Archiv für Dezember 2011

Gewaltpornographie

Während ich bisher angenommen hatte, Kinderpornographie sei im wesentlichen die Darstellung einvernehmlicher sexueller Kontakte – Grund dazu hatte ich, aufgrund vielfältiger Kontakte zu Boylovern, unter denen mehrere auch entsprechende Pornographie sammeln, genug – und die Berichte der Medien als reine Hetze betrachtete, scheint es doch andere Teile der Kipo-Szene zu geben, in denen das Verhältnis anders aussieht:

1) Graphik 1: Einvernehmlichkeitsgrad Gesamt-Mädchen-KiPo in Prozent

47,58% nicht einvernehmlich
29,07% einvernehmlich
15,71% nicht deutbar
07,64% neutral

Gesamtdateien: 1362

2) Graphik 15: Einvernehmlichkeitsgrad Gesamt-Jungs-KiPo in Prozent

73,36% einvernehmlich
15,72% neutral
5,68% nicht deutbar
5,24% nicht einvernehmlich

Gesamtdateien: 458

3) Graphik 29: Einvernehmlichkeitsgrad Gesamt-CL-KiPo in Prozent

95,16% einvernehmlich
04,84% nicht deutbar

Gesamtdateien: 124

Quelle für diese Statistik ist ein Jufo-Artikel. Noch keine etablierte Wissenschaft, obwohl an der Qualität im Vergleich zu üblichen wissenschaftlichen Arbeiten zu solchen Themen nichts zu meckern ist. Potentielle Fehlerquellen gibt es zwar viele, aber sie werden auch gar nicht verheimlicht, und andere Methoden sehen dabei auch nicht besser aus. Für die Wissenschaft gilt letztendlich, dass man die besten vorhandenen Daten verwenden sollte, und solange es keine besseren gibt, nimmt man eben diese.

Die Massenmedien sind durch diese Zahlen keineswegs gerechtfertigt. Würde man ihnen glauben, gäbe es so etwas wie einvernehmlichen Sex bei Kinderpornographie ja überhaupt nicht. Trotzdem, diese Zahlen korrigieren auch meine Vorstellungen von den Anteilen – meine bisherigen Vorstellungen entsprechen denen, die hier für Jungs-Kipo angegeben sind – was kein Wunder ist, ich bin ja schließlich Boylover, und die meisten meiner Kontakte sind auch Boylover. Und ich bin auch nicht der Einzige, den diese Zahlen verwunderten. So meinte ja auch Leon:

Übrigens ist nicht nur dir der Wert an Abusographie in diesem Kontext merkwürdig vorgekommen. Viele russische Boylover konnten es sich auch nicht vorstellen. Mich persönlich hat der Wert auch überrascht…

Allerdings: So sehr überrascht haben mich diese Zahlen nun auch nicht. Merkwürdig kamen mir nur die zusammengefassten Zahlen vor, wie sie ursprünglich gepostet worden waren (hier). Ich hätte pauschal auf rund 5% nicht einvernehmlich getippt, was ja dann auch fast exakt der Wert bei Jungs war.

Dass sich Sex zwischen Männern und Mädchen in vielen Zahlen weitaus problematischer darstellt als Sex zwischen Männern und Jungs war mir auch vorher schon bekannt. Jungen reagieren beispielsweise in sehr vielen Studien sehr viel positiver: (wie z.B. hier zusammengefasst).

Ähnliches kann man auch von Studien über Schäden sagen. Schon die Unterschiede in den Zahlen der Studien hat mich seinerzeit beeindruckt. Studien, die die Folgen sexuellen Missbrauchs von Mädchen untersuchten, war zumindest zu der Zeit, als ich das verfolgte, auffallend größer als die, die solche Schäden bei Jungen untersuchten.

