Kleiner Hinweis

Auf libertarian.blogsport.de/eine-geschaeftsidee wurde eine Geschäftidee vorgestellt, die wegen ihrer politischen Auswirkungen für Libertäre besonders interessant sein könnte.

Der Grund dafür, dass die Idee für Libertäre interessant ist, ist einfach der, dass die Idee für alle interessant ist, die kluge Minderheitsideen vertreten.

Eine kluge Minderheitsidee ist eine, die vielleicht insgesamt nur von 5% der Bevölkerung unterstützt wird, unter der dümmeren Hälfte jedoch nur von 1%, unter der klügeren Hälfte hingegen von 9%.

Libertäre Ideen sind dafür sicherlich ein gutes Beispiel.

Aber wie ist das mit Boylove?

Dafür, dass die Boylover selbst dümmer oder klüger als die Durchschnittsbevölkerung wären sehe ich keine Hinweise. Aber, was das Verhältnis zur Anti-Pädo-Hysterie angeht, sieht das schon deutlich anders aus.

In meinem Bekanntenkreis ist die Korrelation zwischen Klugheit und Ablehnung der Hysterie jedenfalls deutlich und erheblich. Am deutlichsten war die Korrelation zwischen Dummheit und Pädohass jedoch im Knast: Es gab eine sehr kleine Gruppe Intellektueller, in der das Verhältnis am unproblematischsten war, dann Vietnamesische Zigarettenhändler – also Leute, die nicht wegen ihrer kriminellen Natur, sondern wegen zivilisierten aber illegalen Handelns einsaßen – die freundlich zu mir waren, im Gegensatz zum Rest der dortigen Menschheit, bei dem sich die besonders aktiven Hasser noch durch besondere Primitivität auszeichneten. Aber auch außerhalb des Knastes: Die weitere Verwandschaft (Durchschnitt) will nichts mit mir zu tun haben, die eigene Bekanntschaft und die meiner (geschiedenen) Frau – Hochschulabschluss ist weit verbreitet – sieht mich deutlich positiver.

Und die Geschäftsidee ist einfach, Kluge und Dumme getrennt zu befragen. Wenn man liest, nur 5% sind gegen was auch immer, ist man natürlich dafür. Liest man hingegen, nur 1% der Dummen, aber 10% der Klugen sind dagegen, sieht das schon anders aus – man möchte schließlich lieber zu den Klugen gehören. Und Journalisten wie Politiker werden ähnlich reagieren – heute heulen sie mit der Mehrheit, aber werden sie auch die Meinung der Dummen verteidigen wollen?

Also, wenn die Geschäftsidee funktioniert, dürften wir Boylover davon profitieren.

Versuchen wir es doch einfach mal. Entweder jemand macht es selbst. Oder, wie ich hier, einfach die Idee weiterverbreiten. Wenn sie gut ist, und ich denke das ist sie, wird sie schon jemand realisieren. Und je früher das passiert, desto besser.

Und beim Weiterverbreiten müsst ihr ja nicht sagen, dass ihr die Idee hier gefunden habt.


3 Antworten auf „Kleiner Hinweis“


  1. 1 sabathu 20. Mai 2011 um 13:45 Uhr

    Ich bin da weniger optimistisch. Bei diesem speziellen Thema mag das funktionieren. Die durch Medien geschürte Kinderschänderhysterie kann sehr gut auf Beschützerinstinkte aufbauen. Und weniger gebildete/intelligente Menschen sind einfacher zu manipulieren und viele vertrauen vermutlich eher ihren Gefühlen als der Ratio. Allgemein funktioniert das aber glaube ich aber nicht.

    Intelligenz macht es erst einmal nur leichter, Minderheitenmeinungen zu vertreten. Wer seine Argumente für eine unpopuläre These gegen den Mainstream verteidigen will, braucht mehr Zeit, Wissen und geistige Schärfe, um sie innerlich gegen verbreitete Mainstream-Argumente aufrecht halten zu können. Dass diese Minderheitenmeinungen jedoch automatisch richtig sind, ist noch lange nicht gesagt. Häufig ist es doch gerade auch umgekehrt: Für viele merkwürdige Ideen brauch man anscheinend erst Abitur samt sozial- oder geisteswissenschaftlichen Studiums, um den Unsinn zu schlucken. (Und selbst wenn der Mainstream falsch liegt, kann von den vielen, abenteuerlichen Minderheitenmeinungen schon allein aus logischen Gründen nur eine richtig sein.)

