, Stärkere eben doch nur ein schwaches Kind ist, die hier alles kaputtmacht. Ob selbst Filme, die das umkehren (ich erinnere mich an einen netten Horrorfilm, bei dem ein kleiner, niedlicher Junge seine ganze Adoptivfamilie umbringt, und am Schluss, angeblich irgendwo aufgefunden, neue Adoptiveltern als seine nächsten Opfer findet) einen echten Sadisten ansprechen, weiß ich nicht – mich sprach er an, weil ich den revoltierenden Jungen an sich attraktiv finde, und mit solchen oft auch real befreundet bin.

  17. 17 Sitcom 28. Februar 2014 um 12:54 Uhr

    Vielleicht sollte man aber mit Blick auf den Aspekt Pornographie ganz allgemein vor allem zwischen „Fake“ und „Real“ unterscheiden.

    Die meiste „käufliche“ (legale) Pornographie zeichnet sich m.E. dadurch aus dass seitens der Produzenten und Darsteller primär auf den Anschein abgestellt wird. Dieser Aspekt wird hier anhand der Lebenserfahrung erkennbar dass „echter Sex“ tatsächlich weit weniger exzessiv/spektakulär abläuft.
    Letzeres trifft im Wesentlichen auch auf jene KiPo zu die noch legal produziert/vertrieben wurden. Dort geht es nicht nur „Weniger hart zur Sache“ sondern es ist vielfach nicht einmal richtig zu erkennen ob oder wie sehr es tatsächlich „zur Sache“ geht.

    Von einer vollkommen anderen Qualität sind jene Produktionen die im privaten Umfeld wohl in erster Linie als „Tauschmittel“ hergestellt wurden. Dort überwiegt ganz klar der Eindruck dass die Urheber geradezu versessen darauf sind Zweifel an Art und Umfang der aufgezeichneten Handlung nicht aufkommen zu lassen.
    Da mag man sich fragen ob der Aspekt der Pornographie nicht sogar hinter dem der Dokumentation zurücktritt.
    Im Focus steht hier nicht ein „Betrachter“ den es gilt mit möglichst glaubwürdigen Darstellungen zu begeistern – sondern der Produzent selbst der mit seinen Aufnahmen seine eigenen faktischen Möglichkeiten (Macht?) demonstriert.

    Rational betrachtet leuchtet es nämlich nicht ein warum „Homevideoproduzenten“ sich einem erheblichen Risiko aussetzen obwohl sie auch als reiner Konsument auf „Terrabytes“ kostenlosen Materials zurückgreifen können. Ein Angebot bei dem zudem Grund zur Hoffnung besteht dass innerhalb eines überschaubaren Zeithorizonts auch jene „Produktionen“ verfügbar werden die vielleicht im Augenblick nur auf der Basis P2P erreichbar sind.

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