Dies klingt zwar nur recht indirekt. Aber Wissenschaftler untersuchen schon von sich aus bevorzugt das, wo man etwas nachweisen kann, und das Publizieren von Studien, die statistisch signifikante Ergebnisse haben, ist sehr viel leichter. Aber auch was die Inhalte betrifft, sieht es ähnlich aus. Bei Baurmann 1983 liest man beispielsweise

Gleichgeschlechtliche Kontakte spielten statistisch und kriminologisch keine wesentliche Rolle bei der Untersuchung (S. 215 ff). Zum einen machten sie nur 10-15% der Fälle aus und zum anderen waren die beschriebenen sexuellen Handlungen „harmloser“, fast ausschließlich ohen Gewaltanwendung durch den Beschuldigten (S. 287 ff) und es fühlte sich deshalb auch keines der männlichen Opfer geschädigt. In diesen Fällen konnte auch kein Schaden mit Hilfe der Testverfahren gemessen werden.

Damit haben wir also lediglich noch ein weiteres Gebiet, auf dem Sex mit Mädchen weitaus problematischer ist als Sex mit Jungs.

Sind Girllover nun schlimmer als Boylover?

Nun, dies anzunehmen gibt es keinen Grund. Nur, sie haben ein Problem: Man kann sie in all solchen Statistiken nicht von all denen trennen, die Sex mit Kindern aus anderen Gründen vorziehen: Sadisten, für die Kinder interessant sind, weil sie sich nicht wehren können. Inzest-Väter, die bei Eheproblemen auf ihre Töchter ausweichen. Also Leute, die gar nicht pädophil sind, die Erwachsene vorziehen würden, für die Kinder lediglich Ersatz sind. Und die entsprechend problematisch mit diesem Ersatz umgehen.

Und all die Ersatztäter dürften sich nun einmal ähnlich auf heterosexuell vs. homosexuell aufteilen wie es ansonsten auch üblich ist – also 95% Heten zu 5% Schwule.

Unter den Pädophilen ist die Verteilung ja ganz anders, auch wenn die Zahlen stark variieren, gehe ich bei Boylover zu Girllover etwa von 50:50 aus.

Und daraus folgt die für die Girllover recht ungünstige Situation, dass es in allen Statistiken, die Sex mit Mädchen betreffen, viel mehr um heterosexuelle Ersatztäter geht, während es bei Sex mit Jungs viel eher darum geht, was Boylover mit Jungs machen.

Insbesondere in der obigen Statistik passen die Zahlen durchaus zusammen: Bei geschätzt genauso vielen Girllovern wie Boylovern tauchen in der Statistik 396 einvernehmliche Mädchenkipos und 336 einvernehmliche Jungskipos auf. Und die nicht einvernehmlichen 648 Mädchenkipos stehen zu den 24 nicht einvernehmlichen Jungskipos in einem dem Verhältnis Heten zu Schwulen erstaunlich ähnlichem Verhältnis.

Wie aber umgehen mit Gewaltpornographie?

Trotzdem, auch wenn wir die Girllover hier entlasten können, gibt es doch ein anderes Problem, jedenfalls für mich. Was bisher für mich eine vernachlässigbare Größe war – nämlich Gewaltkinderpornographie – die nur aufgrund von extremer Medienhetze von 5% auf 100% hochgepuscht wird, erweist sich nun, mit grob der Hälfte, doch nicht als so vernachlässigbar.

Wie also damit umgehen? Sind nun die Kipo-Jäger wenigstens teilrehabilitiert? Bekommen die Hetzer in den Medien mildernde Umstände, weil sie nicht von 5%, sondern von 50% auf 100% hochlügen? Es ist in jedem Fall eine Gelegenheit, zu überdenken, wie man mit der halt doch nicht so seltenen Gewaltkinderpornographie umgehen sollte.

Was meine Empfindungen betrifft, finde ich mich hierbei plötzlich auf der Seite der Mehrheit wieder. Für jemanden wie mich ist dies allein schon etwas erschreckend. Meine Empfindungen sind dieselben wie die des Mobs. Vorsicht ist allein schon deswegen angeraten.