    Negatives Vorbild waren hier vermutlich die Naturwissenschaften. Einstein und Co. haben uns vor Augen geführt, wie überlegen ihre sonderlichen Vorstellungen der Welt gegenüber dem alltäglichen Naturverständnis des gemeinen Mannes sind. Das bestätigte viele wohl darin, ähnlich kontra-intuitive Theorien auch außerhalb der Physik aufzustellen, etwa in den Sozialwissenschaften. ( Eine durchaus problematische Übertragung. Die Evolution hat uns nichts mit auf den Weg gegeben, um mikrophysikalische Vorgänge vorherzusagen – solche Vorgänge waren bis vor kurzem irrelevant für unser Überleben. Dagegen hat sie uns sehr wohl mit Fähigkeiten ausgestattet, das Verhalten unserer Mitmenschen zu interpretieren. )

    Man denke etwa an bestimmte Auswüchse der feministischen Theorie, nach denen „Geschlecht“ eine soziale Konstruktion ist, kaum etwas mit der unterschiedlichen Physiologie, Sexualhormonen, etc. zu tun hat und daher beliebig gesellschaftlich formbar ist. Derartige Überzeugungen konnte ich beim gemeinen Volk nie antreffen. Das sind ausschließlich fixe Ideen von Intellektuellen.

    Ein anderes Beispiel ist die Intelligenz selbst. Für meine Großeltern – kriegsbedingt mit einer Bildung, die von heutigen Berliner Hauptschülern weit übertroffen wird – galt es als ausgemacht: Gescheite Eltern bekommen gescheite Kinder, genau wie große Eltern große Kinder bekommen. Und das würde selbst im Falle von Kriegswaisen funktionieren, die im Heim oder bei ganz anderen Eltern aufwuchsen. Etwas dazu gelesen hatten sie nie. Das sagten die eigenen Beobachtungen und das, was man sich im Dorf erzählte. Wie ich jedoch neuerdings angesichts der Sarrazin-Diskussion wieder lesen durfte, gelten derartig banale Erkenntnisse seit neustem als sozialdarwinistisch, rassistisch oder was auch immer. Dass die moderne Verhaltensgenetik eher meinen Großeltern recht gibt, scheint die meisten Intellektuellen mit Bildung primär außerhalb der Verhaltensgenetik herzlich wenig zu interessieren.

    Eine derartige Diskrepanz kann ich in meinem nicht-repräsentativen Bekanntenkreis übrigens häufig beobachten. Physiker scheinen generell ein positiveres Bild der Kernenergie zu haben als andere Akademiker, Biologen haben ein positivere Einstellung zur Gentechnik, usw. Das käme bei deiner Umfrage auch zu kurz. Warum sollten mich eigentlich die Meinung von etwa Soziologen – seien sie auch noch so intelligent und gebildet – zu Dingen wie Gentechnik oder Kernenergie interessieren?

    Auch ein weiterer Punkt veranlasst zur Skepsis. Wer sich für etwas besseres hält, hat häufig das Bedürfnis sich vom Mob abzugrenzen. Das gemeine Volk spielt Fußball, wer etwas auf sich hält, spielt Tennis. Als Tennis wegen Becker und Graf dann zum Massensport wurde, sind sie auf Golf ausgewichen. Sachlich gibt es dafür keinen Grund – das liegt einzig am Standesdünkel. Bei Vorstellungen über die Welt wird man vermutlich ähnliches beobachten können. Der Bildzeitungsmob fordert lautstark Wegsperren und Kastration für Kinderschänder, also muss man sich differenzierter geben – schon alleine aus dem Grund, um sich vom Mob abzugrenzen. Ob so dämliche Gründe nicht auch eine Rolle dabei spielen?

    (Da der Ursprungs-Blog „libertäre Gedanken“ heißt, kann ich mir auch diesen polemischen Hinweis nicht verkneifen: Wer predigte in Deutschland denn zunächst – spätestens seit ’68 – Sozialismus und Kapitalismusfeindlichkeit? Intellektuelle – also die „kluge Minderheitenmeinung“. Wer stand zumindest anfangs eher auf Seiten der Marktwirtschaft? Das gemeine Volk ;) )

  2. 2 mackay 21. Mai 2011 um 18:18 Uhr

    Dass diese Minderheitenmeinungen jedoch automatisch richtig sind, ist noch lange nicht gesagt.

    Ist ja auch nicht die Behauptung.

    Häufig ist es doch gerade auch umgekehrt: Für viele merkwürdige Ideen brauch man anscheinend erst Abitur samt sozial- oder geisteswissenschaftlichen Studiums, um den Unsinn zu schlucken.