Aber trotzdem, auch wenn ich meine bisherigen Argumente zur Kipo-Verfolgung von diesem neuen Blickpunkt aus überprüfe, es ändert sich nichts. (Was nun, ein bisschen Eigenlob muss auch mal sein, auch nicht so verwunderlich ist – schließlich habe ich mich schon immer um Neutralität bemüht.)

Wer sind die Gewaltpornosammler eigentlich?

Also, sind nun diese ekligen Typen, die solche perversen Vergewaltigungs-Pornos geil finden, Verbrecher, die man wegsperren sollte, am besten für immer? Nein. Aber sehen wir uns erstmal die Gründe an, warum man solche Leute verfolgen sollte.

Ein recht natürlicher Wunsch hinter der Kipoverfolgung ist, dass man dadurch hofft, Menschen zu enttarnen, die Kindern gefährlich werden könnten. Der Pädophile, wie man ihn aus den Medien kennt, ist ein solches gefährliches Monster, welches man möglichst gerne enttarnen möchte, bevor es sich an realen Kindern vergreift.

Aber dass es sich bei den Konsumenten von Gewaltkinderpornos um Pädophile handelt, ist eben nicht zu erwarten. Die obigen Zahlen sprechen dafür – bei Jungspornos, bei denen man davon ausgehen kann, dass sie von Boylovern bevorzugt werden, ist der Gewaltanteil gering. Aber auch bei Girllovern ist es recht irrational, davon auszugehen, dass sie gerne Gewaltpornographie konsumieren. Der normale Pornographiekonsument zieht Pornos vor, in denen die nach Alter und Geschlecht bevorzugte Gruppe die sexuellen Handlungen gerne und lustvoll mitmacht. Und in dieser Hinsicht sind Pädophile nun einmal sehr normal.

Sicherlich findet man, wenn man Pädophile identifiziert, auch Leute, die möglicherweise mal Sex mit Kindern haben werden. Aber das ist normalerweise eben auch die Art von Sex, die sie in den Pornos bevorzugen, nämlich einvernehmlicher Sex. Und, auch wenn die Medienhetzer anderes behaupten, ist einvernehmlicher Sex eben keine Gefahr für die Kinder.

Wer aber sind Gewaltpornosammler eigentlich? Hier gibt es von der sexuellen Präferenz her gesehen ganz natürliche Kandidaten – nämlich die Sado-Maso-Szene.

Einmal wären da die Sadisten. Leute, die man, sicherlich auch mit gutem Grund, für gefährlich halten kann. Allerdings haben Sadisten durchaus legale Möglichkeiten, ihre sexuellen Triebe auszuleben, in einer einvernehmlichen SM-Szene. Gewalt gegen Kinder ist für sie vor allem dadurch sexuell interessant, dass Kinder besonders hilflos sind. Die wenigsten von ihnen sind außerdem noch pädophil, also auch noch sexuell am Kinderkörper selbst interessiert. Also, so gefährlich für Kinder ist dieser Kreis der Gewaltpornosammler nicht.

Noch klarer, dass man völlig harmlose Leute trifft, wenn man Gewaltpornosammler verfolgt, wird es bei den Masochisten. Die stehen ja sexuell überhaupt nicht darauf, anderen Menschen Gewalt anzutun. Im Gegenteil. Eine Gefahr für Kinder stellen sie also überhaupt nicht dar. Für sie sind solche Gewaltvideos sexuell interessant, weil sie in ihren sexuellen Phantasien vergewaltigte Kinder sind.

Und, sicherlich, gibt es noch andere Kiposammler. Beispielsweise einfach nur Neugierige. Das sind vermutlich die, die sich am ehesten erwischen lassen – weil es ihnen gar nicht wichtig ist, sie so etwas nur nebenbei mitnehmen, und eben auch nur nebenbei an die entsprechenden Sicherheitsvorkehrungen denken. Und die fallen auch am leichtesten auf die Honigtöpfe hinein, die die amerikanische Polizei gerne aufstellt. Nutzen tut das niemandem, von einer Prävention realer Straftaten kann bei dieser Gruppe überhaupt keine Rede sein.