    Dazu gibt es in der Tat genug Beispiele, und deinen Beispielen (Feminismus, IQ, Kapitalismusfeindlichkeit) stimme ich voll zu.

    Warum sollten mich eigentlich die Meinung von etwa Soziologen – seien sie auch noch so intelligent und gebildet – zu Dingen wie Gentechnik oder Kernenergie interessieren?

    Sie sollten es gar nicht. Noch weniger sollte dich allerdings die Mehrheitsmeinung interessieren. Dann schon eher die von den Soziologen. Es geht lediglich um ein kleineres Übel, kein Allheilmittel.

    Also, die Behauptung ist nicht, dass als Ergebnis alles gut wird. Die Behauptung ist lediglich, dass die Situation im Durchschnitt etwas besser wird.

    Außerdem, das Gefährlichste an der demokratischen Mehrheitsmeinung ist die Tendenz zum Extremismus, die dann auftaucht, wenn es nicht um eine Einschätzung eines Zustandes geht, sondern um eine Veränderung: „Sollte man mehr gegen X tun oder nicht?“ Hechelt alles der Mehrheitsmeinung hinterher, gibt es keine Chance zur Umkehr, und egal wie extremistisch der Kampf bereits ist, die Mehrheit fordert weiter, mehr gegen X zu tun.

    Hier hätte ein Hinterherhecheln hinter den Klügeren Vorteile. Einfach weil die Klügeren, wenn sie sich eine Meinung gebildet haben, zumindest etwas weniger zum Hinterherhecheln geneigt sind dürften, und weil bereits eine kleine Minderheit der Klugen den Trend im Prinzip umkehren könnte.

    Wer predigte in Deutschland denn zunächst – spätestens seit ’68 – Sozialismus und Kapitalismusfeindlichkeit? Intellektuelle – also die „kluge Minderheitenmeinung“. Wer stand zumindest anfangs eher auf Seiten der Marktwirtschaft? Das gemeine Volk ;)

    Ich denke jedoch, dass, je extremer die Situation wird, desto eher kehrt sich das Bild um. In der DDR mag das Bild vielleicht noch zutreffen, in der Sowjetunion waren die Intellektuellen staatsfeindlicher als das einfache Volk.

    Und man sollte nicht vergessen, dass die „Intellektuellen“ als Schicht was anderes sind als die mit hohem IQ. Die „Intellektuellen“ sind heute vor allem erstmal eine vom Staat bezahlte Schicht, die natürlich die Interessen des Brötchengebers vertritt. Die Leute, die in die Wirtschaft gehen, sind oft genug intelligenter.

    Das wichtigste zusammengefasst: Der Vorschlag soll nicht zu einer heilen Welt führen, sondern vor allem eine extremistische Gefahr der heutigen Mediendemokratie abschwächen. Mehr nicht.

    Die Demokratie bleibt, auch wenn diese Korrektur einiger ihrer schlimmsten Auswüchse funktionieren sollte, ein verbrecherisches Regime, welches abgeschafft gehört.

    Und sollte die Sache wenigstens bei unserem Thema funktionieren, waere das ja schonmal hervorragend.

  3. 3 Hans, mein Freund und Die Wasserratte 22. Februar 2014 um 12:59 Uhr

    Ich werfe zum Gedanken „Dumme und Kluge getrennt befragen“ mal aus der Volskunde den Begriff „Absteigendes Kulturgut“ in den Raum und stelle fest dass der Ausgangsgedanke zumindest im Pinzip gesellschaftliche Realität ist.
    Mit Blick auf den Aspekt Pädophilie werfe ich jetzt den Namen „Josefine Mutzenbacher“ hinerher und mache damit darauf aufmerksam dass „Sex mit Kindern/Jugendlichen“ in der Vergangenheit eine durchaus verbreitete Erscheinung war die jedoch bei den sozial niedigsten Schichten angesiedelt war. (Bei höheren Schichten blieb zumindest in der Wahrnehmung der Aspekt des Körperlichen ausgeklammert!)
    Wir haben also in der heutigen „Pädofeindlichkeit“ niedriger Schichten tatsächlich dieses „Abgestiegene Kulturgut“. Nur dass diesem gewissermaßen die entspechende „handwerkliche Qualität“ im Sinne einer differenzierenderen Herangehensweise fehlt.

    In diesem Punkt mache ich im Übrigen auch den großen Fehler der „Pädoinitiativen“ fest – die stets den Aspekt der Sexualität betonen an Stelle einfach „die gefälligere Seite der Medaille“ als Kulturgut auf Abstiegskurs zu bringen.

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