Dass solche Leute allein durch Kipo-Anschauen pädophil werden könnten ist so extrem dumm, dass einem die Worte fehlen. Niemand wird durch Pornos in seiner sexuellen Neigung verändert. Ginge das, hätten wohl so ziemlich alle Menschen mit abweichenden sexuellen Neigungen sich selbst durch das Ansehen normaler Hetenpornos schon lange von ihren Abweichungen „geheilt“. Leider bringt das überhaupt nicht. In der anderen Richtung bringt es genauso wenig.

Strafverfolgung von Gewaltpornosammlern?

Aber selbst wenn man ihnen Gefährlichkeit unterstellt, und auch wenn ich sie eklig finde – sie schaden objektiv noch niemandem. Und bevor man jemanden wegsperrt – und ihn damit auf extrem schwere Art schädigt – muss er schon selbst jemanden geschädigt haben, und dies auf eine durchaus schwere Art.

Und dies gilt auch deshalb, weil ich überzeugt bin, dass Abschreckung funktioniert. Genau deshalb ist es wichtig, dass es einen möglichst großen Unterschied gibt zwischen der realen Vergewaltigung und dem Ersatz – dem Anschauen von Vergewaltigungsvideos.

Aber könnte es nicht sein, dass das Anschauen solcher Videos bewirkt, dass man dann irgendwann doch auch selbst vergewaltigen will? Durchaus möglich. Allerdings recht spekulativ. Aber auch gerade dann ist es ja wichtig, dass es eine hohe Hürde gibt zwischen dem Anschauen solcher Videos und der realen Vergewaltigung. Gerade dann ist es wichtig, dass der Videogucker nicht schon durch das Videogucken allein zum Schwerverbrecher geworden ist.

Man bedenke: Zugang zu und Besitz von illegalen Daten ist in Zeiten von Tor und Truecrypt leicht und relativ sicher. Egal wie hoch also die Strafandrohungen sind, der Videogucker lernt am eigenen Beispiel, dass man kriminell sein kann und trotzdem unbehelligt leben kann.

Ok, es sei denn, er wird gefasst. Aber was erreicht man damit? Man ruiniert seinen sozialen Status, zerstört sein soziales Umfeld, also all das, was normalerweise Menschen davon abhält, kriminell zu werden. Ist der Ruf erst ruiniert, lebt es sich ganz ungeniert. Ist es das, was man wünschen sollte? Ich würde sagen, es ist eher das genaue Gegenteil.

Also, egal ob die Strafverfolgung von Videoguckern „Erfolg“ hat oder nicht, der „Erfolg“ der Strafverfolgung ist jemand, der sehr viel weniger Hemmungen hat, wirkliche Verbrechen zu begehen.

Ist die Weiterverbreitung für die Opfer nicht extrem belastend?

Sicherlich ist der Gedanke daran nicht angenehm. Aber dieser Gedanke daran ist unabhängig von der realen Verbreitung. Er ist auch da, wenn der Täter lediglich, um das Opfer weiter zu erniedrigen, behauptet, er würde das Video nun verbreiten, dies aber aus Angst vor der Strafverfolgung gar nicht tut. Möglicherweise ist er aber auch gar nicht da, obwohl das Video verbreitet wird, weil das Opfer gar nichts davon weiß.

Und wenn der Gedanke einmal da ist, dann kann auch eine noch so ideale Polizeiarbeit nicht mehr verhindern, dass er bleibt – irgendeine Garantie, dass alle Kopien vernichtet wurden, kann es ja im Prinzip nicht geben. Im Gegenteil, jeder Polizeierfolg – man hat das Video bei jemandem entdeckt – verstärkt, wenn er dem Opfer bekannt wird, den Gedanken daran nur noch, da es auf eine weite Verbreitung seines Videos hinweist. Oft genug wird dem Opfer dadurch erst bekannt, dass ein Video, das eigentlich nur für den Privatgebrauch gedreht wurde, eine solche Verbreitung gefunden hat.

Der Kinderpornomarkt

Auch das Märchen vom Milliardenmarkt Kinderpornographie bleibt so verlogen wie es immer schon war. Und die Argumentation damit bleibt auch so irrational wie bisher.

Die Musik- und Filmindustrie klagt, möchte kostenlose Tauschbörsen mit allen Mitteln bekämpfen, am liebsten langjährige Haftstrafen für Copyright-Verletzungen sehen. Wollen die das etwa, um den Musik- und Filmmarkt zu bekämpfen? Natürlich nicht. Im Gegenteil, sie wollen möglichst viel Geld machen mit Musik und Filmen.

Aber genau dasselbe – nämlich die Bekämpfung von kostenlosen Kipo-Tauschbörsen mit Androhung hoher Haftstrafen für alle Nutzer und Verbreiter – soll angeblich gegen den Kipo-Markt gerichtet sein?

Äh, geht es noch? Das von der Musikindustrie zu ihrer finanziellen Rettung Gewünschte dient der Bekämpfung einer angeblich existierenden Kipoindustrie? Wenn man so etwas liest, werden Konspirationstheorien, bei denen diese angeblich existierende Kipoindustrie die Politik unterwandert hat, irgendwie plausibel.

Nein, ich werde deswegen nicht zum Konspirationstheoretiker. Hier lässt sich natürlich alles mit Dummheit erklären, weswegen man auf Konspiration verzichten kann. Die Dummheit der Massen ist hier gemeint, die Zusammenhänge, die länger sind als zwei Worte wie gegen Kipo, nicht zur Kenntnis nehmen.

Also: Einen Milliardenmarkt Kipo gibt es nicht, er ist eine Medienerfindung. Gäbe es ihn, dann wäre das beste Mittel gegen ihn ganz einfach: Den Handel verbieten, aber den kostenlosen Tausch und Besitz erlauben.

Was spräche denn dagegen? Man müsste nachweisen, dass jemand damit handelt, um ihn verknacken zu können, was aber schwerer wäre, als ihm nur Besitz nachzuweisen? Na, so schwer ist das ja nun auch wieder nicht. Wenn nur der Verkauf illegal ist, können ja zivile Fahnder selbst nach deutschen Prinzipien ganz legal auf die Suche nach illegalen käuflichen Angeboten gehen, ganz legal bezahlen, und nach der Lieferung hätten sie dann den Beweis. Das wäre rechtlich gesehen sogar leichter als heute, wo zumindest in Deutschland ein solcher Einkauf den Ermittlern verboten ist. Klar, dieser Unterschied ist unwesentlich, denn einem einigermaßen cleveren Verkäufer käme man auch so nicht auf die Spur. Aber eben genau wie heute auch schon.

Auf einem Markt herrscht Angebot und Nachfrage. Und auf einem Markt, wo es genügend kostenlose Angebote gibt, ist der Preis generell niedrig. Es gäbe da die Frage der Qualität – aber mit der technischen Verbesserung digitaler Kameras verschwindet der Unterschied, und auch Laien können immer leichter zumindest technisch hohe Qualität anbieten. Die Aussichten für einen professionellen Kipo-Markt wären also schlecht, selbst wenn der Handel selbst legal wäre. Wäre Handel illegal, kostenlose Verbreitung jedoch legal, würde ein Handel kaum aufkommen.

Faktisch spielt er schon heute kaum eine Rolle. So erwies sich in einer Untersuchung: die
Trends sind eindeutig: So war in nur 10 von 81 Fällen Geld im Spiel.
Mich wundert hier eher, dass es so viele sind. Aber das dürfte einen einfachen Grund haben: Geldüberweisungen lassen sich sehr viel leichter nachverfolgen als das Verbreiten von Bildern.

Also, das, was angeblich die Kipoverbreitung so verwerflich macht – die Förderung der Herstellung von Kipo durch Schaffung eines Marktes – kann man überhaupt nur einem Achtel der deswegen Verfolgten vorwerfen.

Ganz abgesehen davon, dass auch in diesen Fällen eine Ursache-Wirkungs-Beziehung lediglich eine sehr theoretische Annahme ist. Denn empirisch sieht wenig danach aus, dass allzu viel für den Verkauf hergestellt wird.
Schuijer & Rossen schreiben beispielsweise selbst über Zeiten als es kommerzielle Kipo legal gab:

The work group suggested that the American claims that 70% of all commercial material comes initially from private sources was correct. Typical of this material is the generally poor quality, and usually black and white photographs. The photographs were apparently not made with publication in mind.

Also, geschätzte 70% der kommerziellen Kipo wurde damals gar nicht für die kommerzielle Nutzung hergestellt, sondern sind Privatvideos, die gar nicht für die Verbreitung hergestellt wurden, sondern erst irgendwann später mal zu Geld gemacht wurden. Und heute gibt es guten Grund zur Annahme, dass diese „nichtkommerzielle kommerzielle“ Anteil noch höher ist.

Die Verfolgung der Vergewaltiger

Eine Legalisierung kostenlosen Tausches hätte auch noch einen anderen positiven Effekt: Solche Videos würden schneller und weiter verbreitet werden als heute, und damit schneller und wahrscheinlicher bei der Polizei landen. Und für die Polizei ist ein Vergewaltigungsvideo wichtiges Beweismaterial, welches durchaus zur Überführung der Täter beitragen kann.

Für die Polizei wäre es in dieser Hinsicht ideal, wenn es Plätze gäbe, wo jeder Liebhaber von Vergewaltigungsvideos seine Sammlung ohne eigenes Risiko hochladen könnte, und, neben anderen Liebhabern solcher Videos, eben auch die Polizei all diese Videos herunterladen könnte.

Könnte man hingegen die kostenlose Verbreitung effektiv bekämpfen, würde die Polizei sich von dieser Art von Informationsquellen über reale Verbrechen selbst abschneiden. Eine extreme Dummheit, weil es hierbei um
eine Verschlechterung der Strafverfolgung der wirklich schweren Verbrechen handelt – nämlich der realen Vergewaltigung von Kindern.

Durch eine Strafverfolgung einer kostenlosen Verbreitungsszene verringert sich nicht nur die Wahrscheinlichkeit, dass solche Videos überhaupt in Polizeibesitz gelangen. Es ist auch zu erwarten, dass dies weitaus später erst passiert. Auch das ist aber fatal für die Strafverfolgung: Je schneller ein solches Vergewaltigungsvideo in die Hände der Polizei gelangt, desto eher kann dies zu einer Überführung des Täters führen. Irgendetwas aus dem Video könnte wiedererkannt werden – aber die Wahrscheinlichkeit dessen sinkt mit der Zeit, schon durch Vergessen, aber auch durch das Älterwerden der Kinder. Auch die Wahrscheinlichkeit, dass man Kleidung, Möbel, und was noch alles auf dem Video sieht, in der Realität noch so vorfindet, dass es Beweiskraft haben kann, sinkt.

Und da wäre auch noch der Missbrauch durch den Staat

Ich habe es mir für den Schluss aufgehoben – das wohl im Prinzip allerwichtigste Argument gegen die heutige Kipohysterie, nämlich den Missbrauch durch den Staat.

Denn es ist offensichtlich genug, dass der Staat, als Institution, hierbei ein ganz anderes Interesse hat: Den Aufbau einer Kontrolle über das Netz. Dass der Kampf gegen Kinderpornographie nur Vorwand ist, um etwas kontrollieren zu können, was dem Staat selbst gefährlich werden könnte – eine freie Neue Welt, in der es keine staatliche Zensur mehr gibt.

Nichts ist zum Aufbau einer solchen Zensur geeigneter als eine Gruppe von Menschen, die etwas verbreitet, was allgemein Abscheu erregt. Pornographie, in der die Vergewaltigung von Kindern darstellt wird, ist so etwas.

Und daher sollte man keinesfalls vergessen, dass die andere Gefahr eine sehr viel größere ist – eine totalitäre Gesellschaft, in der der Staat kontrolliert, was gesagt und gedacht werden darf, und in der der Staat dies auf die brutalste Art und Weise durchsetzt, und auch durchsetzen kann, weil jeder, der die Wahrheit über die staatlichen Verbrechen verbreiten will, in ein KZ wandert. Eine Gesellschaft, in der die Sadisten nicht heimlich Vergewaltigungsvideos anschauen, sondern ganz legal, als KZ-Aufseher, ihre sadistischsten Triebe an allen ausleben können, die gerade als Untermenschen oder Volksfeinde gelten.

Die Etablierung von Zensur ist immer und überall auf der Welt eines der ersten und wichtigsten Mittel gewesen, um Unrechtssysteme zu errichten und zu festigen. Und damit ist der Kampf gegen Zensur, gegen jegliche Zensur, das wohl wichtigste und sicherste Mittel zur Verhinderung einer solchen Diktatur.

Und dazu gehört es, die Zensur auch dort zu bekämpfen, wo die verbreiteten Ideen und Darstellungen uns selbst zutiefst verletzen.

Und dies nicht nur in der Politik, sondern überall. Denn einmal, auf einem Gebiet technisch etabliert, kann und wird die Zensur ausgeweitet werden. Verfassungen und Grundgesetze sind zur Verteidigung dagegen zwar nett gemeint, aber kaum wirksam, da es letzten Endes nur staatliche Gerichte sind, die beurteilen, ob die Zensurgesetze verfassungskonform sind.

Der weitaus sicherere Schutz ist ein Netz, für welches man nur ein Grundrecht verteidigen muss – das Recht auf den Schutz seiner Privatsphäre durch starke Verschlüsselung: My truecrypt-container is my castle.

Aber wenn wir diesen neuen zentralen Teil unserer Privatsphäre vor dem Großen Bruder verteidigen, für alle, dann verteidigen wir damit zwangsläufig auch die Freiheit eines jeden Menschen, dort, neben Ideen, die wir für gefährlich halten, auch pornographische Darstellungen zu sammeln, die wir widerlich finden.

Was bleibt

Gerade auch wir Boylover sollten uns nicht dazu verlocken lassen, uns gegen eine andere Minderheit aufhetzen zu lassen.

Einerseits sollte uns dies ja leichter fallen als anderen – wir haben schließlich schon am eigenen Leib gespürt, wie unrecht Mehrheiten haben können.

Und doch, die Verlockung ist groß, auf der Seite der Guten, der moralisch Anständigen, der Mehrheit zu stehen. Und dem Gefühl der Abscheu nachzugeben, das uns befällt, wenn wir mit Bildern von Vergewaltigungen konfrontiert werden.

Aber es ist genau dieser gute Vorsatz, mit dem der Weg in die totalitäre Hölle des alles kontrollierenden Staates gepflastert ist.

Wir sollten sehr vorsichtig sein, dass unsere Gefühle nicht missbraucht werden für eine Menschenjagd auf irgendwelche anderen Minderheiten.

Du bist hier nicht erwünscht

Im Forum www.allmystery.de habe ich mich mal erfrecht, unter „Lobov“ ein paar Informationen über Pädophilie zu verbreiten. Es kam natürlich wie es kommen muss heutzutage – es dauert nicht lange und man wird gesperrt. Die Begründung hat ihren Reiz: „Du bist hier nicht erwünscht.“ Eine einfache und klare Message, ohne einen künstlichen Vorwand zu suchen.